Marlborough und Nelsen

Mai 1st, 2011

Marlborough und Nelsen (19.04.-21.04.)

19.04.

In Picton erledigten wir unsere nötigen Besorgungen, holten uns die neusten Infos beim i-Site, aßen leckeren Kuchen und fuhren schließlich weiter. Eine Sache wollten wir uns noch angucken und zwar die Schokoladenboutique. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie geil die Sachen dort waren. Zum Glück durften wir umsonst ein paar Köstlichkeiten probieren, wir hätten uns niemals etwas aus dieser Boutique leisten können!

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Auf einer sehr stark gewundenen Straße fuhren wir gen Abend auf unseren Campingplatz.

20.04.

Es stand mal wieder Wandern auf unserem Programm. Wir entschieden uns einen Teil des Queen Charlotte Tracks zu bewandern.

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Wir konnten uns über sehr gute Streckenverhältnisse freuen

Der Weg war recht schön und wir genossen den Spaziergang von 15 Kilometern. Am nächsten Tag sollte noch etwas mehr gewandert werden. Wir fuhren zum Abel Tasman Nationalpark, der für seine Wanderstrecken berühmt ist.

Eine Unterhaltung im i-Site mit einem Deutschen:
Isa und Flo wollen sich bei den Mitarbeitern über die Möglichkeiten im Abel Tasman beraten lassen. Sie stehen in der Schlange an und schauen sich eine Karte an, als sie von hinten angelabert werden.

Er: „Der Weg ist sehr einfach.“

Wir: „Das ist aber schön, wie haben uns gerade darüber unterhalten, ob dieser eine Weg nur bei Ebbe zu begehen ist.“

Er: „Der Weg ist total einfach! Ich bin natürlich den ganzen Weg gegangen, über 50 Kilometer. Das war echt leicht und ich habe auch noch 30 Kilo Gepäck auf dem Rücken.“

Wir: „Wir wollten einfach nur wissen, ob man diesen Weg nur bei Ebbe gehen kann.“

Er: „Ja, aber der ist matschig und auch sehr einfach. Den schafft ihr auch. Macht euch keine Sorgen, das ist leicht.“

Wir: „Danke, wir machen uns keine Sorgen.“

Er: „Braucht ihr auch nicht.“

Wir:„Braucht man festes Schuhwerk?“

Er: „Nein, der Weg ist leicht. Ich bin meistens Barfuß oder mit meinen übelst zerfetzten Laufschuhen gewandert. Aber ich bin ja auch ein harter Kerl.“

Wir: „Aha.“

Er: „Ich habe mir übrigens einen Bart wachsen lassen, damit man das schneller merkt.“

Wir: „Sieht auch überhaupt nicht peinlich aus, dein weißer Flaum.“

Er: „Tja, was soll man sagen? Manchmal denke ich, ich bin die Reinkarnation von Herkules.“

So oder ähnlich ist dieses Gespräch abgelaufen.

Als wir abends auf unserem Campingplatz kochten, lernten wir zwei Deutsche kennen (Miri und André). Wir stellten fest, dass wir uns schon einige Male auf dem Weg gesehen hatten. Wir fuhren schon auf der Nordinsel fast die Gleiche Route und unsere Pläne für die Südinsel waren ziemlich identisch. Es sollten also noch viele weitere Begegnungen folgen.

21.04.

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Split Apple Rock

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Mit einem Wassertaxi wurden wir morgens zur Bark Bay gefahren. Von dort wollten wir zu unserem Campingplatz (Old MacDonalds Farm) zurücklaufen (21 Kilometer!). Heute fühlten wir uns aber nicht mehr so frisch wie am Vortag und wir kamen nur langsam voran.

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Eine neue Spezies begleitete uns auf unserem Weg, die Sandfly. Ein nicht besonders netter Zeitgenosse. Wir hatten schon von den gefürchteten Bissen gehört, die schlimmer als Moskitostiche sein sollen. Viel Schlimmer! Wir wurden aber wenig traktiert, wohl auch, weil wir wenig Pausen machten und die offensichtlichen Fallen umgingen (z.B. Buchten die Sandfly Beach genannt werden).

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Der Weg war schön, aber nicht spektakulär. Wir konnten uns aber heute nicht richtig am Wandern erfreuen und waren schon froh, als wir wieder bei Old MacDonalds Farm ankamen.

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Typisch New Zealand. Kein Briefkasten sieht aus wie der andere. Alle schrullig und cool!

Abends fuhren wir noch ein gutes Stück weiter und fielen später todmüde ins Bett.

Wellington

April 27th, 2011

Wellington (17.04.-19.04.)

17.04.

Mit dem Bus fuhren wir nach Wellington hinein und stiegen an der Endstation nahe dem Hafen aus. Unser erster Gang war wie immer in Richtung i-Site. Auf dem Weg entdeckten wir einen guten Markt und aßen dort ein gutes Stück Pizza 🙂
Die Stadt ist wirklich schön am Wasser gelegen und wir genossen den kleinen Spaziergang.

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Da Wellington für seine üppige Cafe-Landschaft bekannt ist, fragte Flo im i-Site nach Cafés mit eigener Rösterei. Die Frau am Informationsschalter starrte ihn mit offenem Mund an, als hätte sie gerade erfahren, dass Kaffee in seiner Ursprungsform kein Instantpulver ist. Als Antwort hätte man jetzt schon fast erwarten können, dass sie uns zu Starbucks schickt und uns empfiehlt einen Sojalatte Halbfettmilch mit Sahne (Laktosefrei und halbfett), schokosoße, Krokantstreuseln, Carmelsirup (Fettreduziert), Konfetti und Wunderkerzen zu bestellen. Zum Glück googlete sie dann doch nach Röstereien  und wir machten uns mit den Infos auf dem Weg.

Sobald man das Wasser in Wellington hinter sich lässt, wird die Stadt schlagartig hässlich. Viele Betonklötze und überhaupt nicht schön. Nach einer Weile kamen wir beim Cafe L´Affare an, ein cooler Laden. Wir konnten uns über einen wirklich guten Kaffee freuen!
Dann spatzierten wir weiter und gingen in Macs, einer Brauerei mit Restaurant und Bar. Dort verköstigten wir uns an Bier und Cider. Später gab es noch einen leckeren Brotteller mit Dips. Angesuselt fuhren wir mit dem Bus zurück zum Campingplatz.

18.04.

Es war richtig kalt geworden und uns wurde bewusst, dass wir noch nicht richtig für dieses Wetter ausgerüstet waren. Wieder gingen wir zu Flos Lieblingsladen, macpac. Nach einiger Zeit hatten wir uns alles nötige gekauft: Lange Unterwäsche, dicke Socken und Handschuhe aus Merinowolle und Possumfell.

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Die Fußgängerzone

Was jetzt? Vielleicht einen Kaffee? Jo, ab ins Cafe L´Affare. Cappucini, Hot Cross Bun und Blaubeermuffin. Lecker! Wir überlegten ob wir uns dann gleich wieder in die Bar begeben sollten, aber so ganz ohne etwas Sinnvolles getan zu haben ging es dann auch nicht. Wir gingen ins Nationalmuseum Te Papa, was eine echt gute Entscheidung war, da es richtig gut ist. Erst danach ging´s zur Bar. Mehr Bier und lecker Essen! Man kann ja auch nicht immer nur gucken, dabei lernt man ein Land ja auch nicht kennen. Tief in die kulinarische Welt sollte man eintauchen, um das Land und die Menschen besser zu verstehen… „Noch ein Bier!!!“

19.04.

Sehr früh morgens mussten wir aufstehen, da wir mit dem Auto noch den Weg bis zur Stadt zurücklegen mussten, um unsere Fähre zu bekommen. Gut dass die dann über eine Stunde Verspätung hatte. Wenigstens hatten wir dadurch noch etwas Zeit um uns einen Kaffee zu holen 😉

Auf der Fähre sicherten wir uns ein paar gute Plätze, was in Isa Fall aber vergebens war, da sie wegen Seeübelkeit die gesamte Fahrt über draußen sein musste.

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Ansonsten war die kurze Reise gut. Wir hatten prächtigen Sonnenschein und freuten uns darauf die Südinsel zu erkunden.

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Whanganui

April 25th, 2011

Whanganui (16.04.)16.04.

Isas gesamter Körper schmerzte vor Muskelkater. Auch Flo
hatte es erwischt, allerdings nicht ganz so schlimm. Das Laufen wurde zu einem
lustigen Akt und man musste sich schon sehr überwinden nicht einfach doch
liegen zu bleiben.

Der Tag versprach regnerisch zu werden und unsere Pläne
hielten sich in Grenzen. Hauptsache nicht Laufen und nicht draußen.

Wir hatten auf einem Freecampingspot in einem Nationalpark
übernachtet. Neben uns waren noch zwei weitere Lager aufgebaut. Als wir losfuhren
mussten wir eine kleine aber starke Steigung zur Straße überwinden. Isa hielt
dort an, schlug das Lenkrad ein und wollte auf die Straße biegen, ging zu
ungestüm aufs Gas und ließ die Reifen qualmen, von der Stelle kamen wir
trotzdem nicht. Auch weitere Versuche halfen nicht. Wir setzten zurück um an
einer weniger steilen Position das Anfahren zu versuchen. Es klappte erneut
nicht, da die Hinterreifen auf dem feuchten Gras durchdrehten. Direkt hinter
uns war ein Graben, vor uns eine Steigung die wir nicht überwinden konnten. Wir
hatten uns so richtig schön festgefahren. Flo versuchte nun sein Glück, aber
die Reifen fanden keinen Grip. Eine Frau die mit uns hier gecampt hatte kam zu
uns und sagte, wir sollten doch lieber den anderen Weg nehmen, der sei nicht so
steil. Danke du Hohlbratze! Würden wir ja gerne. Es half nix: Lenkrad voll
einschlagen, rückwärts den Berg runter und hoffen, dass wir nicht umkippen
würden. Langsam rollten wir rückwärts… der rechte vordere Reifen hob ab… Isa
versuchte vergebens mit ihrem Körpergewicht den Reifen wieder nach unten zu
drücken… noch ein paar Bange Sekunden und dann war es geschafft. Ein Camper
hatte sein Zelt geöffnet und lag bequem, den Kopf in unsere Richtung gewandt.
Schön dass wir euch alle unterhalten konnten! Schnell fuhren wir davon und
überließen die anderen wieder ihrem ruhigen Morgen, dem Vogelgezwitzscher, dem
Rauschen des Flusses und dem Gestank unserer verbrannten Reifen.

In Whanganui frühstückten wir erst mal auf dem Parkplatz
eines Supermarktes und versorgten uns danach mit Informationen zu der Stadt im
i-Site. Zuerst gingen wir auf einen Markt und holten uns dann einen leckeren
Kaffee von einem lokalen Kaffeeröster. Auf dem Markt gab es dann noch ein
leckeres Roggenbrot, das so schwer wie eine Hantel war. Das waren wir nicht
mehr gewöhnt. Es existiert tatsächlich noch Brot auf dieser Welt, das nicht nur
aus Luft besteht. Wir waren begeistert. Als nächstes ging es zu einer
Glasbläserei. Dort saßen wir bestimmt über eine Stunde und sahen dem Meister bei
der Arbeit zu. Fantastisch zu sehen, wie er seinem künstlerischem Handwerk
nachging.

Der Regen hatte inzwischen kräftig eingesetzt und unsere
Motivation noch etwas zu erleben war erloschen. Der gestrige Tag machte sich
bemerkbar und wir fuhren zum Kino. Leider (eigentlich zum Glück) sind wir keine
Justin Bieber Fans, denn das war so ziemlich das Einzige was im Kino lief,
neben ein paar Animationsfilmen. Also kein Kino. Was hilft gegen Langeweile?
Richtig, essen. Wir gingen zu einem uns schon mehrfach empfohlenen Fish and
Chips Laden und gönnten uns eine richtig gute Portion. Lecker!

Das war es auch schon. Da es die nächsten Tage weiterhin
schlechtes Wetter geben sollte, machte es keinen Sinn weiter hier zu bleiben. Wir
fuhren also weiter in Richtung Wellington. Dort gab es ungleich größere
Möglichkeiten für Indooraktivitäten.

Tongariro/ Taupo

April 24th, 2011

Tongariro/ Taupo (14.04.-15.04.)

14.04. Taupo

Im tiefsten Nebel fuhren wir morgens los um am Lake Taupo zu frühstücken. Als wir ankamen klarte es langsam auf, wir holten uns einen Kaffee und setzten uns in unserem Wagen an den See.

Als erstes besichtigten wir einen rasant rauschenden Wasserfall, den Hucka Falls.

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Endlich mal ein wirklich reißender Fluss, der mit rasender Gewalt zehn Meter in die Tiefe stürzte. Mittlerweile hatten wir von den uns bekannten plätschernden Wasserfällen die Nase gestrichen voll und waren froh über diese Abwechslung.
Danach fuhren wir zu den craters ot the moon. In diesem Gebiet herrscht vulkanische Aktivität, die sich vor Allem durch heiße Schwefeldämpfe bemerkbar macht.

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Unsere Wanderung ging über 40 min. und überall stieg uns ein fauliger Geruch in die Nase. In einigen Kratern konnte man Schlamm blubbern sehen, was besonders interessant war. Für ein Bad hat es nicht mehr gereicht, Isa wollte komischerweise auch nicht. Ihr war eher nach was Süßem. Gut dass der Imker nicht mehr weit entfernt war. In einer großen Halle wurden allerlei Produkte aus Honig und Wachs angeboten und wir verköstigten uns an diversen Honigsorten. Es war zwar alles sehr teuer, aber ohne ein leckeres Glas verließen wir den Laden auch nicht.

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Ein Pferd

Gegen Nachmittag begannen wir mit der Vorbereitung für den nächsten Tag. Wir kauften uns dicke Socken und Isa bekam ein paar Handschuhe. Außerdem deckten wir uns mit Power Bars und Power Drops ein. Dann fuhren wir zu unserem Caravan Park, kochten und bereiteten uns Brote vor. Um 5 Uhr 45 ging unser Bus am nächsten Tag. Unser Ziel: Der Tongariro…

 

15.04. Das Tongariro Alpine Crossing

Es war arschkalt! Die halbe Nacht hatten wir gefroren und nun krochen wir im Halbschlaf in unsere kalten Klamotten. Um 5 Uhr 30 waren wir in der extrem kalten Küche und frühstückten. Isa machte uns einen Tee gegen die Kälte. Es war übrigens verdammt kalt!

Noch im Dunkeln und bei dichtem Nebel fuhren wir zu unserem Startpunkt. Vor uns lag eine Wanderung die es in sich hatte. 19,4 Kilometer und 800 Höhenmeter standen uns im Weg und sollten bezwungen werden. Dann waren wir da. Wir wurden kurz wegen des Wetters gebrieft und dann stiegen wir aus, in die Kälte. Ungläubig gingen wir an einer Informationstafel vorbei. Davor lagen Isomatte und Schlafsack. Daneben stand ein junger Kerl und fummelte an seinem Kocher herum. Das darf doch nicht wahr sein! Wie hardcore ist der denn bitte? Wir wussten nicht ob wir da einen echten Kerl oder einen ziemlich großen Idioten vor uns hatten. Die Frage wurde uns aber später noch beantwortet…

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Schnell schossen wir noch Fotos und dann ging es los. Wir wollten keine Zeit verschwenden, da uns gegen Mittag schlechteres Wetter erreichen sollte. Zügig gingen wir voran, nur ein Pärchen war vor uns und geriet schon bald außer Sichtweite. Alle anderen hängten wir ab.

Die Sonne ging auf und so langsam wurde uns etwas wärmer, dass schnelle Gehen tat gut. Wir fühlten uns frisch und motiviert.

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Die ersten Kilometer gingen sehr schnell vorbei und wir merkten verblüfft wie gut wir vorankamen und wie wenig anstrengend es war.
Dann kam die erste Steigung und wir nahmen ein paar Power Drops zu uns.

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Auf der Hälfte der Strecke wurde uns durch die körperliche Anstrengung auf einmal sehr warm.

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Wir zogen uns unsere warmen Schichten fast vollständig aus. Es wehte kein Wind und der Himmel war noch immer blau. Nach der ersten harten Steigung hatte uns eine Gruppe von deutschen überholt, zwei von denen mit Jeans und Adidasschuhen bekleidet. Die hatten sich was ganz besonderes vorgenommen, den höchsten Berg zusätzlich zu dem Crossing zu erklimmen.

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Erkennt man ihn wieder? Der Schicksalsberg aus Herr der Ringe

Als wir auf dem Weg zu zweiten Steigung waren, konnten wir die ersten Wolken aufkommen sehen und die Deutschen und ihr Berg versanken in einer flauschigen weißen Wolke. Viel Spaß!

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Leider wurde auch unser Weg durch Wolken behindert und unsere schlimmen Befürchtungen, oben anzukommen und nichts zu sehen, schienen sich zu bewahrheiten. Trotzdem gingen wir weiter und nach einem harten und rutschigem Aufstieg standen wir am Red Crater. Sichtweite: 10 Meter oder weniger.

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Auf dem Gipfel

Wir hockten uns neben einen Felsen. Der Wind hatte auf diesem Anstieg stark zugenommen und es war wieder eiskalt geworden. Schnell zogen wir uns wieder sämtliche abgelegten Klamotten über und hofften, dass sich die Wolken verziehen würden. Immer mehr Leute kamen nun hinzu und die Sicht wurde immer nur für wenige Sekunden etwas besser.

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Wir beschlossen den Abstieg zu beginnen, da passierte es. Der Himmel riss auf und es tauchten Seen und Berge vor uns auf. Wir konnten es kaum glauben. Es war fantastisch!

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Wir schlitterten auf dem schotterigen Untergrund ins Tal und erfreuten uns an dem tollen Anblick. Der Weg hatte sich absolut gelohnt!

Plötzlich holte uns jemand ein, der Vollidiot, der im Freien geschlafen hatte. Er war am Tag davor zu spät am Berg angekommen und da er das Crossing nicht mehr beginnen konnte, schlief er halt dort im Freien. Nur einen Kilometer hätte er auf der Strecke laufen müssen und er hätte in einer Berghütte umsonst schlafen können und wäre der Kälte nicht so sehr ausgeliefert gewesen. Das hätte er auf der Infotafel neben der er geschlafen hatte auch erfahren können. Da hatten wir dann auch kein Mitleid mehr für seine frostige Nacht. Depp…

Nach dem Abstieg stärkten wir uns etwas und gingen zügig weiter. Es war echt kalt und wir waren froh auf dem Rückweg zu sein.

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Während unseres Marsches kamen uns noch etliche arme Gestalten entgegen, die noch den ganzen Weg vor sich hatten und das Wetter wurde stetig schlechter. Hoffentlich erwarteten sie keine gute Sicht, die würden sie nämlich nicht mehr haben.

Als wir an der letzten Berghütte ankamen, entschieden wir uns den Bus um 12 Uhr 30 zurück zu nehmen, was bedeutete, dass wir uns auf dem letzten Stück mächtig beeilen mussten.

Schnell wurden noch ein paar Power Drops eingeworfen und zack, ging es weiter. Man konnte Isa gar nicht wiedererkennen, als sie plötzlich in den Joggingmodus wechselte und das Tempo vorgab. Was auch immer in den Drops drin war, es tat seine Wirkung. Wie aufgedreht rasten wir den Berg hinunter. Erst als wir die letzten Kilometer vor uns hatten, wurden ein paar Spuren des Weges Sichtbar. Isa hatte sich erneut die Zehen in ihren Schuhen geprellt und konnte ihr Tempo nicht mehr ganz halten. Trotzdem erreichten wir das Ende des Weges noch gut vor der Abfahrtszeit des Busses. Glücklich ließen wir uns nieder und Isa stoppte unsere Zeit: 6 Stunden 14 Minuten für diese krassen 19,4 Kilometer. Unglaublich!

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Gegen Abend wurden sich unsere Körper der Anstrengung doch bewusst und die Müdigkeit übermannte uns früh, doch den größten Spaß sollten wir erst man nächsten Morgen haben…

 

Waikato

April 18th, 2011

Waikato (12.04.-13.04.)

12.04.

Als wir zur Küste kamen, änderte sich die Landschaft gewaltig. Wir fuhren auf einer Straße direkt am Meer, die sich gen Norden schlängelte. Die Aussicht war fantastisch!

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Es erinnerte uns hier stark an die Great Ocean Road und es war auf seine Art schon fast cooler. Unzählige Male nutzten wir kleine Parkbuchten um anzuhalten und Fotos zu schießen.

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Flo hätte am liebsten jede Möglichkeit wahrgenommen, aber dann wären wir wohl immer noch unterwegs.
Noch eine ganze Weile nach Sonnenuntergang fuhren wir weiter um möglichst nahe am Hot Water Beach zu campen, denn der Stand für den nächsten Tag auf dem Programm.
Wir bereiteten schon am Abend unser Frühstück vor, da wir bereits um 7 Uhr bei Ebbe am Strand sein wollten.

13.04.

Ausschließlich bei Ebbe lässt sich der Hot Water Beach so richtig genießen, denn nur dann lässt sich ein spannendes Ereignis beobachten. Wir trafen also wie geplant bei ablaufendem Wasser ein und schon ein paar andere Leute waren dort mit Schaufeln bewaffnet. An einer speziellen Stelle am Strand buddelten wir mit Anderen Löcher in den Sand, bis wir auf Wasser trafen, heißes Wasser.

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Von ehemaliger vulkanischer Aktivität, in diesem Gebiet, aufgeheiztes Gestein und Wasser in 2 Kilometern Tiefe, geht der Ursprung einer heißen Quelle aus, die genau an dieser Stelle an die Oberfläche tritt. Trotz der kalten Außentemperatur, waren die Leute neben uns nur mit Badesachen bekleidet und legten sich nach getaner Arbeit in ihren kleinen heißen Pool. Wir genossen ein heißes Fußbad und frühstücken erst mal.

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Um kurz nach 9 waren wir frisch geduscht auch schon zu unserem zweiten Ziel unterwegs. Unweit des Hot Water Beachs ist die Cathedral Cove, die wir schon bald auf unserem Spaziergang erreichten.

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Von der Cathedral Cove ließ sich kein gutes Foto schießen. Wir hoffen, dass euch auch das reicht.

Von dort ging es dann weiter nach Matamata. Ein Highlight unserer Reise erwartete uns Nahe dieser kleinen Stadt wurden wichtige Teile aus Herr der Ringe gedreht, nämlich alle Ereignisse aus dem Auenland und speziell Hobbiton.

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Wir buchten im i-Site eine Tour und fuhren mit einem Shuttlebus zur Farm der Alexanders, denen die Farm gehört, auf der sich Hobbiton befindet.

Hier ein paar Backgroundinformationen:
Nach den Herr der Ringe Filmen wurde diese Lokation größtenteils niedergerissen und man wollte alle Hobbithöhlen und Gebäude die für die Filme aufgebaut wurden entfernen. Durch eine wetterbedingte Verzögerung konnten aber nicht alle Abrissarbeiten vollzogen werden und ein paar der Höhlen blieben erhalten. Nach über 2 Jahren Verhandlung ging es zugunsten der Familie Alexander aus, die den kompletten Abriss verhindern konnte. Die wenigen gebliebenen Höhlen wurden dann für touristische Besichtigungen wie wir sie nun unternahmen genutzt. Allerdings hatte sich in den letzten Monaten viel getan. Wie einige wissen, befindet sich die Vorgeschichte zu Der Herr der Ringe, der Hobbit, gerade im Dreh. Hobbiton wurde also wieder komplett aufgebaut und wir waren dort!
Es war unglaublich cool und wir hatten einen guten Führer der uns viel erzählen konnte. Wir durften auch Fotos schießen aber leider keine veröffentlichen. Außerdem dürfen wir auch keine näheren Angaben über den Ort und wie er jetzt genau aussieht machen. Ihr könnt euch aber auf tolle Fotos freuen wenn wir wieder da sind!

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Nach der Tour gab es noch eine kurze demonstration im Schafe scheren

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Zum Abschluss durften wir noch Lämmer füttern und halten

Ein toller Tag ging nun zur Neige. Wir machten leider den Fehler bei KFC zu essen und erlitten eine ekelige Fettvergiftung, die uns jeden weiteren Verzehr von frittierten Hühnchen auf lange, sehr lange Zeit unmöglich machte. Selbst jetzt beim Schreiben kommt der Ekel wieder hoch.

Spät abends hielten wir auf einem Campingplatz an einem See und konnten uns über unser erstes free-campen in Neuseeland freuen.