Archive for the ‘Thailand’ Category

Koh Tao, die Tage im Island Dive Club

Donnerstag, März 25th, 2010

Koh Tao (19.03.10 – 22.03.10)

Als wir am Strand abgesetzt wurden, standen wir erst mal unschlüssig da. Alle Läden hatten noch geschlossen und wir hatten keine Ahnung wo wir hin sollten. Also schlossen wir uns zwei Franzosen an, die einen Tauchkurs im Koh Tao Island Dive Club gebucht hatten. Freundlich wurden wir dort aufgenommen und beschlossen ebenfalls dort unseren Tauchkurs zu machen, da die Bungalows für vier Nächte umsonst waren, was eine Ersparnis von 2000 Baht bedeutete.

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Blick von unserem Bungalow aus – ja zum neidisch werden 🙂

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Unser Bungalow

Wir richteten uns in unserem Stelzenbungalow ein und erkundeten erst mal die Promenade. Alles ist hier viel touristischer und somit auch teurer. Etwas abseits des Getümmels entdeckten wir schließlich ein etwas schäbiges Thairestaurant was unsere Erwartungen von Preis-Leistung erfüllte. Unsere mühsam zusammengeklaubten Vokabeln nützten uns hier allerdings recht wenig, da sie kein Wort verstanden. Wir schafften es schließlich zwei Gerichte zu bestellen: Masaman-Curry und Red-Curry. Leider konnten wir nicht in Erfahrung bringen wie scharf denn nun die Currygerichte sein werden. Aber wir mussten auch nicht lange warten, da bekam Isa eine wunderbar duftende Schale mit gelben Curry und eine Portion Reis dazu. Gespannt nahm sie den ersten vorsichtigen Bissen. Plötzlich erstarrte ihr Miene und sie guckte mich mit einem Undefinierbaren Blick an. „Flo, ich brauche was zu trinken. Bier! Das Zeug ist tierisch scharf!“ Auch Flo nahm nun einen Löffel und schritt danach gleich zum Kühlschrank um ihm eine große Flasche Chang zu entnehmen. Isa hatte nicht übertrieben. Mit der richtigen Menge Reis war die Schärfe jedoch gut zu ertragen und das Gericht erwies sich als köstlich. Das Red-Curry war nicht so scharf aber ebenfalls sehr lecker. Mit brennenden Schleimhäuten und verschwitzten Shirts gingen wir dann wenig später zum Strand um uns in die hoffentlich kühle See zu werfen.

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Sai Ree Beach

Der Sand war wunderbar fein und das Wasser klar und türkisfarben. Als ich nun hinein schritt nahm ich erfreut war, dass das Wasser auch eine angenehme Temperatur besaß, nur 29°. Im Ernst, im Vergleich zur Lufttemperatur war es wirklich erfrischend. Nach 20 Metern Wasser fing das Korallenriff an und überall waren kleine und größere Fische zu sehen in den verschiedensten Farben. Wenn man zu lange an einer Stelle verharrte, konnte es passieren, dass sich die kleinen Biester bedroht fühlten. Dann schossen sie plötzlich wie ein Pfeil voran und rammten einen. Also Flo dann aus dem Wasser kam war sein erster Kommentar: „Ich brauche einen Schnorchel! – gesagt getan. Nun besitzen wir einen Schnorchel samt Maske den wir mit zu jedem Strand mitnehmen.

Unser Tauchkurs fing am nächsten Tag bereits um 7 Uhr morgens an. Zu unserer Freude waren wir die einzigen Teilnehmer des Kurses. Unser Tauchlehrer Matt hatte sich vorgenommen besonders fix mit uns zu arbeiten. Und so arbeiteten wir nonstop unsere Theorie durch. In der Mittagspause gingen wir kurz was essen bevor unsere erste Tauchstunde beginnen sollte. Unser Restaurant hatte einen wunderschönen Blick auf die Bucht. Nach über einer Woche thailändischem Essen gönnten wir uns an diesem Mittag mal wieder westliche Kost. Isa aß einen Pancake und Flo bestellte sich einen Burger. Nicht nur das er echt mal schlecht schmeckte, nein, er sollte ihm auch noch an diesem Tag zum Verhängnis werden.

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Mit dem Long Tail zum Tauchboot

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Auf dem Tauchboot

Mit einem Long Tail Boat fuhren wir zu unserem Tauchboot, dass uns zu unserer ersten Tauchstation führte: White Rocks. Auf dem Boot legten wir uns unsere Wetsuits, Tarierjacket, Bleigewichte, Flossen, Taucherbrille, Flasche, Regulator, etc. an. Dann war es soweit. Ein mutiger Schritt und plumps waren wir im Wasser. Regulator in den Mund, Brille über Augen und Nase schwammen wir mit dem Gesicht nach unten los. Das Wasser ist hier so klar, dass man problemlos bis auf den Grund sehen kann. Unter uns waren auch schon einige Taucher die über den Meeresboden glitten. Fasziniert beobachteten wir die Unterwasserwelt mit all ihrer Pracht. Die Korallen erleuchteten in den verschiedensten Farben und etliche Fischschwärme begleiteten uns auf unseren Weg. Im flachen Wasser machten wir die ersten Übungen. Bsp: Man taucht mit dem Kopf unter, nimmt die Maske vom Gesicht und setzt sie sich wieder auf. Unter Wasser füllt man sie wieder mit Luft auf und drückt sie ans Gesicht. Fertig! Eine anfangs doch sehr ungewohnte Übung, die ins im weiteren Verlauf des Kurses aber noch großen nutzen erweisen sollte. In diesem Stil ging es dann erst mal weiter und wir übten ca. 20 Skills. Während einer der letzten Übungen begaben wir uns etwas tiefer ins Wasser, vielleicht 3 Meter. Matt schwamm mit Isa voraus und macht eine Übung. Plötzlich merkte Flo ein Drücken in der Magengegend. Schnell (in dieser Tiefe noch kein Problem) schwamm er zur Oberfläche zurück. Wenig später sah er sein Mittagessen in hohem Bogen von sich weg schießen. Die Fische freute es. Blitzartig kamen sie auf es zu und vertilgten es erneut. Witziger Anblick, aber lachen konnte Flo trotzdem nicht. Es ging ihm vom einen auf den anderen Moment richtig schlecht, sodass wir ohne abschließenden Tauchgang zum Schiff zurückkehrten. Nach ein wenig Schlaf auf dem Sonnendeck ging es dann wieder etwas besser, als wir in unsere Bucht einliefen. Da Isa in der Sonne eingeschlafen ist, hat sie sich einen Sonnenbrand zugezogen (als ich einschlief lag ich im Schatten, aber das Boot hat seinen Kurs geändert und somit auch der Schatten sein Platz…). Die Sonne hat uns aber auch den ganzen Tag zum kochen gebracht! Den Rest des Abends konnte mit nichts anderem mehr als mit Gammeln verbracht werden.

Am nächsten Tag setzten wir unseren Kurs fort. Zuerst Theorie und dann ging es wieder unter Wasser. Diesmal standen 12 Meter auf dem Plan. Wieder fuhren wir zu der Tauchstelle White Rocks. Diesmal war ein Tauchgang ohne Übungen angesetzt. An einem Seil glitten wir langsam in die Tiefe. Das Wasser war so dermaßen klar! Das muss man erlebt haben. In der Ostsee zu tauchen muss echt mal trostlos dagegen sein (Keine Sorge Naty, du kommst auch noch in den Genuß). Am Grund angekommen schwamm unser Tauchlehrer voraus und zeigte uns wir sollen folgen. Nur ein Blick nach oben verriet uns wie tief wir waren. Verdammt tief. Das Boot war nur noch als kleiner Schatten zu sehen. Vorsichtig glitten wir über den Grund. Ein bisschen nervös waren wir schon. Wenn hier etwas schief ging konnte man nicht eben mal so wieder auftauchen. Es hieß also Ruhe bewahren. Nach kurzer Zeit füllten sich unsere Taucherbrillen mit ein wenig Wasser. Schnell kamen uns die Übungen des gestrigen Tages wieder in den Sinn. Also, Taucherbrille oben fest gegen die Stirn drücken und unten lösen. Nur nach oben sehen und durch die Nase ausatmen. Zack hatten wir wieder klare Sicht. So schwammen wir nun dicht über den Grund weiter. Plötzlich deutete unser Tauchlehrer auf etwas. Wir schlossen zu ihm auf und konnten zwei still im Wasser verharrende Clowfische (besser bekannt als Nemos ;oP) erkennen. Wie Geil! (Eine andere Tauchschülerin hat auch einen ganz kleinen Clownfisch gesehen). Als hätten sie auf uns gewartet. Viele andere Fische kreuzten noch unseren Weg, bis wir nach 45 min. wieder auftauchten. Begeistert begaben wir uns wieder an Bord, begierig zu unserem nächsten Tauchplatz aufzubrechen, Twins. Leider war die Sicht dort nicht mehr so gut. Aber immer noch gut genug um einige spannende Sachen zu beobachten. So haben wir eine Seeschlagen, Trigger-Fische („nicht stehen bleiben und beobachten sondern immer schön vorbeischwimmen sonst greifen diese Fische an“ wurden wir im Vorfeld gewarnt. Und was machen Fliso? Klar doch: Wo ist der Fisch? Ach ja dort! Toll! – ähmm ja an das Vorbeischwimmen wurden wir nur durch Handzeichen von Matt erinnert, wir waren einfach zu fasziniert. Aber nichts ist passiert liebe Eltern!), Baracudas und kleine Oktopusse gesehen. Am Ende waren wir sehr erschöpft und blieben nicht lange auf dem Koh Tao Festival. Wieder einmal ging es früh zu Bett.

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Flo`s „Gute Nacht-Bier“ auf dem Koh Tao Festival

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Welcome to Avatar…

Am nächsten Morgen hatten wir bereits unsere schriftliche Prüfung, die wir beide locker bestanden haben (Isa 92%, Flo 94%). Jetzt erwartete uns unser letzter Tauchtag. 18 Meter waren geplant. Zuerst ging es ins Tauchgebiet South West. Auch hier war die Sicht nicht so gut (wahrscheinlich jammern wir gerade auf ziemlich hohem Niveau). Trotzdem gab es wieder viel zu sehen. Besonders auf unserem Tiefenmesser der zwischenzeitlich 22 Meter anzeigte. Unsere zweite Tauchlokation hieß Shark Island.

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Koh Tao vom Boot aus

Ich würde jetzt gerne von bedrohlichen Begegnungen mit der Spezies Hai berichten, aber keiner ließ sich blicken (Selbst wenn, wären die dort anzutreffenden Exemplare völlig ungefährlich). Dafür haben wir ein paar andere verdammt große Fische sehen können. Mit verdammt groß meine ich über einen Meter! Nachdem wir ein besonders großes Exemplar einer Wasserschlage erblicken konnten, war unser Tauchlehrer plötzlich weg. Auch Isa und ich verloren uns aus den Augen. Was nun? Verzweifelt blickten wir uns um. Nach einigen bangen Sekunden fanden Isa und ich uns wieder. Wir warteten noch eine Minute, aber Matt kam nicht wieder zurück. Also tauchten wir auf. Nach kurzer Zeit erschien Matt neben uns. Zum Glück war unser Boot nicht weit entfernt und wir schwammen gemeinsam hinüber.

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Die Flow-go-Bombe goes Deep blue sea

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Isa hat sich ohne Wetsuit unter Wasser getraut

Isa war inzwischen dank des relativ starken Seeganges Seekrank geworden und legte sich kaum an Bord angekommen aufs Sonnendeck. Das waren drei anstrengende Tage gewesen. Am Abend stellte uns Matt noch unsere Tuchlizenz aus. Das musste gefeiert werden. Also gingen wir in ein schönes Restaurant mit Meerblick und bestellten uns White Snapper. Später kam noch Nico, den wir am ersten Tag auf Koh Tao kennengelernt haben, dazu. Dank ihm haben wir unseren neuen Lieblingsdrink gefunden: Coconut-Banana-Shake. Thanks Nico!

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Herr Florian mir unserem neuen Lieblingsgetraenk: „2 Coconut-Banana-Shakes please“
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Blick von der Promenade bei Sonnenuntergang

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Stelzenbungalow…

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Shark Bay

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Blick auf Nang Yuan Island (mehr …)

Unsere Verschleppung nach Koh Tao (Nicht ernst nehmen)

Mittwoch, März 24th, 2010

(Zu den Bildern von Koh Tao gibt es jetzt auch den Text. Ein Beitrag weiter unten. Neue Fotos zum Text Der Weg zu den Inseln)

Nach viereinhalb Stunden Bahnfahrt sind wir (wie immer) völlig verschmotzt in Chumphon angekommen. Anstatt eine Nacht dort zu verbringen, haben wir uns entschlossen die Nachtfähre nach Koh Tao zu nehmen. Mit Sack und Pack steigen wir auf die Ladefläche des Pickups, der uns zum Pier bringen soll. Nach einigen Minuten verlassen wir plötzlich die Stadt. Dunkelheit umgibt uns. Kein Zeichen von menschlicher Zivilisation, bis auf die Straße auf der wir fahren. Beunruhigt schauen wir uns an. Im Geiste geht jeder wohl schon die Summe durch, die jeder von uns an Lösegeld wert sein könnte. Auf einmal durchbrechen wir die Dunkelheit und ein kleines Pier taucht vor uns auf. Wir sind erleichtert, allerdings nur für kurze Zeit. Was wir sehen sind alte rostige Kähne und wenige mürrisch dreinblickende Hafenarbeiter. Der Wagen hält an. Warum? Hier werden wir wohl kaum unsere Nachtfähre finden. Unser Fahrer steigt aus und erklärt uns dass wir da sind. Ungläubig gucken wir ihn an. Zwangsverschiffungs-/Entführungsszenarien umspielen meinen Geist. Wo wollen sie uns hinbringen, was haben sie mit uns vor. Langsam ergreife ich mein treues Taschenmesser und drücke mir den Hut tief in die Stirn. Bereit gegen dieses Schicksal zu kämpfen. Zunächst zeige ich mich gefügig um kein Misstrauen zu erwecken. Ich helfe Isa beim aussteigen, bin aber jederzeit bereit mit einem Roundhousekick alles und jeden nieder zu mähen. Der Fahrer deutet auf zwei Leute, die so tun als würden sie die Fahrkarten nachsehen. Diese listigen Teufel, sie haben auch an alles gedacht. Aber ich spiele dieses Spiel mit. Vielleicht kann ich dadurch noch ein paar nützliche Informationen sammeln. Wir steigen auf die Fähre, welche voll beladen ist. Jede Menge Obst, Sand, Lebensmittel, Steine… Alles was man braucht um ein geheimes Lager am Leben zu erhalten. Ein Thai zeigt uns den Weg in unsere Unterkunft. Ein Schlafsaal mit 30 Betten erwartet uns. Nur wenige sind bereits belegt. Wer wohl die anderen seinen mögen für die diese Betten vorgesehen sind. Man lässt uns in Ruhe. Offenbar will man uns in Sicherheit wiegen. Wir belegen zwei Betten. Nach und nach kommen noch weitere Europäer. Sie sind in freudiger Erwartung. Sie ahnen wohl noch nicht welches Schicksal sie erwartet. Mitleidig blicke ich sie an und schließe meine Augen. In der Nacht wenn alle schlafen werde ich mit Isa fliehen!

Ich wache vom starken Seegang auf. Langsam torkel ich zur Reling. Verdammt! Diese Wellen machen unsere Flucht unmöglich. Das würden wir nicht überleben. Aber was kann uns anderes schon erwarten. So erscheint der sicher Untergang durch die Flucht ein adäquates Schicksal im Angesicht zu der Gefangenschaft die uns erwartet. Seelig schläft Isa in ihrer Koje. Nein, das kann ich ihr nicht antun! Wir müssen uns erst mal fügen. Vielleicht erhalten wir zu einem späteren Zeitpunkt noch die Möglichkeit zu entkommen. Heute Nacht jedenfalls sollten wir schlafen und unsere Kräfte schonen.

Noch bevor die Sonne aufgeht laufen wir in einem Hafen ein. Jetzt ist es soweit. Gemeinsam mit den anderen verlassen wir das Schiff. Keiner scheint sich um uns zu kümmern. Diese Verschlagenheit entsetzt selbst mich. Immer noch versuchen sie uns in Sicherheit zu wiegen. Aber warum? Was erhoffen sie sich dadurch. Aber egal, umso besser für uns. Solange wir nicht in Ketten liegen können wir fliehen. Mit fünf anderen nehmen wir uns einen Jeep und lassen uns zum Strand fahren. Überall stehen wunderschöne Bungalows. Palmen umsäumen die Straßen. Wir sind da. Ein weißer Sandstrand erwartet uns und türkisfarbenes Wasser verstärkt diese wunderhafte Pracht. Romantisch schaukeln ein paar Boote durch die zarten Wellen. Alles erscheint wie aus dem Märchen und jeder andere Mensch auf dieser Welt wäre glücklich sich an solch einem Strand hinlegen zu dürfen, aber es ist zu schön um wahr zu sein. Selbst ein goldener Käfig ist immer noch ein Käfig. So verbringe ich nun missmutig meine Tage auf Koh Tao, trinke eisgekühlte Kokosnuss-Bananen-Shakes, faulenze in der Sonne, gehe tauchen, vertilge köstliche Speisen, lese relaxt Bücher und tue so als würde mir das alles gefallen. Aber ich will nicht meckern, ich werde mein Schicksal weiterhin standhaft ertragen…

Der Weg zu den Inseln…

Freitag, März 19th, 2010

Ayutthaya (13. – 14. Maerz)

Wir sind in einem freundlichen Guesthouse untergebracht worden, dass früher mal ein Thai-Massagestudio gewesen sein muss. Es hat sich wohl noch nicht rumgesprochen, dass dieses Guesthouse existiert, denn wir waren die einzigen Gäste.
Zum ersten Mal haben wir die super praktische Klo-Dusch Kombination kennengelernt. Eigentlich wie bei uns in Deutschland, nur dass es hier kein Duschvorhang gibt und einfach alles Nass wird. Spart man sich das Spülen des Klos 😉
Die Stadt ist eine Mischung aus alten Tempeln und zerfallenen Häusern. In einem Parkgelände erstrecken sich die Ruinen der ehemaligen Haupstadt Siams. Die teilweise bis zu 700 Jahre alten Bauten lassen erahnen in welcher Blüte Ayutthaya einst stand. Sehr geil!
Wäre die extrem krasse Hitze nicht gewesen, hätten wir uns mit Sicherheit noch länger als einen Tag dort aufgehalten. So blickten wir jedoch mit unseren schweißgetränkten Augen neidisch den Japanischen Touristen nach, die sich unter einem Sonnenschirm und von einem Elefant getragen, durch den Park bewegten. Später erwartete uns noch eine Elefantenshow. Die großen Viecher können ja mal richtig abgehen. Einer schien besonders viel Spaß gehabt zu haben. So nickte er während der Musik die ganze Zeit krass mit dem Kopf zum Beat. Aber selbst dieses Highlight und die grünen Crêpes mit faseriger Füllung (Was haben wir das gegessen liebe San?! Es schmeckte total chinesisch :o) ) konnten unseren Abgang nicht mehr verhindern. So setzen wir am Nachmittag mit einer kleinen Holzfähre für je 4 Baht (10 Cent) über den Fluss um den Bahnhof zu erreichen. Vor uns lagen sechs schier endlosen Stunden Bahnfahrt.
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Ruine in Ayutthaya

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Ein Reisfeld auf dem Weg

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Blick aus dem Zug

Ratchaburi (14. – 15. Maerz)
Das wir überhaupt dort angekommen sind grenzt schier an ein Wunder. Selbst der Schaffner konnte uns nicht sagen welche Station Ratchaburi ist und auf den Bahnsteigen stand alles nur auf Thai. Irgendwie erreichten wir doch die Stadt und suchten uns dort ein Hotel mai päng (günstig). Die in unserem Reiseführer als das beste Hotel der Stadt bezeichnete Unterkunft schien früher mal ein Knast gewesen zu sein. Die Zimmer waren aber sauber und der Preis stimmte. Vom Hunger getrieben besuchten wir den Nachtmarkt mit all seinen Leckereien. Besonders die Zubereitungsgeschwindigkeit der Speisen war beeindruckend. Wir probierten viele neue Sachen aus unter anderem einen extrem geilen Smoothie. Witziger weise trinken alle Thai ihre to go-Getränkte aus kleinen Plastiktüten mit Strohhalm (Hey Björn, damit koennte sich the coffee shop eindeutig von der Konkurrenz abheben ;oP – iced latte to go in ner Plastiktüte mit Strohhalm). Das wollten wir auch. Was wir allerdings bekamen war ein Getränk im normalen to go-Becher :o(

Der Ausflug nach Damnoen Saduak (15. Maerz)
Am nächsten Tag standen wir um 5 Uhr morgens auf, da wir den schwimmenden Mark besuchen wollten. Unterwegs lernten wir Andi und Kathrin aus Wien kennen, mit denen wir uns auch ein Boot auf dem Markt liehen. Wir schipperten also durch einen schmalen Kanal gesäumt von allerlei kleinen Geschäften am Rand. Auch in kleinen Booten wurden Speisen zubereitet und verkauft. Eine verdammt coole Angelegenheit.
Zurück in Ratchaburi gingen wir wieder ins Food Center. Lecker Klebreis mit Mango und Kokosnussmilch! Unsere neueste Entdeckung war ein salzig-süßer-Kokos-Mais-Glibber. Die Thais haben es essensmäßig echt mal richtig drauf! Man muss sich nur trauen, dann lernt man die tollsten Sachen kennen! Außerdem haben auch die Thais ihre Freunde daran dir neue Sachen zu zeigen; wenn wir unentschlossen vor einem Stand stehen passiert es nicht selten, dass wir eine Kostprobe bekommen.
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Talat Nam (Schwimmender Markt)

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Blick auf ein Boot des Talat Nam

Prachuap Khiri Khan (15. – 18. Maerz)
Die Bahnfahrt zu diesem schönen Badeort war die beschissenste Fahrt ever. Heiß, stickig, dreckig und nicht endend. Meine schönes Hemd (Hier spricht Flow! Verneigt euch!) ist auf der Fahrt derart dreckig geworden, dass selbst 40 gr. Vanish Oxyaction nichts gebracht haben (Isa war schockiert als diese Wunderwaffe nicht funktionierte und will demnächst mal mit Chlorbleiche an die Flecken ran). Die einzige Möglichkeit sich während der Bahnfahrt etwas abzukühlen ist am offenen Fenster zu sitzen. Die Luft scheint aber derart verschmutzt zu sein, dass man nach kürzester Zeit vor Schmotz (Nein, das ist kein Tippfehler. Wir nennen diesen orange-braunen Dreck Schmotz und ihn vom üblichen Dreck, wie er sich z.B. immer noch immer wieder an Flo´s linken großen Zeh befindet, unterscheiden zu können) trieft.
Unser Hotel ist ein echt cooler Laden der von einer Thaifamilie geführt wird. Die Männer sehen allerdings alle wie Indianer aus. Die Zimmer sind relativ groß, mit eigener Klo-Dusch Kombi. Eine kleine Bar lädt zum verweilen ein. Die Leute können ziemlich gut Englisch sprechen und sind sehr an einem Interessiert. Der Badestrand (Ao Manao – Limonenbucht) ist fest in Thai Händen. Wir waren fast die einzigen Bleichgesichter.

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Isa chillt am Strand

Das witzige ist, dass das Militär diesen Bereich verwaltet. Das heißt, dass wir uns erst mal in dem zuständigen Büro in eine Liste eintragen und wieder austragen müssen. Überall wimmelt es von Soldaten, aber das scheint normal zu sein.
Das Schwimmverhalten der Thais ist etwas merkwürdig. Die Erwachsenen gehen gar nicht ins Wasser und die Jugendlichen schwimmen alle in ihren Klamotten. Man wurde schon ziemlich angeglotzt wenn man es nicht gleich tat. Besonders dann, wenn man aufgrund der Blässe wie ein Spiegel das Sonnenlicht reflektiert.
Das Wasser ist hier relativ klar und piewarm! Wenn man Erfrischung braucht, sollte man lieber in den Schatten gehen.
Kulinarische Highlights waren am Foodcenter der (gebratene) Reis und vor allem die dazu gereichte klare Brühe (30 Baht) (Isa bestand darauf alle drei Abende dort ihr Abendessen zu sich zu nehmen) sowie die frischen Fruchtshakes. An den Ständen in der Stadt gab es geilen Klebreis mit Mango, Schleim und Kokospaste.

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Dunkeler Klebreis mit Kokospaste

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Klebreis in Bambus geroestet
Ein weiteres Highlight war der Affenberg. Die Tempel auf dem Berg befinden sich fest in den Haenden der kleinen listigen Biester.

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Affen

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Noch mehr Affen

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Der Ausblick vom Affenberg

Insgesamt hat es uns hier sehr gut gefallen und das vor allem wegen der wenigen Touristen.

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Flo am Strand von Prachuap Khiri Khan

Bangkok allgemein

Donnerstag, März 18th, 2010

Insgesamt hat uns Bangkok nicht so gut gefallen.

1. Die Leute dort sind zu aufdringlich. Jeder spricht dich an und jeder will nur dein Bestes, dein Geld. Und das möglichst in rauen Mengen. Das Wort mai (nein) scheint es für einige Personen nicht zu geben.

2. Am schlimmsten sind die Tuk Tuk-Fahrer. Ihre Dreistigkeit scheint keine Grenzen zu haben. Also, traut ihnen nicht und wendet immer die Formel an: Der angegebene Preis des Tuk Tuk-Fahrers druch 3. Dann hat man annähernd einen guten Preis für die Fahrt herausgeschlagen.

3. Die Touristenecken sind immer laut und überfüllt. Die Khaosan Road ist vereint alle schlechten Eigenschaften Bangkoks. Man sollte sie zwar unbedingt gesehen haben, aber nicht dort wohnen.

4. Die schlechte Luft ist zusätzlich zu der Hitze kaum zu ertragen. Zwar ist dank des Smogs der Himmel etwas stärker bedeckt und die Sonne dadurch nicht mehr so heiß, aber geil ist das auch nicht.

5. Die Stadt ist echt mal dreckig!

 

Aber wir haben nicht nur negatives mitgenommen.

1. Das Essen ist echt geil! Die Auswahl ist riesig und die Preise meistens sehr klein!

2. Auch wenn es sehr schwierig ist die öffentlichen Verkehrsmittel zu finden oder gar zu verstehen, waren sie für uns dennoch ein Highlight. Nicht wegen des Komforts sondern wegen der abenteuerlichen Fortbewegung. Fliegende Busse und rauschende Fähren. Preislich Top!

3. Das Shoppen war zwar etwas schwierig, da man schlecht erkennen konnte wer einen übern Tisch ziehen will, aber das Feilschen hat ganz gut geklappt. Auch die Ausbeute hat gestimmt. Seidenschal und Chucks begleiten unseren weiteren Weg.

Bangkok

Freitag, März 12th, 2010

Bangkok (10. – 13. Maerz)

So Ihr Lieben,

nach Abschiedsfeier, Abschiedsbrunch  und kurzfristigem Durcheinander am Flughafen, sind wir nach einem viel zu langen Flug endlich in Bangkok angekommen. Schon auf dem Flug von Hamburg nach Duesseldorf haben wir zwei weitere Thailandurlauber  – Arne und Antigone – kennengelernt. Zusammen mit ihnen haben wir uns von einem thailaendischen Taxifahrer uebers Ohr hauen lassen. Zuerst erschienen uns 700 Baht (17,50 Euro) ein fairer Preis zu sein, doch mittlerweile haben wir gecheckt, dass Thailand echt verdammt guenstig ist. So bekommt man ein gutes Mittagessen bereits fuer 20 Baht (45 Cent) und FlipFlops fuer 55 Baht (1,20 Euro). Heute Abend (Tag 3) wollen wir uns mal auf einem grossen Markt ans Feilschen machen um noch weniger ausgeben zu muessen :o)

Tag 1 – keine Ahnung von nichts
Da wir uns ja prima auf diese Reise vorbreitet haben, haben wir gaaaanz einfallsreich die Khao San Road als unseren ersten Anlaufpunkt gewaehlt. Dort naechtigen wir direkt in aehhm neben einer Disco mit interessanter Musikauswahl. Aber das ist uns voellig egal, denn wenn man den ganzen Tag unterwegs ist und am Abend voller Erschoepfung ins Bett faellt, dann koennen die Blak Eyed Peas sich so lange in der Mitte der Strecke treffen wollen wie sie moegen.
Nachdem wir unsere Sachen im Zimmer abgeladen haben, sind wir uns die Umgebung anschauen gegangen. Wir haben gaaaanz in der Naehe eine total schoene Strasse gefunden wo man lecker essen und ein Bierchen trinken kann (bislang ausprobiert: Chang und Tiger – Urteil: lecker), denn ueberall gibt es Garkuechen auf Raedern. Ganz nebenbei haben wir dann gut versteckt (in der Katzen-PiPi-Strasse) das Sor Vorapin Gym gefunden. Flo hat sich mittlerweile gegen die Thai-Box-Stunde entschieden, wegen der Temperaturen von 30 Grad im Schatten.
Dann haben wir uns auf den Weg zum Fluss gemacht. Die Elbe scheint auf jeden Fall schmutziger zu sein, denn dort steigt niemand mit Seife rein und waescht sich und seine Waesche, oder haben wir das bloss noch nicht gesehen…?
Nach einem Mittagsschlaefchen von knappen 3 Stunden sind wir am Abend noch mal raus ins Gewusel der Strassen und haben Kao Phat Gai (Gebratener Reis mit Huhn) und Tom Kha (Kokossuppe) gegessen. Wie die Toten sind wir dann ins Bett gefallen und haben uns von einem sanften Beat ins Reich der Traeume entfuehren lassen.

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Khaosan Road bei Nacht
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Isa vor goldener Statue in einem Tempel nahe der Khaosan Road

Tag 2 – Chinatown und Shoppingcenter
Wie die echten Thais haben wir ein leckeres Fruehstueck bestehend aus Reissuppe mit Gemuese und viel Knoblauch genossen. Echt schoen mal den Tag mit ner Knoblauchfahne zu beginnen. Es kommen uebrigens nicht alle mit dem Essen so gut klar wie wir. Als ich (Flow) in der Nacht noch mal auf Toilette war, hoerte ich jemand Zaehne putzen und fand den Grund dazu wenig spaeter im Waschbecken liegen. Eine echte Verschwendung von gebratenen Nudeln…
Am zweiten Tag wollten wir uns Chinatown ansehen. Wir sind also wieder zum Fluss und haben eine Faehre genommen (13Baht Pro P. Rechnet es selber aus.). Dort haben wir viele Maerkte und viele dreckige Strassen gesehen. Das im Reisefuehrer versprochene Krokodilbecken haben wir leider nicht gefunden. Es ist sowieso echt schwer sich in der Stadt zurecht zu finden. Besonders abseits der Touristenwege kann man sich schnell mal verlaufen. Aber ein Tuk Tuk oder ein Taxi ist immer in der Naehe und deren Fahrer begierig darauf einen zu befoerdern. Also ab ins Taxi und zum MBK Shopping Center. Dort warteten Arne und Antigone auf uns. An sich sind die Shopping Center genauso wie bei uns und fast genau so teuer (also kein Grund dahin zu gehen) aber die Klimaanlage war das entscheidenste Argument dort laenger zu verweilen. Irgendwann sind wir dann aber wieder los und mit dem Taxi zum Lumpini Park (alle Taxen sind klimatisiert, ein Punkt gegen das Tuk Tuk). Gruenanlagen sind in Bangkok spaerlich und deshalb haben wir uns dort etwas erholt. In den Teichen im Park findet man mehr oder weniger gefaehrliche Tiere. Unter anderem extrem grosse Leguane und Schildkroeten.
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Das Ungeheuer vom Lumpini-Park

Abends haben wir Arne und Antigone zum Bahnhof gebracht, denn fuer sie ging es schon nach Ko Tao (fuer uns wohl erst in 5 Tagen – ihr seht genaue Planung ist nicht geplant).
Ein weiteres Highlight des Tages war die Busfahrt zurueck zur Khaosan Road. Das es ueberhaupt oeffentliche Busse gibt wollte ich (Flo) erst nicht glauben. Aber relativ schnell gelangten wir an die richtige Bushaltestelle und setzten uns auf den Kantstein um zu warten. Irdengwann fuhr unser Bus vor, hielt nicht an, oeffnete seine Tueren sodass die Fahrgaeste schnell raus- und die neuen schnell reinspringen konnten. Auch wir schafften es hinein. Den Fahrkomfort des Busses kann man sich wie den eines alten riesigen Go-Karts vorstellen, gepaart mit der Fahrweise eines geisteskranken (so fahren alle Verkehrsteilnehmer uebrigens). Sehr Geil!

Das waren die ersten beiden Tage.

Sonnige Gruesse, Isa und Flo

P.S. Schoenen Winter noch :oD