Nordthailand

Nordthailand (11.05.-17.05.)

11.05. Chiang Mai

Die Reise war anstrengend gewesen und wir waren sehr kaputt, als wir unser Zimmer bezogen. Unser Halt in Kuala Lumpur war so richtig Scheiße gewesen. Flo hatte sein Portemonnaie verloren, wahrscheinlich im Flugzeug. Es dauerte eine Weile, bis er einen Hilfsbereiten Mitarbeiter von Air Asia gefunden hatte. Doch leider konnte das Portemonnaie nicht aufgefunden werden. Wir mussten also Flo´s Kreditkarten sperren lassen. Nach diesem Mist waren wir hellwach und gingen zu Macces. Irgendwann später schliefen wir dann eine Stunde auf dem harten gefliesten Boden, der uns relativ bequem vorkam (wahrscheinlich, weil wir so fertig waren). Der Flug nach Chiang Mai ging länger als wir dachten, aber auch das überstanden wir. Mit riesigem Hunger gingen wir dann ins Erstbeste Restaurant und liefen danach etwas in der Stadt herum. Aber wir waren zu kaputt um groß was zu machen und genossen stattdessen einen langen Mittagsschlaf.

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Nachdem wir auf einem Nachtmarkt essen waren, schlenderten wir noch in der Gegend herum. Als wir an einem secondhand Bücherladen hielten, spielte sich auf der anderen Seite der Straße eine krasse Scene ab. Eine Frau war mit einem Mann im Gerangel. Beide hielten eine Handtasche fest, die offensichtlich der Frau gehörte. Sie schrie und versuchte ihm die Tasche zu entreißen. Die Leute um sie herum guckten nur zu. Sie schrie immer weiter und rief um Hilfe. Plötzlich verpasste sie dem Kerl, der schon etwas älter war, einen harten rechten Schwinger. Flo lief auf die andere Seite der Straße um der Frau zu helfen. Es stellte sich aber heraus, dass die Frau dem Mann wohl Geld schuldete und einfach abhauen wollte. Sehr strange.

Bevor wir wieder aufs Zimmer gingen, hielten wir noch an einem kleinen Massagestand an der Straße und ließen uns eine halbstündige Fußmassage geben. Isa hatte Glück, ihr Masseur war professionell und hatte schon mehrere Jahre in Europa als Masseur gearbeitet. Die Frau die Flo massierte, hatte es wohl erst am Tag zuvor gelernt. Am nächsten Tag wollen wir in ein richtiges Massagestudio gehen.

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Auf dem Nachtmarkt

12.05. Massage

Wir hatten uns dafür entschieden, uns von Blinden massieren zu lassen. Im Reiseführer wurde dies besonders empfohlen. Eine Stunde lang wurden wir mit Öl massiert. Diesmal hatte Flo das Glück den besseren Masseur abbekommen zu haben. Besonders seine Ellenbogen-in-Rücken-Technik war der Oberhammer. Seit Sydney war Flo im Rücken und Nackenbereich komplett verspannt und nach der Massage schien es endlich besser zu werden.
Für die nächsten Tage buchten wir uns eine Thai-Kochkurs und einen Ausflug in den Elephant Nature Park.
Abends fanden wir eine nette kleine Bar, die Mojitos für 50 Baht (1,20 €) anboten. Wer kann da schon nein sagen 😉
Nach jeweils zwei Mojiti und für Flo noch etwas Bier, gingen wir ordentlich angesuselt in unser Hostel.

13.05. Kochkurs

Sechs Gerichte in Sechs Stunden. Es erwartete uns eine Koch-/Fressorgie. Zuerst fuhren wir zur Kochschule und wurden etwas in die hiesigen Gewürze eingeführt. Dann ging es los, unser erstes Gericht war eine Suppe mit Fleischklößchen. (Jedes Gericht wurde uns einmal vorgekocht und wir kochten es dann jeder einzeln nach). Hört sich jetzt nicht so thailändisch an, aber das Würzen mit Fischsoße und Korrianderwurzel machte den Unterschied!

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Das war schon mal ein richtig geiler Vorgeschmack. Es ging weiter mit dem Klassiker, Frühlingsrollen. Es folgte unser Highlight, Red Curry with Roasted Duck. Das aßen wir zusammen mit Strifried Chicken with Ginger.

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Es war einfach nur verdammt geil! Aber bereits jetzt konnten wir unsere Gerichte nicht mehr aufessen und es folgten noch zwei. Das nächste war nicht so gut, obwohl es schon cool war, da wir Chicken in einem Blatt (Pandanas) einwickeln müssten. Der Abschluss war dann Sticky Rice Mango, eines unserer liebsten Gerichte auf unserer Reise.

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14.05. Elefanten

Auf diesen Tag hatten wir uns schon sehr gefreut. Wir fuhren zu einem etwas außerhalb gelegenen Elefantenpark, der sich deutlich von den anderen in der Umgebung unterschied. Dort gab es kein Elefantenreiten oder eine Zirkusshow. Die Leiterin des Parks (Lek) hat etwas ganz anderes im Sinn. Ihr Anliegen ist es die Elefanten zu schützen und nicht für Arbeit zu missbrauchen. Später mehr dazu.
Als erstes durften wir Elefanten füttern. Es sind echt mal riesen Mengen die diese Viecher fressen können und mache werden ungehalten, wenn man ihnen nicht schnell genug das Essen reichte. Auf dem Speiseplan stand Kürbis, Wassermelone und Gurken. Flos Elefant war jedoch sehr wählerisch und schmiss die ihm gereichten Kürbisse einfach weg. Als Flo ihr daraufhin nichts mehr reichte, fing sie zu trompeten an. Aber die erzieherische Maßnahme wirkte.
Isa hatte es mit Faa Mai zu tun, einem 2 jährigen süßen Babyelefanten. So ein schnuckeliges Ding! Das füttern dauerte einige Zeit, da Isa alles für Faa Mai kleine machen musste.

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Als nächstes ging es mit dem Füttern weiterer Elefanten weiter, unter anderem einem blinden. Die Geschichte hinter diesem Elefanten ist besonders traurig.

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Sie war mal ein Arbeitselefant und musste an einem Berghang arbeiten, als sie ihr Kind bekam. Das Baby fiel dem Abhang herunter und starb. Daraufhin verweigerte sie das Arbeiten und wurde von ihrem Besitzer bestraft. Er stach ihr ein Auge blind. Als sie abermals ihren Dienst verweigerte, verlor sie durch die Brutalität ihres Besitzers auch ihr zweites Auge. Lek kaufte ihm den blinden Elefanten ab, der nun sein neues Leben, ohne Gewalt im Park verbringen kann. Die blinde Jokia wurde von einem anderen Elefanten adoptiert und die beiden sind unzertrennlich.
Wir waren inzwischen auch hungrig und aßen Mittag. Es gab ein riesiges Buffet und das Essen war einfach der Oberhammer.
Nach dem Essen ging es zum Fluß. Wir durften nun mit den Elefanten baden gehen.

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Das war ein riesiger Spaß! Mit Eimern schaufelten wir Wasser und bespritzen damit die Tiere. Es war schön und die Elefanten hatten ihren Spaß. Manchmal sogen sie Wasser in ihren Rüssel und Spritzten es über sich oder auch uns.
Nach dem Baden hatten wir noch Möglichkeiten Fotos von der Herde zu machen.

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Als nächstes sahen wir eine Dokumentation und es wurde uns erschreckend deutlich gezeigt, was Elefanten in Thailand erleiden mussten, besonders die Arbeitselefanten. Die Prozedur, die den eigenen Willen der Tiere brechen sollte, war die pure Folter, ein Akt der Grausamkeit, wie wir es nicht für möglich gehalten hatten. Nach diesem Film konnten wir verstehen, warum es Lek wichtig war, diesen Park für die Tiere einzurichten. Wir entschieden uns Pflegeeltern von Faa Mai zu werden um den Park finanziell zu unterstützen.

Es wurde uns bewusst, wie viele schwerbehinderte Elefanten hier lebten. Fast alle erlitten ihre Verletzungen bei der Arbeit. 2 von ihnen waren blind, drei hatten eine gebrochene und schlecht verheilte Hüfte, ein Elefant hatte einen verstümmelten Fuß, nachdem er auf eine Mine getreten war.

Dieser Tag hatte uns sehr bewegt und sollten wir wieder nach Thailand kommen, werden wieder den Park besuchen.

15.05. Lange Busfahrt nach Sukhothai

Es passierte nicht viel an diesem Tag. Wir hatten im Bus viel Zeit zum Lesen.

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16.05. Fahrradtour

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Unsere Unterkunft

Am Morgen liehen wir uns Fahrräder um das weitläufige Areal der Tempelanlagen zu erkunden. Es wurde hier viel restauriert und man konnte erahnen, wie es hier einst ausgesehen haben muss.

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Unsere Erkundungen wurden von einem etwas längeren Regen unterbrochen und wir machten uns erst nachmittags wieder auf den Weg. Wir fuhren noch eine Weile umher und gingen abends essen.

17.05. Lange Busfahrt nach Chiang Rai

Mehr gibt es wohl nicht zu sagen.

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