Tongariro/ Taupo

Tongariro/ Taupo (14.04.-15.04.)

14.04. Taupo

Im tiefsten Nebel fuhren wir morgens los um am Lake Taupo zu frühstücken. Als wir ankamen klarte es langsam auf, wir holten uns einen Kaffee und setzten uns in unserem Wagen an den See.

Als erstes besichtigten wir einen rasant rauschenden Wasserfall, den Hucka Falls.

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Endlich mal ein wirklich reißender Fluss, der mit rasender Gewalt zehn Meter in die Tiefe stürzte. Mittlerweile hatten wir von den uns bekannten plätschernden Wasserfällen die Nase gestrichen voll und waren froh über diese Abwechslung.
Danach fuhren wir zu den craters ot the moon. In diesem Gebiet herrscht vulkanische Aktivität, die sich vor Allem durch heiße Schwefeldämpfe bemerkbar macht.

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Unsere Wanderung ging über 40 min. und überall stieg uns ein fauliger Geruch in die Nase. In einigen Kratern konnte man Schlamm blubbern sehen, was besonders interessant war. Für ein Bad hat es nicht mehr gereicht, Isa wollte komischerweise auch nicht. Ihr war eher nach was Süßem. Gut dass der Imker nicht mehr weit entfernt war. In einer großen Halle wurden allerlei Produkte aus Honig und Wachs angeboten und wir verköstigten uns an diversen Honigsorten. Es war zwar alles sehr teuer, aber ohne ein leckeres Glas verließen wir den Laden auch nicht.

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Ein Pferd

Gegen Nachmittag begannen wir mit der Vorbereitung für den nächsten Tag. Wir kauften uns dicke Socken und Isa bekam ein paar Handschuhe. Außerdem deckten wir uns mit Power Bars und Power Drops ein. Dann fuhren wir zu unserem Caravan Park, kochten und bereiteten uns Brote vor. Um 5 Uhr 45 ging unser Bus am nächsten Tag. Unser Ziel: Der Tongariro…

 

15.04. Das Tongariro Alpine Crossing

Es war arschkalt! Die halbe Nacht hatten wir gefroren und nun krochen wir im Halbschlaf in unsere kalten Klamotten. Um 5 Uhr 30 waren wir in der extrem kalten Küche und frühstückten. Isa machte uns einen Tee gegen die Kälte. Es war übrigens verdammt kalt!

Noch im Dunkeln und bei dichtem Nebel fuhren wir zu unserem Startpunkt. Vor uns lag eine Wanderung die es in sich hatte. 19,4 Kilometer und 800 Höhenmeter standen uns im Weg und sollten bezwungen werden. Dann waren wir da. Wir wurden kurz wegen des Wetters gebrieft und dann stiegen wir aus, in die Kälte. Ungläubig gingen wir an einer Informationstafel vorbei. Davor lagen Isomatte und Schlafsack. Daneben stand ein junger Kerl und fummelte an seinem Kocher herum. Das darf doch nicht wahr sein! Wie hardcore ist der denn bitte? Wir wussten nicht ob wir da einen echten Kerl oder einen ziemlich großen Idioten vor uns hatten. Die Frage wurde uns aber später noch beantwortet…

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Schnell schossen wir noch Fotos und dann ging es los. Wir wollten keine Zeit verschwenden, da uns gegen Mittag schlechteres Wetter erreichen sollte. Zügig gingen wir voran, nur ein Pärchen war vor uns und geriet schon bald außer Sichtweite. Alle anderen hängten wir ab.

Die Sonne ging auf und so langsam wurde uns etwas wärmer, dass schnelle Gehen tat gut. Wir fühlten uns frisch und motiviert.

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Die ersten Kilometer gingen sehr schnell vorbei und wir merkten verblüfft wie gut wir vorankamen und wie wenig anstrengend es war.
Dann kam die erste Steigung und wir nahmen ein paar Power Drops zu uns.

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Auf der Hälfte der Strecke wurde uns durch die körperliche Anstrengung auf einmal sehr warm.

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Wir zogen uns unsere warmen Schichten fast vollständig aus. Es wehte kein Wind und der Himmel war noch immer blau. Nach der ersten harten Steigung hatte uns eine Gruppe von deutschen überholt, zwei von denen mit Jeans und Adidasschuhen bekleidet. Die hatten sich was ganz besonderes vorgenommen, den höchsten Berg zusätzlich zu dem Crossing zu erklimmen.

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Erkennt man ihn wieder? Der Schicksalsberg aus Herr der Ringe

Als wir auf dem Weg zu zweiten Steigung waren, konnten wir die ersten Wolken aufkommen sehen und die Deutschen und ihr Berg versanken in einer flauschigen weißen Wolke. Viel Spaß!

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Leider wurde auch unser Weg durch Wolken behindert und unsere schlimmen Befürchtungen, oben anzukommen und nichts zu sehen, schienen sich zu bewahrheiten. Trotzdem gingen wir weiter und nach einem harten und rutschigem Aufstieg standen wir am Red Crater. Sichtweite: 10 Meter oder weniger.

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Auf dem Gipfel

Wir hockten uns neben einen Felsen. Der Wind hatte auf diesem Anstieg stark zugenommen und es war wieder eiskalt geworden. Schnell zogen wir uns wieder sämtliche abgelegten Klamotten über und hofften, dass sich die Wolken verziehen würden. Immer mehr Leute kamen nun hinzu und die Sicht wurde immer nur für wenige Sekunden etwas besser.

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Wir beschlossen den Abstieg zu beginnen, da passierte es. Der Himmel riss auf und es tauchten Seen und Berge vor uns auf. Wir konnten es kaum glauben. Es war fantastisch!

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Wir schlitterten auf dem schotterigen Untergrund ins Tal und erfreuten uns an dem tollen Anblick. Der Weg hatte sich absolut gelohnt!

Plötzlich holte uns jemand ein, der Vollidiot, der im Freien geschlafen hatte. Er war am Tag davor zu spät am Berg angekommen und da er das Crossing nicht mehr beginnen konnte, schlief er halt dort im Freien. Nur einen Kilometer hätte er auf der Strecke laufen müssen und er hätte in einer Berghütte umsonst schlafen können und wäre der Kälte nicht so sehr ausgeliefert gewesen. Das hätte er auf der Infotafel neben der er geschlafen hatte auch erfahren können. Da hatten wir dann auch kein Mitleid mehr für seine frostige Nacht. Depp…

Nach dem Abstieg stärkten wir uns etwas und gingen zügig weiter. Es war echt kalt und wir waren froh auf dem Rückweg zu sein.

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Während unseres Marsches kamen uns noch etliche arme Gestalten entgegen, die noch den ganzen Weg vor sich hatten und das Wetter wurde stetig schlechter. Hoffentlich erwarteten sie keine gute Sicht, die würden sie nämlich nicht mehr haben.

Als wir an der letzten Berghütte ankamen, entschieden wir uns den Bus um 12 Uhr 30 zurück zu nehmen, was bedeutete, dass wir uns auf dem letzten Stück mächtig beeilen mussten.

Schnell wurden noch ein paar Power Drops eingeworfen und zack, ging es weiter. Man konnte Isa gar nicht wiedererkennen, als sie plötzlich in den Joggingmodus wechselte und das Tempo vorgab. Was auch immer in den Drops drin war, es tat seine Wirkung. Wie aufgedreht rasten wir den Berg hinunter. Erst als wir die letzten Kilometer vor uns hatten, wurden ein paar Spuren des Weges Sichtbar. Isa hatte sich erneut die Zehen in ihren Schuhen geprellt und konnte ihr Tempo nicht mehr ganz halten. Trotzdem erreichten wir das Ende des Weges noch gut vor der Abfahrtszeit des Busses. Glücklich ließen wir uns nieder und Isa stoppte unsere Zeit: 6 Stunden 14 Minuten für diese krassen 19,4 Kilometer. Unglaublich!

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Gegen Abend wurden sich unsere Körper der Anstrengung doch bewusst und die Müdigkeit übermannte uns früh, doch den größten Spaß sollten wir erst man nächsten Morgen haben…

 

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