Back in Sydney

Back in Sydney (14.03.-06.04.)

In zwei Tagen hatten wir die Fahrt von Adelaide bis Sydney gemeistert. Eigentlich wollten wir uns noch ein paar Tage ausruhen, bevor wir mit dem Autoverkauf beginnen wollten, aber das Wetter war so schlecht, dass an in der Sonne liegen nicht zu denken war. Wir entschieden uns für einen Caravanpark etwas außerhalb der City zum Übernachten. Dort wollten wir das Auto erst einmal ordentlich herrichten. Wir besorgten uns jede Menge Farbe, Polierwachs, Reifenspray und weiteren Schnickschnack und machten uns die nächsten Tage an die Arbeit.

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Isa poliert die Felgen

Es war unglaublich, was wir aus dem Wagen noch herausholten. Er blinkte und glänzte überall. Besonders die Felgen strahlten. Fast schon etwas zu viel. Das Reifenspray tat seine Wirkung und die Reifen sahen aus wie neu. Da wir noch genügend von dem Zeug über hatten, fetteten wir gleich auch noch unsere Stoßstangen mit ein und dessen Schwarz kam wieder zum Vorschein. Die Radkästen wurden mit viel Farbe geschwärzt und alles Rost kaschiert. Isa sprühte fleißig die Sitze mit Mountain-Fresh ein und der Rundum gute Eindruck war perfekt. Selbst werksneu konnte dieser Wagen noch nie so gut ausgesehen haben. Jetzt fehlte uns nur noch eins, der Käufer. Unsere Konkurrenz war leider groß. Direkt neben uns auf dem Campingplatz war ein deutsches Paar, das einen neueren Pajero hatte, der ziemlich gut aussah und preislich echt niedrig angeboten wurde. Verdammt! Wir machten uns etwas Sorgen.

Mit vielen Aushängezetteln liefen wir durch die Stadt und beklebten jedes schwarze Brett in Sydney mit unserem Wagen. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Keine Anrufe, keine Reaktionen. Die deutschen neben uns hatten schließlich ihren Wagen bald verkauft und wir beschlossen ihre Taktik einzuschlagen.

Es gibt in Sydney eine Straße, die dafür bekannt ist, dass dort Backpackerwagen verkauft werden. Dort wollten wir unser Glück versuchen. Wir fuhren den nächsten Tag hin und Isa beschloss beim Wagen zu bleiben, während Flo noch weitere Hostels abklappern wollte.

Nach einiger Zeit bekommt Flo plötzlich von Isa einen Anruf. Es wollte jemand den Wagen haben, sofort. Isa sollte noch etwas mit dem Preis handeln und Flo wollte sich sofort auf den Rückweg machen. Wenig später hatte Isa den Deal: $5400. Unser Glück war unfassbar. Eine Australierin (Immobilienmaklerin) brauchte einen Wagen um ihre Hunde Gassi zu fahren und hatte unseren Wagen in der Straße entdeckt und ohne darüber nachzudenken zugeschlagen. Sie warf keinen Blick in den Motorraum und wollte noch nicht einmal eine Probefahrt selber machen und ließ Isa fahren. Sie gab uns den Großteil des Geldes cash und überwies uns den Rest. Dann fuhren wir zu unserem Campingplatz, bauten das Zelt ab, luden alles in den Wagen und sie fuhr davon.

Wir standen nun da, mit etlichen Tüten und unglaublich viel Kram, der sich in der Zeit hier angesammelt hatte und hatten kein Dach mehr über dem Kopf. Der Campingplatzmanager wollte uns helfen, er hatte keine Hütten mehr zur Vermietung frei. Wir überlegten schon wie wir mit all dem Kram in die City kommen konnten, als er uns das Angebot machte, in einer halb ausgebauten Hütte für diese Nacht zu bleiben. Das nahmen wir dankend an, da es immer wieder tierisch regnete und schon dunkel war. Wir sortierten unseren Kram aus, sodass wir am Ende noch unsere zwei großen randvollen Rucksäcke hatten, unsere kleinen und jeder zwei volle Tragetaschen.

So beladen fuhren wir dann am nächsten Tag in die Stadt und checkten in ein Hostel ein. Wir teilten uns den Raum mit 30 anderen Personen. Sehr gemütlich und überhaupt nicht geräuchvol!

Eigentlich war es gar nicht so schlimm. Wir schliefen beide nebeneinander unten im Hochbett und konnten uns mit kleinen Vorhängen abschirmen und hatten sogar Privatsphäre. Leider wurde Flo krank (leichte grippe) und wir mussten mehr als gewollt in dem Zimmer rumhängen.

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Im Bontanischen Garten

Wir nutzten die Zeit so gut es ging für Sightseeing, aber uns wurde doch schnell langweilig, da wir eigentlich schon alles in der Stadt gesehen hatten. Außerdem wollten wir nicht so viel Geld ausgeben (was wir hier sparen können wir in Asien in Massagen investieren), was uns noch weiter einschränkte. Nach ein paar Tagen zogen wir in ein anderes Hostel wo wir nur noch mit 16 anderen Leuten in einem Zimmer schliefen.

Die letzte Woche waren wir dann in einem 6 Bett Zimmer. In unserer letzten Woche unternahmen wir dann doch wieder recht viel. Nathan war aus Darwin eingeflogen und wir besuchten ihn. Es hatte sich eine tragische Sache ereignet. Einer seiner Arbeitskollegen hatte Selbstmord begangen, in seinem Haus. Seine Mitbewohnerin Sophie hatte ihn morgens entdeckt. Verständlicherweise ging es allen nicht besonders gut und er und Sophie flogen für eine Woche nach Sydney. Der Tag mit ihnen war schön und Nathans Eltern waren sehr cool. Sie boten uns sogar an die letzten Tage bei ihnen zu bleiben.

Die letzten Tage verbrachten wir mit Sightseeing und erledigten den ganzen letzten organisatorischen Kram.

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Einer unserer liebsten Stadtteile: The Rocks

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Die Oper von der Harbour Bridge und von vorne

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Isa am Bondi Beach

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An unserem letztenTag haben wir es tatsächlich noch geschafft Chelsea zu treffen

Wir tranken jeden Tag bei unserem Lieblingscafe einen Kaffee (eher gesagt Mocca. Die haben den besten den wir je getrunken hatten!) und aßen viel zu viel Fastfood.

Tja und dann war es soweit! Unser Gepäck hatte ordentlich abgespeckt und wir hatten nur noch jeder einen großen und einen kleinen Rucksack. Wir fuhren zum Flughafen und alles ging zügig, sodass wir rechtzeitig am Gate ankamen. Flo hatte auf dem Weg dahin allerdings seinen Bordingpass verloren und er musste einen Flieger später nehmen. Nee quatsch, war überhaupt kein Problem.

Unsere restlichen $8 gaben wir für Süßigkeiten aus und dann saßen wir auch schon im Flieger. Als wir abhoben konnten wir es kaum glauben; wie schnell ein Jahr doch vergehen kann.

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