Red Center

Red Center

01.03.

Ziemlich schnell fanden wir jemanden der mit uns ins Red Center fahren wollte. Ein junger deutscher (Henrik) war gerade in Adelaide und hatte etwa die gleichen Pläne wie wir und wir holten ihn ein paar Tage später ab. Wir gingen noch für unseren Trip einkaufen und fuhren dann los. Am ersten Tag kamen wir nicht so weit und campten auf einer Raststätte zwischen Port Augasta und Coober Pedy.

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02.03.

Nach einer nicht ganz so langen Fahrt kamen wir in Coober Pedy, der Opalminenstadt an.

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Eine von Minen durchfurchte Stadt mit rostigem Charme.

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Wir entschieden uns hier zu bleiben und unter der Erde zu campen.

Ganz genau! Das musste man hier einfach machen. Dadurch dass es in Coober Pedy in den Sommermonaten über 50° am Tag wird, entschloss man sich die alten Minen als Behausungen umzufunktionieren.

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Unterirdische Kirche

Unter der Erde ist es immer angenehm kühl! Wir bauten unser Zelt also unter der Erde auf und kochten danach was zu essen. Später hatten wir noch eine Minentour und erfuhren viel über Opale, die Stadt und über die Arbeit in den Minen. Außerdem noch eine Menge über die Schwester unseres Führers, da er gerne schwafelte. Trotzdem war es sehr interessant und unsere erste Nacht in einer Felshöhle war sehr angenehm.

03.03.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung Uluru. Wir hielten kurz nach Coober Pedy bei den Brakeaways.

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Eine wunderschöne hügelige Landschaft. Danach wollten wir uns noch den Dogfence ansehen. Es soll das längste von Menschen geschaffene Bauwerk sein oder so. Von einem Bauwerk kann man aber nicht sprechen. Vielleicht ist es einfach nur der Weltgrößte Lattenzaun aber damit würde man die Bezeichnung Zaun doch zu arg abwerten. Dieser lächerlich zusammengeschusterte Zaun war ein Witz. Ursprünglich war er dafür gedacht, die Schafherden von den Dingos zu trennen.

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Ein Dingo

Doch ich gehe jede Wette ein, dass der Zaun schon beim dagegen pinkeln kurz vor dem Zusammenbruch sein könnte. Egal, dass war es auch schon heute.

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Gesehen haben wir leider keine

Wir legten noch ordentlich Kilometer zurück und kamen kurz vor Sonnenuntergang ca. 100 Kilometer vom Uluru-Kata Tjuta-Nationalpark entfernt an. Uns erwartete eine schlaflose Nacht.

04.03.

Wie schon angedeutet schliefen wir nicht besonders gut und das hatte auch einen Grund: Mäuse. Diese Drecksviecher hatten es geschafft in unser Auto zu gelangen und liefen die ganze Nacht überall umher und wir konnten nix machen. Sie gelangten sogar in die Verkleidung des Wagens und liefen zwischen Stoffbezug und Dach umher. Irgendwann stank es überall nach Mäusepisse im Wagen und an Schlafen war schon lange nicht mehr zu denken. Bei den ersten Zeichen von Sonnenaufgang standen wir schließlich auf und sahen uns ihr Werk an. Es hielt sich erstaunlicherweise in Grenzen. Sie hatten etwas Brot angeknabbert, aber ansonsten waren unsere Lebensmittel unberührt. Müde fuhren wir zum Nationalpark und hielten bei der kleinen Stadt Yulara an, um uns letzte Informationen zu besorgen. Wir beschlossen zuerst zu den Olgas zu fahren.

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Die Olgas

Auf dem Weg konnten wir Uluru aber schon bewundern.

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Der lange Weg bis hierher hatte sich gelohnt. Bei den Olgas machten wir eine mehrstündige Wanderung und blieben dann dort bis Sonnenuntergang um Fotos zu schießen. Wir wollten schon früher gehen, da es bewölkt war, aber im letzten Moment riss die Wolkendecke auf und wir machten kehrt.

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Dann mussten wir aus dem Nationalpark wieder raus. Zu allem Unglück setzten unsere Scheinwerfer immer wieder aus. Bei einem kurzen Zug am Hebel gingen sie zwar wieder an, aber das hielt auch nicht lange. Schöne Scheiße.
Auf dem Weg zum Rastplatz sah Flo plötzlich ein riesen großes „Etwas“ am Straßenrand, nach einem kurzen Schockmoment erkannten wir auch was es war: ein Kamel, eine Kamelfamilie um genau zu sein. Wir sagen euch, die Viecher sind wirklich beeindruckend. Wir waren heilfroh, dass uns unser Licht nicht im falschen Moment verlassen hat UND dass die Kamele NICHT auf der Straße standen!
Wir kamen zu unserem Rastplatz und die kommende Nacht war genauso schlimm wie die davor.

05.03.

Die Mäuse hatten unser Auto scheinbar nicht verlassen oder es kamen wieder welche hinein. Wie dem auch sei, der ganze Mist der vorherigen Nacht wiederholte sich. An Schlaf war erneut kaum zu denken.
Erstaunlicherweise waren wir aber am Tag einigermaßen fit.
Wir standen noch vor Sonnenaufgang auf und fuhren in den Nationalpark. Wir wollten uns den Sonnenaufgang am Uluru ansehen. Wir kamen so ziemlich als erste an und sicherten uns einen guten Platz. Kurz vor Sonnenaufgang kamen dann dutzende Reisebusse und spuckten haufenweise Touris aus. Die Aussichtsplattformen waren randvoll. Endlich konnten wir uns über einen schönen Sonnenaufgang freuen.

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Kurz danach hetzten die Touris auch schon wieder zu ihren Bussen zurück und wir waren wieder alleine. Schrecklich diese Touren, das ist echt Stress pur!
Bevor wir uns den Felsbrocken genauer ansehen wollten, frühstückten wir erst mal. Dann umfuhren wir den Berg, der echt mal verdammt groß ist, bevor wir uns auf unsere Wanderung machten. Nicht lange und es wurde wieder mächtig heiß.

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So sieht man Uluru auf Bildern eigentlich nie

Nach der Hälfte des Weges (5Km) verfluchten wir unsere Idee einmal herum zu laufen. Total fertig kamen wir nach 3 Stunden wieder bei unserem Wagen an. Dann gönnten wir uns einen Mittagsschlaf, bevor wir weiter in Richtung Kings Canyon fuhren. Vorher kauften wir aber noch Mäusefallen.

06.03.

Die Nacht verlief relativ erfolgreich. Unsere beiden Mäusefallen schlugen in der Nacht zu und danach konnten wir keine weiteren Mäuseaktivitäten mehr feststellen.
Morgens kümmerten wir uns wieder ums Frühstück. So langsam ging uns Henrick tierisch auf den Sack. Die faule Sau kam einfach nicht in die Hufe und schien seinen Kram bewusst langsam zu machen, sodass die meiste Arbeit bei uns hängen blieb. Und dann beschwerte er sich noch über z.B. die Qualität des Essens. Uns wurde aber erst im Nachhinein klar, was für ein fauler Arsch er eigentlich ist. Man sollte doch eigentlich meinen, dass nach einem halben Jahr auf reisen die Hotel-Mama Mentalität verschwunden sei. Bei ihm nicht, aber wir fanden schon unsere Wege uns zu revanchieren. War er langsam um sich vor der Arbeit zu drücken, waren wir einfach noch langsamer. Ein cooles Spiel.

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Eine Kamelherde

Gegen Mittag kamen wir am Kings Canyon an.

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Auf ging es zur Wanderung.

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Der Anfang hatte es schon in sich, schön eine in Stein gehauene Treppen raufsteigen.

Schweißgebadet kamen wir oben an. Der Rest des Weges war einfach und echt schön.

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Definitiv die Beste Wanderung der letzten Tage und ein echtes Muss! Für alle die noch mal nach Australien wollen. Vergesst die Wanderung um den Uluru, Kings Canyon ist 1000-mal besser!
Nach der Wanderung fanden wir einen coolen Campingplatz mit einer prächtigen Aussicht. Auch die Mücken und Fliegen fühlten sich hier richtig Wohl!

07.03.

Unser heutiger Abschnitt führte noch etwas länger über Schotterpisten und wir konnten sogar einen kleinen Bach durchqueren, bevor der Highway wieder anfing.

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Mittags kamen wir in Alice Springs an. Wir hielten uns dort nicht lange auf und fuhren schnell weiter. Heute wollten wir ordentlich was schaffen und fuhren noch lange in der Nacht, bevor wir unser Lager aufschlugen.

08.03.

Auch am nächsten Tag ging es einfach nur darum so weit wie möglich zu kommen.

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09.03.

Wir entschieden uns vor der Rückkehr nach Adelaide noch die Flinders Range zu besuchen. Dort sollte es coole Wanderungen geben und auch einige 4WD-Tracks. Leider war das Wetter wieder bescheiden. In diesem Nationalpark hatte der Regen die Schotterstraßen weggeschwemmt, sodass sie nun 4WD- Tracks waren.

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Das war gut und wir nahmen einen der Wege zu unserem Campingspot. Der Weg war recht einfach aber wir hatten trotzdem unseren Spaß. Der verging uns aber recht schnell wieder, als plötzlich im Fahrerraum extrem viel Wasser lief. Shit, was war da wieder los?! Flo probierte das Wasser und es konnte nicht aus dem Kühler kommen. Es blieb also nur die Klimaanlage über. Verdammt!

Auf dem Campingplatz angekommen beschlossen wir den Wagen noch mal um zuparken. Er sprang nicht an. Es war nur die Benzinpumpe zu hören, aber der Startermotor blieb stumm. Das wurde zu viel für Isa und sie hatte einen kleinen psychischen Zusammenbruch. Das hatte uns echt noch gefehlt. Zum Glück waren noch andere Leute auf dem Campingplatz. Ein anderer Deutscher schaute sich den Wagen an, konnte uns aber auch nicht helfen. Er wollte uns aber am nächsten Tag helfen den Wagen anzuschieben um ihn anzubekommen. Wenigstens etwas. Nach etwa einer Stunde versuchte Flo noch einmal den Wagen zu starten und er sprang tatsächlich an! Wir konnten unser Glück kaum fassen. Das Abendessen sollte mal wieder was Besonderes werden, aber es ging ein wenig schief. Die Steaks waren ziemlich zäh, Flo verschüttete den gesamten Joghurtdip für die Kartoffeln und die Kartoffeln waren noch zu roh. Nur der Mais war gut.

10.03.

Der Wagen sprang an! Auf ging´s. Wir wollten heute noch eine Wanderung machen. Wir bestiegen einen Aussichtspunkt, über den man einen Überblick über einen natürlichen riesigen Krater hatte. Die Wanderung war ganz cool, die Aussicht ging so. Am Mittag fuhren wir weiter in Richtung Adelaide. Kurz davor campten wir noch einmal.

11.03.

Wir entschlossen uns bereits in Adelaide den Wagen zum Mechaniker zu bringen. Das war definitiv die Richtige Entscheidung. Wir stellten den Wagen ab und holten uns einen Mechaniker wegen einem beängstigenden Geräusch aus dem Getriebe (so eine Art metallisches Rasseln). Als wir gerade eine Probefahrt machen wollten, um dem Mechaniker unser Problem zu zeigen, sprang der Wagen nicht mehr an. Der Startermotor war kaputt und musste ausgetauscht werden. Verdammt! Dann kam aber auch ziemlich bald Entwarnung bezüglich des Rasselns. Ein Loses Metallteil war dafür verantwortlich, man konnte es einfach entfernen. Die neue Windschutzscheibe war auch nicht so teuer wie erwartet. Alles in Allem waren die Kosten für die Reparatur noch im Rahmen geblieben und wir konnten den Wagen schon am nächsten Tag wieder mitnehmen. Wir buchten uns zwei Betten in einem guten Hostel, genossen eine kostenlose Applepie und wuschen mal wieder unsere gesamten Klamotten.
Wir wollten am nächsten Tag in Richtung Sydney aufbrechen und hingen im Foyer einen Zettel auf und hofften auf Leute die mit uns wollen. Zwei Hamburger meldeten sich auch bald und schlossen sich uns an. In zwei Tagen wollten wir die 1500 Km nach Sydney überwinden.

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