1. und 2. Weihnachtstag

1. und 2. Weihnachtstag

Nach einem schönen Heiligabend schliefen wir etwas länger als gewohnt beeilten uns aber loszukommen, um noch in Deutschland unsere Lieben mit einem Anruf zu beglücken. Flo hatte darauf bestanden Leberwurst zu kaufen und zum Frühstück zu essen. Leider war die nur in schwacher Ersatz für die Leberpastete seiner Mutter. Aber immer noch besser als gar nix.

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Liebe Grüße!

In der nächsten Stadt hielten wir an der Tankstelle und Naty und Flo riefen zu Hause an. Wir unternahmen nicht besonders viel an diesem Tag. Wir bastelten auf der Fahrt noch an den Weihnachtsgrüßen, die ihr mittlerweile bekommen haben müsstet. Wir fanden am Abend einen netten Campingplatz (jedenfalls dachten wir das). Wir fanden etwas abseits des Platzes viel gutes Feuerholz, das wir auf dem Autodach zu unserem Campingplatz transportierten. Flo stand währenddessen hinten auf der Stoßstange und passte auf, das nix runter fiel. Er hätte mal weniger Aufmerksamkeit dem Holz und mehr sich selbst widmen sollen, denn als es steil bergab ging und die Kurve immer enger wurde, da… passierte nix. Keine Angst, wir sind immer sehr vorsichtig! Da es wieder nach Regen aussah, beschlossen wir Naty‘s Zelt unter dem Dach einer BBQ-Area aufzubauen. Auch Tisch und Stühle fanden dort Platz. Alles war wirklich richtig cool. Flo fachte ein Feuer an, um ordentlich Glut für die Kartoffeln zu erzeugen. Er nahm seine Aufgabe zu ernst, die Kartoffeln wurden sehr knusprig. In der Zwischenzeit bekam Isa noch einen Anruf von ihren Eltern und als sie fertig waren, da stand das Essen auf dem Tisch. Später übernahm Isa dann das Aufräumen während Naty und Flo mit glühenden Stöckern Fechten spielten – der „Glühwurmstockkampf“. Besonders das sinnlose Stöcker aneinander schlagen, bis die Glut flog, bereitete ihnen viel Spaß. Es artete in einem Wettkampf aus, bei dem der gewann, dessen Stock bis zum Ende noch glühte. Naty beanspruchte den Sieg für sich und wir löschten das Feuer um schlafen zu gehen.

Die Nacht

Außer uns war nur noch ein weiterer Wagen mit Campern anwesend. Wir waren also ziemlich alleine im Wald. Naty‘s Zelt war ca. 20 Meter weit vom Wagen aufgestellt worden (normalerweise stehen wir immer dicht beieinander, aber das war heute nicht möglich). Isa schlief die Nacht wie ein Stein. Flo konnte nur sehr unruhig schlafen, da seine Mückenstiche ihn wahnsinnig machten. Trotzdem bekam auch er nicht das mit, was Naty panisch werden ließ. Mitten in der Nacht wurde sie wach, als ein Wagen auf den Platz fuhr. Das ist noch nicht ungewöhnlich, da viele Camper zu ungewöhnlichen Zeit eintreffen. Der Wagen fuhr den Platz langsam ab und leuchtete ihn genau ab. Der Scheinwerfer traf auch auf Naty‘s Zelt. Dann entfernte sich der Wagen langsam wieder. Nach einiger Zeit kam wieder ein Wagen, diesmal jedoch ohne Licht. Er fuhr am Lager vorbei, danach war einige Zeit nichts mehr zur hören. Plötzlich hörte Naty Schritte, nicht weit von ihrem Zelt entfernt, aber auch nur ganz leise. Jemand schlich sich an und kannte den Platz, da er nicht über den Schotterweg kam sondern abseits über den Rasen ging. Sie war starr vor Angst und traute sich nicht zu atmen. Plötzlich hörte sie die Plane rascheln, mit der wir unsere Sachen abgedeckt hatten. In ihrer Panik stellte sie sich tot und atmete so leise sie nur konnte. Sie versuchte uns im Wagen anzurufen und drückte bei den Schritten des Unbekannten Isas Nummer in ihr Handy. Unglücklicherweise konnte sie nur ihre Mailbox erreichen und hatte Angst, der Unbekannte könnte etwas bemerkt haben. Endlos lange Minuten harrte sie mucksmäuschenstill aus. Derweil musste der Unbekannte zum Auto geschlichen sein. In seinem Halbschlaf glaubte Flo etwas gehört zu haben, als würde jemand an die Tür gehen. Was aber genau geschah lässt sich nur vermuten. Er glaubte geträumt zu haben und schlief weiter. Nach einiger Zeit hört Naty den Wagen wieder davon fahren, aber noch immer traute sie sich nicht raus. Zu allem Überfluss kam sie auch noch ein Tier besuchen. Es schlich an der Zeltwand entlang und schnüffelte dort Wo Natys Kopf war. Das wurde ihr dann endgültig zu viel und sie überwand ihre Angst und rannte zu uns ins Auto und weckte uns (um 5:30 Uhr). Über die Motive des Unbekannten lässt sich nur spekulieren, aber vermutlich wollte er uns ausrauben. Er checkte unser Lager ab und suchte nach Wertvollem, konnte aber nix finden. Wahrscheinlich vermutete er uns alle im Zelt und wollte solange wir dort schliefen ins Auto rein. Dann sah er Isa und Flo dort schlafen und verschwand wieder, da nix zu holen war.

Verständlicherweise wollten wir nicht wirklich lange dort verweilen und machten uns schnell Frühstück und hauten ab.

Wir fuhren in den Croajingolon Nationalpark und machten dort einen zweistündigen Spaziergang zum Point Hicks.

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Naty nahm die Wette an, die sie dazu verpflichtete zwei Stunden lang keinen Ton zu sagen. Wir hatten einen sehr stillen Spaziergang. Die historische Bedeutung von Point Hicks ist enorm, da Captain Cook am 20.04.1770 dort Australien entdeckte.

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Tatsächlich hielt Naty die vollen 2 Stunden durch. Ihre ersten Worte können wir nicht mehr erinnern, aber es war so etwas ähnliches wie „Pferdepisse“ oder „Kamelkacke“. Auf dem Rückweg nutze Isa die volle Breite der Straße nicht aus und nahm so einige dicke Äste mit. Flo interessierte das nicht und er schlief ein. Auch Naty gönnte sich einen Power-Nap. Irgendwann wachten wir dann wieder auf, da wir tanken mussten. Dann nahmen wir Abschied von Victoria und überquerten die Grenze nach New South Wales. In Eden hielten wir an und erkundigten uns im Visitor Center nach einer Dusche. Wir erhielten die Info, dass wir am Hafen umsonst und sogar warm duschen konnten. Das nutzten wir natürlich. Frisch geduscht fuhren wir die Küste weiter nordwärts nach Merimbula. Unser Hunger trieb ins zu Macces wo wir uns ein dickes Family Menü bestellten. Ansonsten war der Tag nicht sehr ereignisreich. Es fing leider wieder an zu regenen, diesmal aber richtig heftig. Keine Chance so ein Zelt zu errichten und auch das Auto zu verlassen war nicht möglich wenn wir nicht innerhalb von Sekunden komplett durchnässt sein wollten. Wir versuchten also das Auto ohne auszusteigen zu unserem Bett umzubauen und entschlossen uns zu dritt drinnen zu pennen. Das ging mehr oder weniger gut, aber wir kamen ums Aussteigen irgendwann nicht mehr drum rum. Die Nacht konnten wir zwar alle schlafen, aber doch nicht so gut, als das wir das wiederholen wollten.

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