Archive for November, 2010

Derby und Broome

Freitag, November 5th, 2010

Derby und Broome (26.10.-28.10.)

26.10.
Es gibt im Grunde nur zwei wirklich erwähnenswerte Sachen über Derby.
1.: Derby hat den größten Unterschied zwischen Ebbe und Flut weltweit. Er beträgt 12 Meter. Wir haben uns aber nicht die Zeit genommen von der tiefsten Ebbe bis zur höchsten Flut zu warten.
2.: In Derby steht ein riesiger Baum. Nicht so spannend? Sein Umfang beträgt 14 Meter, er ist über 1000 Jahre alt und er lebt sogar noch, trotz seiner Geschichte.

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Denn die ist das eigentlich Interessante. Ende des 19. Jahrhunderts etablierte sich in Derby die Perlenindustrie. Da sich die Weißen mal wieder zu fein für harte Arbeit waren, sollten Aborigines für das Bergen der Perlen sorgen. Sie wurden nach und nach auf Boote geschafft um ihren Zwangsdienst zu verrichten. Die wartenden Aborigines wurden so lange eingesperrt, bis sie an der Reihe waren und was bot sich da besser an, als einen riesigen hohlen Baum Als Gefängnis zu benutzen. Japp, so war das. Diese Art von Baum scheint einen hohlen Kern zu haben und eben jener von dem wir sprachen, war besonders groß und bot viel Platz im inneren. Sehr beeindruckend! Er war wohl auch nicht der einzige Baum der in Australien eine derartige Verwendung fand.

Von Derby bis Broome war es nicht weit und so zogen wir schnell durch. Zur ersten Orientierung in einer Stadt ist es immer gut in Visitor Center zu gehen. Dort erhielten wir zunächst eine ernüchternde Nachricht. Ein Krokodil hatte sich an den Strand von Broome verirrt. Das hieß, der gesamte Cable Beach (einer der schönsten Strände Australiens) war gesperrt worden und es wurde uns dringend davon abgeraten die free campings, die wir uns im Vorfeld ausgesucht hatten, zu benutzen. Verdammt! Die einzige Alternative hieß sich in Broome in einen Caravan Park zu begeben und unsere klamme Geldbörse zu belasten. Vorher stärkten wir uns noch bei McDreck. Dort bekommt man ein kleines Eis bereist für 50 Cent. Das ist ja sogar mal günstiger als in Deutschland. Außerdem konnten wir den herrlich klimatisierten Raum genießen und so ließ es sich doch besser Pläne schmieden. Leider war unsere Suche nach einer günstigen Campingmöglichkeit nicht von Erfolg gekrönt. Dabei versuchten wir es mit allen Tricks. Greg und Flo versuchten geschickt die Preise zu drücken und bezirtzten eine alte Dame, die sich herrlich erweichen ließ. Am Ende war sie sogar bereit uns einen Discount zu geben, konnte es aber wegen ihrem Chef doch nicht tun. So mussten wir in den sauren Apfel beißen und den vollen Preis in einem Caravan Resort bezahlen. Doch wir waren zufrieden damit, denn wir hatten gut gepflegte sanitäre Anlagen, eine saubere Küche, und einen Pool zur Verfügung. Letzteres nutzen wir an diesem Abend auch ausführlich. Leider entwickelte sich unser Stopp in Broome jedoch immer mehr zu einer Misere. Wir entdeckten, dass wir schon wieder Ameisen in unserem Auto hatten. Wir verfeuerten unser gesamtes Giftarsenal und konnten sie schließlich loswerden. Der viel größere Mist war jedoch im Motor zu finden. Beim Aufspüren der Ameisen stießen wir auf ein Leck. Überall war Öl zu finden und es war nicht schwer die leckende Stelle zu finden. Ein Schlauch der für die Servolenkung verantwortlich war, musste erneuert werden.

27.10.
Am nächsten Tag fuhren Flo und Greg sämtliche Mechaniker der Stadt ab um sich einen Kostenvoranschlag zu holen. Ein Mechaniker wollte uns weiß machen, dass die gesamte Sache deutlich über 400$ kosten sollte. Eher 600$. Der Schweinehund wollte uns übern Tisch ziehen. Wir konnten uns mit einem anderen Mechaniker auf 250$ einigen, mussten allerdings den Wagen den ganzen Tag dort lassen. Broome ist zwar nicht besonders groß, aber in der Mittagshitze Sightseeing zu Fuß zu machen, ist echt eine Qual. So legten wir einen unserer ersten Stopps in einer Brauerei ein und gönnten uns in der Hitze erst mal ein paar kühle Bier. Sehr lecker! Ginger Beer, Mango Beer und ein Hefeweizen. Das tat mal richtig gut! Wir liefen noch viel herum, konnten das ganze aber nicht genießen. Die Stadt an sich ist nicht besonders schön. Typische nordaustralische Bauweise der Häuser. Überhaupt nicht unser Fall. In der Mall stellten wir uns ein richtig geiles Mittagessen zusammen. Oliven, leckeren Käse, ein cremiger Dipp und frisches Baguette. Abends war unser Auto dann endlich fertig. Wir konnten die Mechaniker noch dazu überreden einen kostenlosen Blick auf unsere Stoßdämpfer zu werfen, da wir seit kurzem ein lautes knarzen bemerkten. Die nächste Scheißnachricht folgte. Wir brauchten neue Stoßdämpfer. Klasse! Er schätze die komplette Reparatur auf 400$ ein. Wir entschieden uns jedoch noch nichts zu machen und erst mal nur noch auf asphaltierten Straßen zu fahren. An diesem Abend konnten wir allerdings endlich mal sehen, warum Broome als eine der schönsten Städte Australiens gilt. Wir schauten uns den Sonnenuntergang am Cable Beach an. Der Strand ist einfach der Oberhammer! Dank des Krokodils hatten wir aber nichts davon.

28.10.
Am nächsten Tag verließen wir Broome wieder. Vorher fuhren wir aber noch zum Leuchtturm, an der Südspitze. Dort sollte es Fußabdrücke von Dinosauriern zu sehen geben und einen Rockpool. Die Fußabdrücke hatten wir schnell gefunden. Versteinert konnte man sie ganz deutlich erkennen. Es sah aus wie ein überdimensionierter Abdruck eines Huhns. Auch den Rockpool konnten wir finden, da war aber nur wenig Wasser drin und er lud nicht besonders zum verweilen ein. Der gesamte Küstenstreifen war hier sehr felsig und wir verbrachten einige Zeit damit Fotos zu schießen und die sich brechenden Wellen zu beobachten. Wenigstens ging unser Aufenthalt hier somit etwas versöhnlicher aus.

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Was für Farben…

Wir verließen die Stadt bald und legten aber noch einen Stopp auf einer Mangofarm ein. Dort gab es alles nur erdenklich aus Mangos hergestellt. Die Marmeladen waren ein absoluter Genuss! Hätten wir die Möglichkeit gehabt etwas lagern zu können und mehr Geld auf dem Konto, dann hätten wir so einiges eingekauft. Besonders der Portwein war sehr lecker! Wir bestellten uns dann noch einen Mangokäsekuchen und einen Smoothie. War aber beides nicht besonders gut. Hmm. Broome hatte uns wohl nicht so lieb.

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und so trocknet man seine Schwimmsachen während der Fahrt… :oD

Die Kimberleys

Mittwoch, November 3rd, 2010

Die Kimberleys (23.10.-25.10.)

23.10.
Dieser Tag sollte für uns eine echte Herausforderung werden. Vor uns lag eine 2,5 Stunden 4WD Strecke. Wir wollten in den Purnululu National Park und uns die Bungle Bungle´s ansehen. Dies sind gewaltige Felszüge, die durch Jahrmillionen zu dem geformt wurden, was ihr hier sehen könnt. Der erste Härtetest für den Wagen. Zuerst mussten wir Luft aus den Reifen lassen um eine bessere Traktion zu erreichen und um die Reifen vor scharfkantigen Felsen zu schützen. Isa wollte den Hinweg fahren und Flo den Rückweg. Es war einfach nur geil! Die Straße gestattete maximal 50 Kmh, war sehr sandig, felsig und mit Creeks durchzogen (es führten aber nur drei davon wirklich Wasser). Sehr Anspruchsvoll ging die Strecke los und die vorborgen liegenden Schlaglöcher verlangtem vom Fahrer die größte Konzentration. Wir bekamen des Öfteren einen Schreck, wenn plötzlich ein Hindernis wie aus dem nichts auftauchte und die Bremsen strapaziert wurden. Isa wurde von all dem Geschaukel etwas seekrank und hatte leider nicht so viel Spaß. Im Nationalpark angekommen wollte sie uns auch nicht in die Cathedral Gorch begleiten.
So gingen Greg, Jess und ich alleine los. Wir schritten auf einem Pfad der mitten durch die Bungle Bungle´s führte. Begeistert sahen wir schon bald die riesige Felshohle (Cathedral Gorch).

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Unser bisheriges Highlight des Roadtrips. Isa ging es nachdem wir zurück kamen schon besser und so fuhren wir auch wieder zurück. Den Rückweg konnten wir schneller bewältigen, da wir die Strecke inzwischen besser einzuschätzen wussten. Auch der einsetzende Regen stellte kein größeres Hindernis dar. Gerade noch rechtzeigt vor Sonnenuntergang kamen wir auf unserem Campingplatz an.

24.10.
Die Tage sind allesamt sehr anstrengend und da wir immer früh zu Bett gehen (20/22 Uhr) kommen wir auch morgens zeitig hoch. Zwischen 5:30/6:00 Uhr wecken uns die Sonnenstrahlen und die damit verbundene Hitze. Unser Frühstück besteht aus Toast und Milch mit Müsli/ WeetBix/ Cheerios, Kaffee oder Tee (Vielen Dank für den guten Kaffee aus Hamburg!!! Macht das Aufstehen viel schöner). Um 8 sind wir dann spätestens wieder auf der Straße. An diesem Tag hieß es einfach nur fahren fahren fahren. Nix Sehenswertes auf der Strecke.
Gegen Nachmittag stießen wir dann in Richtung Norden, tiefer in das Herz der Kimberleys vor. In einem Nationalpark wollten wir eine abseitsgelegene free camping Möglichkeit wahrnehmen. Über eine 4WD Strecke fuhren wir noch ungefähr eine halbe Stunde, bis wir unser Tagesziel erreicht hatten. Ein großzügig angelegtes Areal diente als Campingplatz. Keine Toiletten, Kein Wasser, einfach nix, so wie wir es lieben. Über einen steilen Aufstieg gelangten wir zu einem etwas abgelegen Platz mit fantastischer Aussicht. Dort beschlossen wir unser Nachtlager aufzuschlagen.

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Dieses Örtchen war einfach nur wunderbar. Keine Menschenseele weit und breit. Von unserem Lager aus konnten wir einen See direkt unter uns überblicken. Hätten uns nicht träumen lassen jemals so cool zu campen. Wir genossen eine kurze Dusche aus unserer tragbaren Solarshower und fühlten uns endlich mal wieder sauber.

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Man gewohnt sich daran immer etwas dreckig zu sein und den Schweißfilm des Vortages erneut mit klebriger Sonnencreme zu überdecken. Hört sich jetzt vielleicht etwas widerlich an, aber so läuft das hier nun mal. Fließend Wasser ist Luxus, den wir uns einfach nicht leisten können. Erschreckend ist nur wie gut man ohne klar kommt und seinen körperlich verschmutzten Zustand akzeptiert. In Deutschland wäre vieles was wir hier machen undenkbar. Hier ein kleines Ratespiel. Wenn jemand morgen nur mit einer Schaufel bewaffnet los geht, was hat die Person dann vor? …Richtig, genau das! Wenn keine Blätter herumliegen braucht man natürlich noch Toilettenpapier.

25.10.
4:30 Uhr: Flo guckt aus dem Fenster und sieht Greg mit der Schaufel verschwinden. Heute ging es mal richtig früh los, aber wir hatten auch viel vor. Nach unserem Standardfrühstück packten wir alles wie gewohnt zusammen und ab ging´s. Wir wollten einen 750 Meter langen Tunnel durchqueren, der etwas Wasser führen sollte. Dort angekommen mussten wir dann doch etwas länger überlegen, ob wir das wirklich machen wollten. Der Tunnel war eher eine stockfinstere Höhle und das Wasser war trübe und dessen Tiefe nicht einschätzbar. Außerdem konnten wir keinen wirklichen Weg ausmachen. Nach einigem hin und her, wagten wir es schließlich doch. Ein paar weitere Wanderer kamen inzwischen zurück und hatten es bis zum Ende geschafft. Dann können wir das doch auch!

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Jeder hatte eine kleine Taschenlampe und nach einer kleinen Kletterpartie konnte unsere Wanderung durch die Höhle beginnen. Es war wirklich stockfinster. Ohne Lampe konnte man die Hand vor Augen nicht sehen. Der Lichtstrahl der Taschenlampe konnte und auch nicht viel mehr, als den Boden vor uns erleuchten. Bereits nach kurzer Zeit trafen wir auf unser erstes Hindernis. Die Sandbank auf der wir liefen war zu Ende und wir mussten durch das pechschwarze Wasser waten. Das wiederholte sich noch ein paar Mal. Plötzlich konnten wir wieder schwach Licht erkennen. Die Richtung die wir einschlagen mussten war also klar, aber der Weg…tja, der war nicht vorhanden. Vor uns lag eine breite Wasserbarriere die wir durchwaten mussten.

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Flo schritt voran. Knöcheltief…Knietief…fast Popo tief stand er mittlerweile im Wasser, als er die Hälfte durchschritten hatte und er wieder aus dem Wasser raus kam. Jess war allerdings deutlich kleiner und so musste sie mit der Hüfte eintauchen. Die Hälfte hatten wir geschafft und waren wieder in der Sonne, da die Höhle hier kurz unterbrochen war. Dann ging es weiter und wieder hatten wir eine lange Wasserfläche zu durchschreiten und wieder war es Pechschwarz. Diesmal war es aber nicht so tief, dafür aber breiter. Am Ende hatten wir noch das dickste Hindernis vor uns. Das Wasser war mittlerweile zu braunem Matsch geworden. Nur an der linken Seite war noch ein schmaler Streifen Sand auf dem wir laufen konnten und an der Kante ging es steil einen Meter tief runter in die braune Pampe. Der Sandstreifen war an einer Stelle unterbrochen und man musste an der Wand herumklettern und das alles in kompletter Finsternis. Flo machte den Anfang und konnte das Manöver gerade meistern. Dann kam Jess und auch sie schaffte es. Nun war Isa an der Reihe. Noch bevor sie richtig mit den klettern beginnen konnte, rutschte sie auf dem nassen Sand aus und fiel wie in Zeitlupe hinunter. Gerade noch konnte sie sich retten und kam mit den Füßen auf. Allerdings hatte sie Rücklage und stolperte langsam nach hinten. Die anderen hielten den Atem an und hofften, dass sie sich wieder fangen würde, aber nachdem sie drei Meter nach hinten gestolpert war, konnte sie sich nicht mehr halten und fiel in den braunen Matsch. Sie nahm es mit Humor und stapfte hinaus.

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Ein leichter Geruch von Moder umgab sie nun und sie war mit braunem Matsch bespickt. Wenig später erreichten wir das Ende des Tunnels.

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Kurz vor dem Ende wurde es zwischendurch wieder hell

Das war mal echt cool aber auch etwas gruselig. In dem kleinen Bach der hier floß, wusch sich Isa erst mal gründlich. Dann ging es wieder zurück.

pa250292.JPG    Diesmal konnte Isa die kritische Stelle locker meistern.

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Der Rückweg

Als wir fast aus der Höhle raus waren, reflektierte plötzlich etwas den Schein von Flo´s Taschenlampe. Man konnte einen Punkt im Wasser ausmachen, der rund und rot das Licht reflektierte. All unsere Versuche etwas zu erkennen scheiterten an unseren schwachen Taschenlampen. Etwas später am Tag trafen wir ein österreichisches Paar, dass wir vorher schon auf dem Weg getroffen hatten wieder und sie berichteten uns folgendes: Sie hatten auch den Weg durch den Tunnel gemacht und etwas spannendes entdeckt. Ein Krokodil hatte sich in den Tunnel verirrt und sie konnten es im Wasser schwimmen sehen. Jetzt erklärt sich auch die Reflexion die wir gesehen hatten. Das musste ein Auge des Krokodils gewesen sein. Gruselig wenn man bedenkt, dass man nur ein paar Meter weiter durch hüfttiefes Wasser geschritten ist, während nur unweit von einem entfernt ein Krokodil schwamm. Für alle die sich an dieser Stelle Sorgen machen sei gesagt, dass es sich um ein Süßwasserkrokodil handelte und dass diese Exemplare sehr klein sind und Menschen gewöhnlich nicht angreifen, wenn man sie in Ruhe lässt. Trotzdem sehr krass!

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Ist ja jetzt auch nicht so, als ob man nicht gewarnt wird ;oP

Der weitere Tag uferte ein wenig in Quälerei aus. Wir wollten durch einen Gorch laufen, durch den ein kleiner Fluss führte. Auf den Sandbänken sollen sich laut Lonely Planet etliche Krokodile zum Sonnenbad niederlassen. Voller Erwartungen gingen wir also los und schon bald hatten wir Erfolg. Fast bemerkten wir es gar nicht. Direkt neben uns im Wasser, keine fünf Meter entfernt lag ein Krokodil und döste vor sich hin. Mit viel Respekt beobachteten wir dieses Exemplar.

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Es ist schon komisch diese Tiere in der freien Wildbahn zu sehen und noch dazu ohne einen nennenswerten Schutz zwischen sich und dem Krok zu haben. Bald liefen wir weiter. Der Weg führte bald vom Fluss weg. Es gab kaum etwas zu sehen. Es hieß, dass die gesamte Strecke hin und zurück 7 Kilometer sein sollten. Uns kam es deutlich länger vor. Es war heiß, einfach nur unglaublich heiß! Die Strecke war noch nicht einmal anstrengend zu laufen, nur die Hitze zermürbte uns. Plötzlich waren wir mitten in der Wüste und wir liefen durch den heißen Sand, ohne Schatten. Irgendwann wurde es uns zuviel. Bei humanen Temperaturen hätte sich der Weg spielend bewältigen lassen können und wäre vielleicht auch richtig schön gewesen, aber so nicht. Wir brachen den Weg schließlich ab und liefen wieder zurück. Die Details dieser Quälerei lassen wir hier mal weg. Da es noch relativ früh war, konnten wir noch schön bis nach Derby durchziehen. Erfolgreich hatten wir die Wildnis gemeistert!

Von Kakadu bis zu den Kimberleys

Mittwoch, November 3rd, 2010

Von Kakadu bis zu den Kimberleys (20.10.-22.10.)

20.10.
Nachdem wir viel Geld im Kakadu Nationalpark gelassen hatten, beschlossen wir unseren nächsten Halt auf einem freien Campingplatz einzulegen. Als wir dort eintrafen waren schon ein paar andere Leute anwesend, unter anderem eine Gruppe Jungs, die scheinbar jetzt erst aufstanden (Es musste mittlerweile 16 Uhr sein). Sie fingen an Zähne zu putzen und räumte ihr Lager zusammen. Das kuriose jedoch geschah kurz darauf, als sich ganz plötzlich ein Babykänguru der Gruppe näherte. Die Jungs schienen nicht besonders beeindruckt. Schließlich holte einer von ihnen einen Leinensack aus dem Wagen und ließ das Babykänguru reinschlüpfen. Dann nahm er das Bündel und hängte es an den hinteren Sitz. So einen Reisegefährten hätten wir auch gerne. Wahrscheinlich hatten sie die Mutter mit ihrem Wagen umgenietet und dann dass Kleine gerettet. Wenn man nachts fährt ist das auch kein Wunder wenn so was passiert. Die Straßen sind hier gesäumt mit etlichen Kadavern in allen möglichen Verwesungsstufen. Jedes Mal wenn man an einer Leiche vorbeifährt, weht einem der Gestank in den Wagen. Wir haben deutlich mehr tote als lebende Kängurus bisher gesehen. Die scheinen sich vor uns zu verstecken. Ganz im Gegenteil zu den Wallabys. Von denen konnten wir schon erspähen. Fast hätte Flo in Litchfield eines umgefahren. Aus dem nichts kam es auf die Straße gehüpft und konnte sich gerade noch vor unserer hungrigen Stoßstange in Sicherheit bringen.
Am Abend kamen noch weitere Camper hinzu, unter anderem ein deutsches Paar, das sich offensichtlich in den Flitterwochen befand, da sie so eklig verliebt herummachten. Hand in Hand liefen sie gemeinsam zu Toilette, gingen jedoch nicht hinein. Aus gutem Grund: Beim freien Campen gibt es keinen Luxus. Darunter fallen zum Beispiel saubere Klos. Unser Exemplar wurde schon vor geraumer Zeit von Spinnen übernommen. Man musste schon tapfer sein, das stille Örtchen mit 200 anderen Lebewesen zu teilen. Ansonsten war es ziemlich gut hier. Als die Sonne unterging konnten wir neben uns auf dem Highway die erleuchteten Road Trains bewundern. Tags nimmt man sie nur als etwas überdimensionierte LKW´s war, aber nachts gleichen sie im Sound und Aussehen wirklich Zügen. Später am Abend hatten wir noch einen netten Plausch mit einem älteren Pärchen, die uns am nächsten Morgen noch Tips für die weitere Reise gaben.

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Ein ganz grandioser Einkauf waren unsere Fliegenhüte… die machen einem das Leben im Outback um Längen angenehmer. Wie Flo sicher bestätigen kann… :o)

21.10.
Am nächsten Tag legten wir wieder ein kleineres Pensum zurück. Es geschah nicht besonders viel. Die Dörfer werden immer kleiner und die Spritpreise steigen immer höher. Mittlerweile konnten wir etwas schockierendes feststellen. Selbst die kleinsten Pupsdörfer verfügen über einen Alkoholladen (hier muss erwähnt werden, dass Alkohol nicht in Supermärkten, Tanken etc. verkauft werden darf). Man darf den Australiern definitiv ein Alkoholproblem unterstellen. Zwar laufen hier überall Kampagnen gegen Alkoholmissbrauch, trotzdem erscheinen immer wieder Meldungen über tote, insbesondere durch Trunkenheit am Steuer. Eigentlich ziemlich verwunderlich, da es hier so verdammt teuer ist.
Kurz vor der Grenze zu West-Australien schlugen wir unser Zeltlager auf. Wieder einmal hatten wir ein nettes free-camping gefunden.

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Diesmal hatten wir auch unsere Solardusche ausgepackt und später wieder lecker gekocht

22.10.
Wie immer standen wir sehr früh an diesem Tag auf (5:30 oder 6). Heute sollten wir endlich das Norhtern Territory verlassen. An der Grenze wurden wir genau überprüft. Wir durften keine frischen Lebensmittel nach WA überführen. Merkwürdig! Übrigens sind es jetzt nur noch 6 Stunden Zeitdifferenz, ach nee, 7! Bei euch wurde ja auf Winterzeit umgestellt! Kompliziert ist das alles… Unseren nächsten Halt machten wir in Kunanarra. Dort informierten wir uns erst mal im Visitor Center und machten Pläne für die nächsten Tage. Die Frau half uns bei der Auswahl dessen, was wir machen wollten. Unser erstes Ziel sollte Wydham sein. Also zack zack rauf mit dem Auto zur Nordküste. Das kleine Kaff ist kaum der Rede wert, aber es soll dort einen tollen Aussichtspunkt geben von dem man 5 Flüsse sehen kann, die sich zu einem Vereinigen. Wir fuhren die Engen Serpentinen hinauf auf den Berg und sahen… nix. Was für eine Zeitverschwendung. Man konnte ein paar Rinnsaale ausmachen die auf einen großen Fluss stießen. Fünf waren davon allerdings nicht zu sehen. Es ist halt nicht alles Sehenswert was als solches deklariert wird. Wir legten am Gipfel unsere Mittagspause ein und aßen ein paar Hot Dogs. Yam! Danach noch schnell das Auto vollgetankt und weiter gings. Der nächste Stopp war an einem kleinen Wasserfall. Von der Straße ließ sich nichts von dem erahnen was wir kurz darauf sehen sollten. Über 140 Stufen stiegen wir die Felswand hinab und landeten an einem schönen Becken, dass von einem Wasserfall gespeist wurde. Das Wasser war leider nicht besonders klar, aber dafür schön erfrischend.

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„The Grotto“

Zwar wurde uns gesagt, dass sich dort nie Krokodile aufhalten, trotzdem ist einem immer etwas mulmig, besonders wenn das Wasser trüb ist. Wir konnten uns wunderbar abkühlen und genossen die Abwechslung. Danach hieß es für uns wie gewohnt, möglichst viele Kilometer zurückzulegen.

Kakadu

Mittwoch, November 3rd, 2010

15.10.
Morgens um drei Uhr landete unser Flieger in Darwin und wir mussten nun ein paar Stunden Zeit totschlagen, bevor wir wieder bei Flo´s Arbeitskollegen aufkreuzen konnten, bei denen wir unsere Sachen untergestellt hatten. Wir rollten uns auf zwei Sitzen zusammen und schliefen so gut es ging bis ca. 7 Uhr. An diesem Tag warteten noch ein paar Aufgaben auf uns. Unser Auto kränkelte mal wieder. Nachdem wir aus Litchfield wiedergekommen waren, funktionierten die Scheinwerfer sowie die Innenbeleuchtung nicht mehr. Den halben Tag mussten wir nun darauf warten, dass unser Auto repariert wurde. Als wir es dann abholen konnten erwartete uns eine Überraschung. Ameisen hatten sich in einem der elektronischen Teile im Motorraum eingenistet und waren für den Ausfall des Lichtes verantwortlich. Der Spaß hat uns dann eben Mal 106 $ gekostet, nur für´s Reinigen der Teile und Töten der Ameisen. Durch das Warten war der Tag dann etwas dahin und wir waren zu müde um groß was zu machen. Nathan überredete uns schließlich noch einen Tag länger zu bleiben und ein BBQ am nächsten Tag zu machen.
16.10.
Mit den Kanadiern besorgten wir dann am nächsten Tag die letzten Einkäufe und organisierten das Auto. Am Abend verabschiedeten wir uns noch von Jill und hatten einen schönen Abend mit leckerem Fleisch.

Kakadu (17.10.-19.10.)

17.10.
Am nächsten Morgen standen wir wieder früh auf und räumten das Auto mit unserem Kram voll.

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Ein paar Sachen mussten wir noch erledigen und dann ging es endlich los. Unser Roadtrip hatte begonnen. Nach einer Dreiviertelstunde Fahrt stellten wir fest, dass wir unsere Kamera bei Nathan vergessen hatten. Es war schon relativ spät und wir wollten heute noch in den Kakadu Nationalpark und konnten uns keine Verzögerung mehr leisten und wollten es auch nicht. Da wir über eine Ersatzkamera verfügten und Jess und Greg ebenfalls eine dabei hatten, entschlossen wir uns nicht umzukehren und uns die Kamera von Nathan nach Exmouth schicken zu lassen. Etwas ereignislos flog der Tag nun an uns vorbei. Wir konnten gerade noch mit dem letzen Sonnenschein unser Lager aufschlagen und hatten ein gutes Mahl. Wir setzten uns noch um unser Lagerfeuer und redeten ein wenig. Müde wie wir waren, ging es aber früh in Bett.

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Flo sammelt Feuerholz für´s Lagerfeuer

18.10.
Es hegten sich nach unserem Einmarsch in den Nationalpark, der uns 4 stolze 100 $ gekostet hatte, einige Zweifel, ob sich das ganze Unternehmen überhaupt lohnen würde. Bisher waren wir ca. 100 Km in den Park hineingefahren und nur Tristesse erlebt. Öde Pampa. Aber dieser Tag sollte besser beginnen und wir fuhren zunächst zu dem nicht so weit entfernten „Rock Art“. An riesigen Felsen waren etliche Aborigines-Zeichnung zu sehen. Hauptsächlich Fische. Das war jetzt nicht besonders beeindruckend. Wenn man allerdings dies mit der Hintergrundinformation versieht, dass die Zeichnungen bis zu 20000 Jahre alt sein können, dann wird das ganze doch etwas interessanter. Trotzdem hatten wir alle etwas mehr erhofft zu sehen. Später erklommen wir noch ein Plateau und konnten die tolle Aussicht genießen.

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Auf der einen Seite die Endlosen Wetlands (Erinnerte Flo an Jurassic Park) und auf der anderen Seite raue und Felsige Landschaft. Ein auf Apfelgröße angeschwollener Insektenstich von Greg, zwang uns in Jabiru eine Pause einzulegen und den Arzt aufzusuchen. Alles halb so schlimm (es sollte nicht der letzte Geschwürartige Insektenbiss gewesen sein). Mittags besichtigten wir dann noch die Yellow Waters. Dies kann man aber wohl nur bei einer Bootsfahrt wirklich gut finden. Vom Ufer sieht dieser Fluss mit seinen Mangroven nur wenig beeindruckend aus. Auch Krokodile konnten wir keine sehen.

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Yellow River

Das Highlight des Tages war unser kostenloser Besuch in einem Freibad, bei dem wir herrlich entspannen konnten und den Dreck des letzten Tages loswurden. Ein Touristguide relaxte neben uns und konnte uns so manch guten Tipp für die Westküste geben. Der Abend wurde wieder gemütlich mit Lagerfeuer beendet.
19.10.
Am nächsten Tag wartete unsere erste 4WD Strecke vor uns. An einem Wasserfall soll eine Wunderschöne Bademöglichkeit auf uns warten, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Die Fahrt war etwas nervend, da die Strecke kaum Highlights bot, bis auf die letzten 15 Km, als uns noch 2 Wasserlöcher erwarteten, die wir jubelnd durchpräschten. Der Wasserfall war wirklich sehr schön und wir konnten im Becken schwimmen gehen.

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Mutig durchschwammen wir den See

Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass sich Frischwasserkrokodile im Wasser aufhalten können. Da das Gewässer jedoch nicht von den Rangern gesperrt wurde, schien keine Gefahr da zu sein. Trotzdem war uns allen etwas mulmig zumute, als wir das Becken durchschwammen, um an den Wasserfall zu gelangen. Naja, alle Gliedmaßen sind noch dran… Ein ca. 30 min. Aufstieg sollte uns oben auf den Wasserfall führen, wo ein halbes Dutzend Naturbecken zum Schwimmen einluden. Herrlich!!!

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Dieses kirstallklare Wasser schreit nach BADEN!

Jess stürzte jedoch auf den nassen Steinen und ihre Kamera ging kaputt. Damit hatten wir nun keine Funktionstüchtige mehr zur Verfügung, da auch unsere Ersatzkamera keine Anzeichen machte anzuspringen. Echt blöd. Mit diesen Eindrücken ging unser Besuch im Kakadu Nationalpark dann zu Ende.