Zwischen Coral Bay und Shark Bay

Zwischen Coral Bay und Shark Bay (05.11.-06.11.)

05.11.
Eigentlich ist es eine Schande, dass wir nur zwei Tage in Coral Bay verbracht haben. Ach ja, wenn unser Budget größer wäre… An diesem Morgen wurde mal etwas aufwendiger gefrühstückt. Es gab Isa´s leckere Pancakes. Jess hatte Geburtstag und wir wollten ihr eine kleine Freude machen. Wir benutzten den BBQ um die Pancakes zu braten. Das war echt mal ne gute Idee, das geht zack zack, da man etwa 7 auf einmal machen kann. Wir beschlossen, wenn wir wieder in Deutschland sind und wir Kohle haben, dass wir unbedingt so eine BBQ Platte für den Herd brauchen. Die Pancakes aßen wir dann mit dick Butter, Zimt, Zucker oder Ahornsirup. Mhm… und dazu gab es den guten The Coffee Shop Kaffee. So lässt es sich leben! Irgendwann war das geile Frühstück dann leider zu Ende und es hieß wieder packen. Zurück auf der Straße ging es an diesem Tag weiter in den Süden. Kurz vor Carnarvon ging es dann vom Highway runter, für einen Abstecher zu den Blowholes. Der Küstenstreifen besteht dort auf felsigen Klippen, an den sich die Wellen brechen. Besonders an diesem Tag war das Meer rau und windig. Wenn das Wasser besonders stark gegen die Felsen stürmt, dann drückt sich das Wasser durch den Felsen schießt dann ein paar Meter weiter aus einem Loch im Fels in die Höhe. Obwohl wir keine Flut hatten, war die Gewalt mit der dies geschah doch beachtlich.

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Bis zu 20 Meter kann die Wasserfontäne in die Höhe schießen.

Unser nächster Halt war dann Carnarvon. Dort gingen wir etwas shoppen und verbrachten dann noch ziemlich lange damit im Internet zu surfen. (Für alle die noch einen Australientripp machen wollen hier ein Rat: Holt euch keinen Vodafone W-LAN-Stick. Wir haben so gut wie nie Empfang. Greg und Jess haben selbst im Outback noch guten Empfang mit Telstra.) Diese raren Gelegenheiten mussten wir nutzen. Danach ging es noch eine gute Stunde zu unserem freien Campingplatz in der Pampa. Es war extrem windig und wir mussten uns lange Hosen und Pullover aus den Taschen kramen. Später am Abend brauchten wir sogar noch unsere Jacken. Wir versuchten ein Lagerfeuer zu entzünden, aber der Wind ließ es nicht zu. So griffen wir zu unserem Brandbeschleuniger, gossen ordentlich was davon auf den Holzstapel und warfen ein brennendes Streichholz hinein. Sofort konnten wir uns über ein nettes Feuer freuen und Greg gab sich alle Mühe es schön heiß zu machen. Heute war es an der Zeit, dass Flo sein Chili kochen sollte (Besten Dank an Norman für diesen Hochgenuß). Wir hatten einen kleinen Wettstreit am Laufen, wer das beste Chili machen kann. Greg und Jess hatten die Messlatte bereits ziemlich hoch angelegt. Aber Flo´s über´m Lagerfeuer gekochtes Chili konnte die Spitzenposition erobern. Das sollte eine windige Nacht werden, auch in Zelt und Wagen…

06.11.
Auf unserem Weg zur Shark Bay war unser erster Halt in Hamelin Pool. Was gibt es dort spannendes? Lebende Steine! Hört sich komisch an, ist aber so. Stromatolites heißen sie. Vor 3,5 Milliarden Jahren waren die Vorfahren der Steine, die wir uns angesehen haben, dafür verantwortlich, die Atmosphäre die wir heute atmen zu erzeugen. Die Steinkolonie die wir gesehen haben war nur 3000 Jahre alt. Leider waren wir bei Ebbe dort. Bei Flut sind die Steine unter Wasser und man kann kleine Blasen aus ihnen aufsteigen sehen. Als wir zu unserem Wagen zurück kamen, mussten wir feststellen, dass wir einen 15 cm langen Riss in der Windschutzscheibe hatten. Unser Pech mit dem Wagen scheint kein Ende zu nehmen. Bereits ein paar Tage vorher hatten wir entdeckt, dass etwas mit der Kupplung nicht stimmt. Unsere Mitreisenden keinerlei Reaktion üben den Riss. Das war schon mal komisch, schließlich hatten wir am Anfang der Reise ausgemacht, dass wir auch die Kosten für Reparaturen 50:50 teilen. Jeder schien sich auf dem Weg zu der nächsten Stadt Denham seine Gedanken zu machen. Im Visitor Center erfuhren wir, dass wir die Scheibe dort nicht reparieren lassen können, da die Stadt zu klein ist und der ansässige Mechaniker das nicht machen kann. Wir konfrontierten die Kanadier schließlich mit der Sachlage und wollten ein Statement, ob sie sich wie vereinbart in Geraldton an der Reparatur finanziell beteiligen. Die Antwort kam promt: Nein. Isa teilte ihnen mit, dass unsere gemeinsame Fahrt damit beendet sei und dass sie ihre Sachen raus räumen sollen. Alles ging sehr ruhig über die Bühne. Sauer waren wir eigentlich nicht, nur sehr enttäuscht über dieses abgefuckte Verhalten. Wir wollten nun bis Perth alleine durchziehen und keine neuen Mitreisenden suchen. Wir kauften etwas im Supermarkt ein und fuhren dann zum Eagle Bluff. Von dort hatte man einen herrlichen Blick auf eine Bucht. Wir konnten viel im Wasser schwimmen sehen. Ziemlich sicher sind wir uns, dass wir Schildkröten gesehen haben. Von den angekündigten Haien konnten wir nix erspähen. Der kalte Wind ließ uns frieren und so gingen wir zum Auto zurück und fuhren zu unserem Campingplatz. Eigentlich war es gar kein richtiger Campingplatz. Es führte eine Straße zu einer Bucht und dort stellten wir uns 15 Meter vom Wasser entfernt hin. Traumhaft! Als wir mit dem Ausräumen beschäftigt waren, kam plötzlich eine Frau auf uns zu. Sie erzählte uns, dass sie mit ihrer Freundin auf der anderen Seite der Bucht mit ihrem Wagen im Sand stecken geblieben sind und Hilfe bräuchten. Da hatte sie aber wirklich Glück uns zu treffen. Wir waren die einzigen Personen weit und breit. Sie erzählte uns, dass sie eine Stunde um die Bucht gelaufen sei und schon befürchtete die Nacht im Wagen zu verbringen. Das ließen wir aber nicht zu, räumten den Wagen wieder ein und fuhren los. Auf dem Weg unterhielten wir uns etwas. Sie erzählte uns, dass sie ein Cafe in Denham besitzt und Flo erzählte ihr, dass wir beide in Darwin als Barista gearbeitet hatten. Hoffungsvoll fragte Isa ob sie vielleicht einen Job für uns hätte. Da die Saison zu Ende gegangen ist, hatte sie leider keine offene Stelle. Wir plauderten weiter und Isa erzählte ihr, dass wir nach Perth wollen und dort möglichst etwas länger bleiben wollen. Sofort sagte sie, dass sie ein Haus in Perth habe, dass gerade leer stehe, und dass wir dort umsonst wohnen können, solange wir wollen. Wow!!! Was für ein Angebot! Sehr überrascht und froh nahmen wir es dankend an. Kurz darauf kamen wir am Ort des Geschehens an. Ein kleiner Geländewagen stand im tiefen Sand und eine weitere Frau erwartete uns bereits. Sehr glücklich nahm sie uns im Empfang und wir stellten uns alle erst mal vor. Robin (Haus in Perth) und Michelle waren freundlichen Damen. Schnell und problemlos konnten wir sie aus dem Sand ziehen. Dann holte Flo noch den Kompressor heraus und gab wieder Druck auf die Reifen. Strahlend nahmen uns die beiden zum Abschied in den Arm. Dann schossen wir noch Fotos zusammen. Strahlend fuhren wir zu unserem Campingplatz zurück. Wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Umsonst in Perth wohnen. Das wollten wir nutzen. Das Grinsen bekamen wir gar nicht mehr aus unserem Gesicht als wir uns Nudeln mit Soße kochten. Später am Abend rief noch Papa Thormann an und es wurde noch lange gequatscht, bis die Sonne bei uns untergegangen war und es so richtig kalt wurde. Ja, man glaubt es kaum, in Australien kann es auch kalt sein (jedenfalls für unser Empfinden). Wir kuschelten uns im Auto ein und sahen noch einen Film auf unseren Laptop. Wolf Creek. Da geht es um einen Massenmörder in Australien, der Backpacker abschlachtet. Genau das richtige für uns. Draußen ist es stockfinster, der Wind pfeift um den Wagen und wir sind alleine im Nirgendwo. Zum Glück war der Film nicht so gut.

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