Exmouth

Exmouth (31.10.-02.11.)

31.10.
Greg und Jess konnten sich über ein paar nächtliche Besucher freuen. Kängurus standen direkt vor ihrem Zelt und schauten ihnen scheinbar beim Schlafen zu. Als sie aufwachten und es bemerkten, waren sie etwas erschrocken. Wir haben im Wagen nix davon mitbekommen.
Nach dem Frühstück ging es gleich zum Visitor Center. Dort wollten wir uns Flossen zum Schnorcheln ausleihen. Wir waren etwas zu früh und mussten warten, bis es geöffnet wird. Wir setzten uns auf eine Bank und beobachteten ein paar Kängurus, die keine 20 Meter von uns entfernt chillten. Eines legte sich gemütlich hin und döste, dass andere sah so aus, als müsse es ein großes Geschäft machen. Die Gesellen waren mal überhaupt nicht scheu. Wir liehen uns um 9 Uhr, als es endlich geöffnet war, die Flossen aus und ließen uns die Schnorchelgebiete erklären.
Nicht weit entfernt hatten wir das erste Gebiet und wir machten uns auf den Weg. Da Flo sich den Rücken und die Schultern vor ein paar Tagen etwas verbrannt hatte, musste er mit T-Shirt schwimmen gehen.

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Wir betraten den wunderschönen Strand, mit seinem türkisblauen Wasser.

Wow! Das war bisher das schönste was wir an Strand gesehen hatten auf unserer Reise gesehen hatten. Das Wasser war so herrlich klar, einfach fantastisch! Leider war es zu kalt. Ich weiß, hier wird auf sehr hohem Niveau geklagt, aber es war wirklich zu kalt. Bereits nach kurzer Zeit fingen wir an zu frieren. Was wir zu sehen bekamen war aber richtig toll. Das ließ uns an unseren Tauchtrip auf Koh Tao erinnern. So viele Fische unter Wasser. Bei dieser klaren Sicht konnte man wirklich alles erspähen. Aber wie gesagt: Es war zu kalt und so konnten wir nicht besonders lange drin bleiben. Durchgefroren gingen wir zu unseren Sachen zurück und trockneten uns ab. Neidisch mussten wir hören, das Jess und Greg eine Schildkröte gesehen hatten.
Aber der Tag war ja noch jung. Wir beschlossen zum nächsten Tauchgebiet zu fahren. Dort gab es eine Besonderheit. Wenn man ins Wasser ging wurde man von der Strömung parallel zum Strand nach Norden getrieben. So konnte man sich ganz entspannt treiben lassen. In der Theorie hört sich das ganz gut an, aber komischerweise haben wir davon nix mitbekommen. Da war keine Strömung. Egal, es war trotzdem cool! Genau so schön wie das erste Gebiet. Aber wieder war das Wasser zu kalt und wir mussten recht bald wieder raus.
Das Mittagessen nahmen wir auf unserem Campingplatz ein und Flo holte die Hängematte von Marina und Boris heraus. Entspannung pur! Nach unserer Siesta gingen wir in unserer Bucht schwimmen, da wir vom Strand aus eine oder mehrere Schildkröten beobachtet hatten. Diesmal hatte Isa Glück. Die kleine Schildkröte schwamm direkt unter ihr lang. Flo ging wieder leer aus. Wir gingen noch in einer anderen Bucht schnorcheln und schon wieder hatten Greg und Jess eine Schildkröte erspäht. Und was war mit Flo? Nix. Und seine Pechsträhne sollte noch weiter gehen.

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Als wir unsere Wasservoräte auffüllen wollten, trafen wir auf ein paar andere durstige Gesellen

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Am Abend kurz vor Sonnenuntergang gingen er und die Kanadier noch los zum Angeln.

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Jess konnte einen Fisch fangen und Greg sogar 2.

Dreimal dürft ihr raten wie viele Flo gefangen hat… Einer unserer Nachbarn half uns beim Ausnehmen und Filetieren. Dann wurden die drei in die Pfanne geworfen und verspeist. Sehr lecker! Das wollten wir auf jeden Fall wieder machen.

01.11.
Bevor wir wieder nach Exmouth fuhren, wollten wir noch etwas schnorcheln gehen. Die Bucht die wir uns heute ausgesucht hatten war aber leider nicht besonders gut. Nur sehr umständlich konnte man ins Wasser kommen und überall waren Seeigel und man musste höllisch aufpassen. Trotzdem war das was wir unter Wasser zu sehen bekamen wieder richtig geil! Später konnten wir sogar Delphine vom Strand aus beobachten. Leider waren wir nicht mehr im Wasser als sie auftauchten.

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Auf unserem Weg zurück in die Stadt hielten wir noch am Leuchtturm.

Die nächsten zwei Tage mieteten wir uns auf einem Caravan Park ein. Endlich mal wieder eine Dusche und die Möglichkeit Wäsche zu waschen. Wir buchten uns für den nächsten Tag einen Tauchtrip und investierten 460$. Das sollte es aber auch wert sein. Unser Tauchgebiet zählt zu den 10 schönsten der Welt und rangiert auf Platz 6. Die Vorfreude war groß!

02.11.
Bevor es zum Tauchen ging, lasen wir noch etwas in unserem Tauchlehrbuch, um unser Wissen aufzufrischen. Die Aufregung stieg! Zwischenzeitlich auch die Panik. Flo wollte sich gerade seinen Tauchausweis raussuchen und stellte fest, dass er nicht dort war wo er ihn vermutete. Ohne den Ausweis konnte er nicht tauchen gehen und sein Geld würde er auch nicht zurück bekommen. Mit leicht ansteigender Panik wurde immer mehr durchsucht, aber der Ausweis tauchte nicht auf. Er hatte ihn von seinen Eltern per Paket zugeschickt bekommen. Er wusste noch genau, dass er sich in einem Umschlag befand… und da war er auch immer noch. Erleichtert hatte er ihn schließlich gefunden. Inzwischen war die Zeit rasend schnell vergangen und es war nicht mehr lange, bis wir abgeholt werden sollten. Schnell aßen wir noch etwas zu Mittag und dann ging es auch schon los.
Wir wurden von einem Bus abgeholt und zur Tauchschule gebracht. Dort wurde uns dann viel über unser Tauchrevier erzählt. Dann konnten wir endlich unser Equipment in Empfang nehmen. Dann ging es mit dem Bus los. Das Navypier war unser Tauchrevier und wir mussten uns erst mal einer Kontrolle unterziehen, bevor wir dieses Gebiet betreten durften. Alles dauerte sehr lange, aber es sollte sich lohnen. Irgendwann waren wir schließlich alle fertig verschnürt, die Masken auf dem Kopf, das Atemgerät im Mund, die Flossen an den Füßen und bereit loszulegen. Endlich gab unsere Tauchleiterin das Zeichen zum abtauchen. Es war ein bisschen ungewohnt wieder zu tauchen, aber wir gewöhnten uns schnell wieder daran. Wir mussten eine Weile schwimmen und dann bekamen wir einiges zu sehen. Die Sicht war sehr gut und nicht verschleierte uns den Blick auf die unglaublich große Vielzahl von Fischen! Man kann es sich nicht vorstellen, man muss es selbst gesehen haben. In jeder erdenklichen Größe und Farbe schwammen die Fischschwärme um uns herum. Es war einfach nur fantastisch! Da waren Regenbogenfarbene Fische, 2 Meter lange fette braune Fische, die einen grimmig anstarrten, kleine flache gestreifte, große flache gestreifte, flache glupschäugige, Sperrförmige, silberne mittelgroße, mit fiesen spitzen Zähnen, Gold-silberne große, mit fiesen spitzen Zähnen, schwarze schlangenartige Fische mit Schnurrbart und noch etliche andere! Und dann gab es auch die ganz besonderen Sachen die wir gesehen haben: Oktopusse, die auf Korallen saßen, winzige bunte Schnecken, die sich auch unter Wasser nicht schneller bewegen können als an Land, schwarz-weiß-gestreiften Fischen die in einer Anemone leben, samt ihrer vielen kleinen Fischbabys, ein Steinfisch, der Faul unter Korallen liegt, etliche Moränen und Seeschlangen, die besonders fies aussehen und das Maul mit ihren spitzen Zähnen immer weit geöffnet haben und bestimmt noch mehr, was wir jetzt schon nicht mehr erinnern können. Und dann gab es natürlich noch die absoluten Highlights: Riffhaie! Und als wenn das noch nicht genug wäre: schwangere Riffhaie! Keine fünf Meter von uns entfernt sahen wir etliche von ihnen. Entweder lagen sie faul auf dem Meeresgrund, oder sie schwammen immer wieder im Kreis um ihr Revier herum. Das war wirklich fantastisch. Natürlich sind sie für Menschen total ungefährlich, aber trotzdem ist es atemberaubend sich diesen Haien zu nähern, denn schließlich sind es Haie! Einige von ihnen hatten dicke Beulen an den Seiten und wir warteten darauf, dass sie direkt vor unseren Augen ihre Babys zur Welt bringen. Passierte natürlich nicht. Isa persönliches Highlight war etwas anderes: Walgesang. Wir konnten sie nicht sehen unter Wasser, aber dafür gut hören. Es von CD zu hören ist das eine, aber es live zu erleben… da kommt nichts heran! Flo´s Highlight war wiederum etwas anderes und er glaubte schon gar nicht mehr daran, dass es passieren würde. Wir waren gerade beim Auftauchen unseres zweiten und letzten Tauchganges, als 10 Meter von ihm entfernt eine riesige Schildkröte an ihm vorbei schwamm. Wow! Etwas ärgern wird sich Isa, dass sie schon früher aufgetaucht war und das nicht mehr mitbekommen hatte. Noch mehr allerdings ärgert sie sich darüber, dass sie an der Wasseroberfläche nicht hinter sich gesehen hatte. Wie ihr erzählt wurde, befand sich 15 Meter hinter ihr ein Wal und sie hätte sich nur umzudrehen brauchen… Aber was soll man dem jetzt noch nachweinen, bei dem was wir alles gesehen haben. Später konnten wir noch vom Land ein paar Wale beobachten und das war Entschädigung genug.
Am Abend berichteten wir den anderen von unseren Erlebnissen und aßen Gregs Chili. Der hatte jedoch etwas übertrieben und zu viel Cayennepfeffer zum Würzen benutzt. Bereits der erste Löffel brannte wie Feuer im Mund. Trotzdem war es sehr lecker. Schade dass es morgen schon wieder weiter gehen sollte. Aber auch Coral Bay war für seine schönen Strände und sein klares Wasser berühmt.

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