Archive for November, 2010

Zwischen Shark Bay und Perth

Freitag, November 19th, 2010

Zwischen Shark Bay und Perth (07.11.-08.11.)

07.11.
Unsere heutige Etappe sollte uns bis kurz nach Geraldton führen. Für den Wagen sollte es ein echter Härtetest werden. Die Kupplung war echt nicht mehr zu gebrauchen. Da brauchte man sich keinen Illusionen mehr hinzugeben. Wir brauchten eine neue. Aber noch was es nicht soweit. Zuerst ging es zum Shell Beach, ein 40 Kilometer langer Strand, der komplett aus Muscheln besteht. Konnten wir erst nicht glauben, dass es so etwas überhaupt gibt. Als wir den Strand betraten fühlten wir uns in unserer Annahme bestätigt, wir liefen auf Sand. Oder doch nicht? Flo griff sich eine Handvoll dessen, was er für Sand hielt und stellte fest, dass es tatsächlich alles Muscheln waren. Sie waren aber so klein, dass man sie für Sandkörner halten konnte. Bis zu 10 Meter tief ist dieser Muschelstrand. Das war allerdings nicht das ungewöhnlichste was wir an diesem Tag sehen sollten, denn als nächstes fuhren wir zu einem pinken Salzsee. Nein, es handelt sich hier nicht um eine Umweltkatastrophe, dass Phänomen ist ganz natürlich. Im See ist ein extrem hoher Anteil Betakarotin enthalten, der das Wasser pink färbt. Warum das so ist, wissen wir allerdings nicht.

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Wie man hier schön sehen kann, ist das Pink sehr kräftig und nicht nur zu erahnen. Verrückte Welt!

An diesem Tag wurde uns richtig bewusst, wie sich die Landschaft um uns herum geändert hatte. Die endlose wüstenartige Steppe war gewichen. Nun säumten riesige Kornwälder die Straße. Das kräftige gold der Felder bildete einen herrlichen Kontrast zu dem sonst so gewohnten rot des Sandes. Hier sah es wieder richtig nach Leben aus. So langsam wurde der Verkehr auch wieder dichter und wir freuten uns wieder in die Zivilisation vorzudringen. In Geraldton machten wir halt, die letzte große Stadt vor Perth. Unser Tank musste wieder aufgefüllt werden und Flo stieg aus. Wie auch immer es dazu gekommen ist; am Ende standen Isa und Flo da und hatten sich aus dem Auto ausgesperrt. Der Schlüssel baumelte im Schloss. Aber auf unser Auto ist Verlass. Wenn wir das hintere rechte Schiebefenster nicht richtig in der Verschlussvorrichtung festhaken, dann kann man es von außen aufschieben. Unser Glück, dass wir an diesem Tag etwas schlampig waren. Isa schob das Fenster auf. Es war aber zu klein um rein zu klettern und der Hebel der Tür zu weit entfernt für die Hand. Was blieb also logischerweise übrig? Genau, mit dem Bein in den Wagen rein und dann mit den Zehen die Tür öffnen. Dabei hat sich Isa etwas Haut vom Fuß gerissen und blutete stark. Wieder eine Narbe mehr in ihrer Sammlung…
Da wir endlich mal wieder Internetempfang hatten, nutzen wir dies gleich und erfuhren, dass zwei Backpacker auf unsere Anzeige geantwortet hatten und mit nach Perth wollten. Isa rief dort schnell an und zack hatten wir zwei neue Mitreisende für unseren letzten Tag gefunden. Wir holten sie an der Bibliothek ab und fuhren gleich los. Wir beschlossen heute Nacht am Meer zu campen. Wir fanden einen schönen freien Campingplatz und parkten 10 Meter vom Wasser entfernt und bauten dort unser Lager auf. Wir verbrachten einen schönen Abend und tauschten Erfahrungen über unsere Mitreisenden aus. Die beiden erzählten uns, dass sie mit einem deutschen von Perth nach Geraldton gefahren waren (500 km). Der hatte sich aber als vollkommen durchgeknallt herausgestellt und die beiden trennten sich nach dem ersten Tag wieder von ihm. Todesangst war ihr ständiger Begleiter an diesem Tag. Die Storys die wir zu hören bekamen waren unglaublich und auch wir konnten etwas Luft ablassen.

08.11.
Da der Hygienezustand unserer Körper nicht mehr klar ging, mussten wir in den sauren Apfel beißen und uns waschen. Das Wasser aus unserem Kanister hatte sich in der Nacht schön auf geschätzte 10° herunter gekühlt. Es war… sehr belebend. Nach einem guten Frühstück mit Pumpernickel und Coffee Shop Kaffee ging es wieder los. Kaum zu glauben, aber der Wagen fuhr immer bescheidener. Um auf gerader Strecke auf 90 km/h zu beschleunigen brauchten wir mittlerweile eine gute Minute. Zum Glück war es nicht mehr so weit. Wir fuhren durch endlose Kornfelder und es war wunderschön. Gegen 13 Uhr wurde der Verkehr endlich dichter und wir stießen in die Außenbezirke von Perth vor. Um 14 Uhr waren wir schließlich in der wuseligen Innenstadt angekommen. Dort verabschiedeten wir uns von den beiden und machten uns auf den Weg in unser neues Domizil.

Zwischen Coral Bay und Shark Bay

Mittwoch, November 17th, 2010

Zwischen Coral Bay und Shark Bay (05.11.-06.11.)

05.11.
Eigentlich ist es eine Schande, dass wir nur zwei Tage in Coral Bay verbracht haben. Ach ja, wenn unser Budget größer wäre… An diesem Morgen wurde mal etwas aufwendiger gefrühstückt. Es gab Isa´s leckere Pancakes. Jess hatte Geburtstag und wir wollten ihr eine kleine Freude machen. Wir benutzten den BBQ um die Pancakes zu braten. Das war echt mal ne gute Idee, das geht zack zack, da man etwa 7 auf einmal machen kann. Wir beschlossen, wenn wir wieder in Deutschland sind und wir Kohle haben, dass wir unbedingt so eine BBQ Platte für den Herd brauchen. Die Pancakes aßen wir dann mit dick Butter, Zimt, Zucker oder Ahornsirup. Mhm… und dazu gab es den guten The Coffee Shop Kaffee. So lässt es sich leben! Irgendwann war das geile Frühstück dann leider zu Ende und es hieß wieder packen. Zurück auf der Straße ging es an diesem Tag weiter in den Süden. Kurz vor Carnarvon ging es dann vom Highway runter, für einen Abstecher zu den Blowholes. Der Küstenstreifen besteht dort auf felsigen Klippen, an den sich die Wellen brechen. Besonders an diesem Tag war das Meer rau und windig. Wenn das Wasser besonders stark gegen die Felsen stürmt, dann drückt sich das Wasser durch den Felsen schießt dann ein paar Meter weiter aus einem Loch im Fels in die Höhe. Obwohl wir keine Flut hatten, war die Gewalt mit der dies geschah doch beachtlich.

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Bis zu 20 Meter kann die Wasserfontäne in die Höhe schießen.

Unser nächster Halt war dann Carnarvon. Dort gingen wir etwas shoppen und verbrachten dann noch ziemlich lange damit im Internet zu surfen. (Für alle die noch einen Australientripp machen wollen hier ein Rat: Holt euch keinen Vodafone W-LAN-Stick. Wir haben so gut wie nie Empfang. Greg und Jess haben selbst im Outback noch guten Empfang mit Telstra.) Diese raren Gelegenheiten mussten wir nutzen. Danach ging es noch eine gute Stunde zu unserem freien Campingplatz in der Pampa. Es war extrem windig und wir mussten uns lange Hosen und Pullover aus den Taschen kramen. Später am Abend brauchten wir sogar noch unsere Jacken. Wir versuchten ein Lagerfeuer zu entzünden, aber der Wind ließ es nicht zu. So griffen wir zu unserem Brandbeschleuniger, gossen ordentlich was davon auf den Holzstapel und warfen ein brennendes Streichholz hinein. Sofort konnten wir uns über ein nettes Feuer freuen und Greg gab sich alle Mühe es schön heiß zu machen. Heute war es an der Zeit, dass Flo sein Chili kochen sollte (Besten Dank an Norman für diesen Hochgenuß). Wir hatten einen kleinen Wettstreit am Laufen, wer das beste Chili machen kann. Greg und Jess hatten die Messlatte bereits ziemlich hoch angelegt. Aber Flo´s über´m Lagerfeuer gekochtes Chili konnte die Spitzenposition erobern. Das sollte eine windige Nacht werden, auch in Zelt und Wagen…

06.11.
Auf unserem Weg zur Shark Bay war unser erster Halt in Hamelin Pool. Was gibt es dort spannendes? Lebende Steine! Hört sich komisch an, ist aber so. Stromatolites heißen sie. Vor 3,5 Milliarden Jahren waren die Vorfahren der Steine, die wir uns angesehen haben, dafür verantwortlich, die Atmosphäre die wir heute atmen zu erzeugen. Die Steinkolonie die wir gesehen haben war nur 3000 Jahre alt. Leider waren wir bei Ebbe dort. Bei Flut sind die Steine unter Wasser und man kann kleine Blasen aus ihnen aufsteigen sehen. Als wir zu unserem Wagen zurück kamen, mussten wir feststellen, dass wir einen 15 cm langen Riss in der Windschutzscheibe hatten. Unser Pech mit dem Wagen scheint kein Ende zu nehmen. Bereits ein paar Tage vorher hatten wir entdeckt, dass etwas mit der Kupplung nicht stimmt. Unsere Mitreisenden keinerlei Reaktion üben den Riss. Das war schon mal komisch, schließlich hatten wir am Anfang der Reise ausgemacht, dass wir auch die Kosten für Reparaturen 50:50 teilen. Jeder schien sich auf dem Weg zu der nächsten Stadt Denham seine Gedanken zu machen. Im Visitor Center erfuhren wir, dass wir die Scheibe dort nicht reparieren lassen können, da die Stadt zu klein ist und der ansässige Mechaniker das nicht machen kann. Wir konfrontierten die Kanadier schließlich mit der Sachlage und wollten ein Statement, ob sie sich wie vereinbart in Geraldton an der Reparatur finanziell beteiligen. Die Antwort kam promt: Nein. Isa teilte ihnen mit, dass unsere gemeinsame Fahrt damit beendet sei und dass sie ihre Sachen raus räumen sollen. Alles ging sehr ruhig über die Bühne. Sauer waren wir eigentlich nicht, nur sehr enttäuscht über dieses abgefuckte Verhalten. Wir wollten nun bis Perth alleine durchziehen und keine neuen Mitreisenden suchen. Wir kauften etwas im Supermarkt ein und fuhren dann zum Eagle Bluff. Von dort hatte man einen herrlichen Blick auf eine Bucht. Wir konnten viel im Wasser schwimmen sehen. Ziemlich sicher sind wir uns, dass wir Schildkröten gesehen haben. Von den angekündigten Haien konnten wir nix erspähen. Der kalte Wind ließ uns frieren und so gingen wir zum Auto zurück und fuhren zu unserem Campingplatz. Eigentlich war es gar kein richtiger Campingplatz. Es führte eine Straße zu einer Bucht und dort stellten wir uns 15 Meter vom Wasser entfernt hin. Traumhaft! Als wir mit dem Ausräumen beschäftigt waren, kam plötzlich eine Frau auf uns zu. Sie erzählte uns, dass sie mit ihrer Freundin auf der anderen Seite der Bucht mit ihrem Wagen im Sand stecken geblieben sind und Hilfe bräuchten. Da hatte sie aber wirklich Glück uns zu treffen. Wir waren die einzigen Personen weit und breit. Sie erzählte uns, dass sie eine Stunde um die Bucht gelaufen sei und schon befürchtete die Nacht im Wagen zu verbringen. Das ließen wir aber nicht zu, räumten den Wagen wieder ein und fuhren los. Auf dem Weg unterhielten wir uns etwas. Sie erzählte uns, dass sie ein Cafe in Denham besitzt und Flo erzählte ihr, dass wir beide in Darwin als Barista gearbeitet hatten. Hoffungsvoll fragte Isa ob sie vielleicht einen Job für uns hätte. Da die Saison zu Ende gegangen ist, hatte sie leider keine offene Stelle. Wir plauderten weiter und Isa erzählte ihr, dass wir nach Perth wollen und dort möglichst etwas länger bleiben wollen. Sofort sagte sie, dass sie ein Haus in Perth habe, dass gerade leer stehe, und dass wir dort umsonst wohnen können, solange wir wollen. Wow!!! Was für ein Angebot! Sehr überrascht und froh nahmen wir es dankend an. Kurz darauf kamen wir am Ort des Geschehens an. Ein kleiner Geländewagen stand im tiefen Sand und eine weitere Frau erwartete uns bereits. Sehr glücklich nahm sie uns im Empfang und wir stellten uns alle erst mal vor. Robin (Haus in Perth) und Michelle waren freundlichen Damen. Schnell und problemlos konnten wir sie aus dem Sand ziehen. Dann holte Flo noch den Kompressor heraus und gab wieder Druck auf die Reifen. Strahlend nahmen uns die beiden zum Abschied in den Arm. Dann schossen wir noch Fotos zusammen. Strahlend fuhren wir zu unserem Campingplatz zurück. Wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Umsonst in Perth wohnen. Das wollten wir nutzen. Das Grinsen bekamen wir gar nicht mehr aus unserem Gesicht als wir uns Nudeln mit Soße kochten. Später am Abend rief noch Papa Thormann an und es wurde noch lange gequatscht, bis die Sonne bei uns untergegangen war und es so richtig kalt wurde. Ja, man glaubt es kaum, in Australien kann es auch kalt sein (jedenfalls für unser Empfinden). Wir kuschelten uns im Auto ein und sahen noch einen Film auf unseren Laptop. Wolf Creek. Da geht es um einen Massenmörder in Australien, der Backpacker abschlachtet. Genau das richtige für uns. Draußen ist es stockfinster, der Wind pfeift um den Wagen und wir sind alleine im Nirgendwo. Zum Glück war der Film nicht so gut.

Coral Bay

Mittwoch, November 17th, 2010

Coral Bay (03.11.-04.11.)

03.11.
Nach unserer wunderschönen Zeit in Exmouth ging es nur läppische 160 Kilometer weiter gen Süden nach Coral Bay. Leider konnten wir abermals keinen freien Campingplatz ergattern. Also wieder auf einen Caravan Park. Da es noch herrlich früh war, als wir unser Lager aufgeschlagen hatten und wir nichts vor hatten, konnten wir mal wieder so richtig faul leben. Taten wir aber nicht. Isa surfte im Internet um uns ein paar freie Übernachtungen auf Couchsurfing in Perth zu besorgen und Flo schrieb Blog (Ja, da könnt ihr mal sehen wie wir unser freien Tage für euch opfern, damit ihr immer schön Bescheid wisst! Nee, es macht Flo ja Spaß zu schreiben.). Als diese Pflichten getan waren, gingen wir etwas fürs Mittagessen shoppen. Neben dem Supermarkt fanden wir einen kleinen Bäcker, der ein gutes Kaffee und Kuchen Angebot hatte. Die Teilchen sahen echt mal gut aus und wir konnten nicht widerstehen. Isa bestellte sich einen Kokoskuchen mit Sahne und Marmelade (Lemington) und Flo eine Blätterteigtasche mit Äpfeln und Sahne gefüllt. Dazu gab es Cappuccino und Tee. Eigentlich wurden wir was Gebäck betraf auf unserer Reise immer enttäuscht, auch wenn es noch so gut aussah. Heute war es endlich mal anders. Die Stücke Kuchen waren ein absoluter Traum. So gut bekommt man es selbst bei einem deutschen Bäcker nicht immer. Hier lässt es sich wirklich leben und wir hatten noch nicht einmal den Strand gesehen. Unser Mittagessen bestand aus einem knackigen Salat mit Thunfisch. Dann ging es an den Strand. Von Exmouth wurden wir was das anbelangt ja schon verwöhnt, aber die Bucht die nun vor uns lag toppte es noch.

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Endlich mal ein Strand wie aus einem Reisemagazin.

Das Wasser ein prächtiges Farbenspiel aus Türkis und Blau und der Sand herrlich weiß. Schnell stürzten wir uns ins kühle Nass. Anders als in Exmouth war die Wassertemperatur hier gerade richtig. Kalt genug um zu erfrischen und warm genug, dass man gar nicht mehr raus möchte. Der Salzgehalt hier war besonders hoch und so konnte Flo beim schwimmen feststellen, dass er viel schöner im Wasser trieb. Kann es denn irgendwo schöner sein?
Wir entspannten den Rest des Nachmittags noch am Strand und genossen die strahlende Sonne. Am Abend machten wir uns dann das Chilli vom Vortag warm und aßen dazu in Olivenöl und Knoblauch geröstetes Brot. Jess und Greg zog es an den Strand für ein BBQ. Später am Abend trafen wir uns dann wieder, spielten Brille (ein Kartenspiel) und tranken Whiskey mit Ginger Ale. Ein wirklich gelungener Tag.

04.11.
Lange schlafen bedeutete für uns mittlerweile 8:30 Uhr. Wieder lag ein fauler Tag vor uns. Nach dem Frühstück ging es gleich zum Strand. Musik hören, lesen, dösen und natürlich schwimmen! Mittags wieder einen Thunfischsalat und danach wieder zum Strand. Diesmal waren wir aber mit Angeln bewaffnet und wollten uns ein Abendessen besorgen. Das ausgewiesene Gebiet erwies sich allerdings als nicht besonders gut. Unsere Hacken blieben einfach immer in den Korallen stecken. Zu viele verloren wir auf diese Weise. Dann hatte Flo plötzlich eine Idee. Er schnappte sich Schnorchel und Taucherbrille, sowie unsere Handleine (Ein Plastikrad mit Angelsehne), präparierte sie mit Haken und Köder und schwamm bis zu den Korallen. Es dauerte etwas bis er die richtige Technik gefunden hatte, aber dann zeigten sich die ersten Erfolge. Er schwamm über die Korallen und zog die Leine mit Köder in einiger Entfernung hinter sich her. Dabei beobachtete er wie sich die Fische um den Köder tummelten und daran zupften. Etliche schluckten den Köder auch runter, bemerkten jedoch das was nicht stimmte und spuckten ihn samt Haken wieder aus. Das passierte noch ein paar Mal, bis es schließlich endlich klappte und der Haken an einem Fisch stecken blieb.

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Mit seiner Beute schwamm Flo dann zurück.

Das Exemplar war zwar nicht besonders groß, aber wir kannten diesen Fisch schon aus Exmouth und wussten, dass sein Fleisch dafür sehr lecker ist. Noch zwei Mal versuchte Flo sein Glück, konnte aber keinen Treffer mehr leisten. Der Sonnenuntergang brach an und wir gingen wieder zurück. Jess und Greg gingen aus (Jess hatte am nächsten Tag Geburtstag. Da wir allerdings dann nicht mehr in einer Stadt sein würden, beschlossen die beiden das Geburtstagsessen vorzuziehen.) und wir brieten uns den Fisch und aßen Pasta mit Rotweinsoße (nein, Isa hatte diesmal nicht selbst gekocht sondern ein Glas aufgemacht – muss auch mal sein!). So schön kann das Leben sein! Am nächsten Tag sollte es aber weiter gen Süden gehen und unsere kurze, jedoch sehr schöne Zeit in Coral Bay war zu Ende.

Exmouth

Mittwoch, November 17th, 2010

Exmouth (31.10.-02.11.)

31.10.
Greg und Jess konnten sich über ein paar nächtliche Besucher freuen. Kängurus standen direkt vor ihrem Zelt und schauten ihnen scheinbar beim Schlafen zu. Als sie aufwachten und es bemerkten, waren sie etwas erschrocken. Wir haben im Wagen nix davon mitbekommen.
Nach dem Frühstück ging es gleich zum Visitor Center. Dort wollten wir uns Flossen zum Schnorcheln ausleihen. Wir waren etwas zu früh und mussten warten, bis es geöffnet wird. Wir setzten uns auf eine Bank und beobachteten ein paar Kängurus, die keine 20 Meter von uns entfernt chillten. Eines legte sich gemütlich hin und döste, dass andere sah so aus, als müsse es ein großes Geschäft machen. Die Gesellen waren mal überhaupt nicht scheu. Wir liehen uns um 9 Uhr, als es endlich geöffnet war, die Flossen aus und ließen uns die Schnorchelgebiete erklären.
Nicht weit entfernt hatten wir das erste Gebiet und wir machten uns auf den Weg. Da Flo sich den Rücken und die Schultern vor ein paar Tagen etwas verbrannt hatte, musste er mit T-Shirt schwimmen gehen.

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Wir betraten den wunderschönen Strand, mit seinem türkisblauen Wasser.

Wow! Das war bisher das schönste was wir an Strand gesehen hatten auf unserer Reise gesehen hatten. Das Wasser war so herrlich klar, einfach fantastisch! Leider war es zu kalt. Ich weiß, hier wird auf sehr hohem Niveau geklagt, aber es war wirklich zu kalt. Bereits nach kurzer Zeit fingen wir an zu frieren. Was wir zu sehen bekamen war aber richtig toll. Das ließ uns an unseren Tauchtrip auf Koh Tao erinnern. So viele Fische unter Wasser. Bei dieser klaren Sicht konnte man wirklich alles erspähen. Aber wie gesagt: Es war zu kalt und so konnten wir nicht besonders lange drin bleiben. Durchgefroren gingen wir zu unseren Sachen zurück und trockneten uns ab. Neidisch mussten wir hören, das Jess und Greg eine Schildkröte gesehen hatten.
Aber der Tag war ja noch jung. Wir beschlossen zum nächsten Tauchgebiet zu fahren. Dort gab es eine Besonderheit. Wenn man ins Wasser ging wurde man von der Strömung parallel zum Strand nach Norden getrieben. So konnte man sich ganz entspannt treiben lassen. In der Theorie hört sich das ganz gut an, aber komischerweise haben wir davon nix mitbekommen. Da war keine Strömung. Egal, es war trotzdem cool! Genau so schön wie das erste Gebiet. Aber wieder war das Wasser zu kalt und wir mussten recht bald wieder raus.
Das Mittagessen nahmen wir auf unserem Campingplatz ein und Flo holte die Hängematte von Marina und Boris heraus. Entspannung pur! Nach unserer Siesta gingen wir in unserer Bucht schwimmen, da wir vom Strand aus eine oder mehrere Schildkröten beobachtet hatten. Diesmal hatte Isa Glück. Die kleine Schildkröte schwamm direkt unter ihr lang. Flo ging wieder leer aus. Wir gingen noch in einer anderen Bucht schnorcheln und schon wieder hatten Greg und Jess eine Schildkröte erspäht. Und was war mit Flo? Nix. Und seine Pechsträhne sollte noch weiter gehen.

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Als wir unsere Wasservoräte auffüllen wollten, trafen wir auf ein paar andere durstige Gesellen

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Am Abend kurz vor Sonnenuntergang gingen er und die Kanadier noch los zum Angeln.

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Jess konnte einen Fisch fangen und Greg sogar 2.

Dreimal dürft ihr raten wie viele Flo gefangen hat… Einer unserer Nachbarn half uns beim Ausnehmen und Filetieren. Dann wurden die drei in die Pfanne geworfen und verspeist. Sehr lecker! Das wollten wir auf jeden Fall wieder machen.

01.11.
Bevor wir wieder nach Exmouth fuhren, wollten wir noch etwas schnorcheln gehen. Die Bucht die wir uns heute ausgesucht hatten war aber leider nicht besonders gut. Nur sehr umständlich konnte man ins Wasser kommen und überall waren Seeigel und man musste höllisch aufpassen. Trotzdem war das was wir unter Wasser zu sehen bekamen wieder richtig geil! Später konnten wir sogar Delphine vom Strand aus beobachten. Leider waren wir nicht mehr im Wasser als sie auftauchten.

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Auf unserem Weg zurück in die Stadt hielten wir noch am Leuchtturm.

Die nächsten zwei Tage mieteten wir uns auf einem Caravan Park ein. Endlich mal wieder eine Dusche und die Möglichkeit Wäsche zu waschen. Wir buchten uns für den nächsten Tag einen Tauchtrip und investierten 460$. Das sollte es aber auch wert sein. Unser Tauchgebiet zählt zu den 10 schönsten der Welt und rangiert auf Platz 6. Die Vorfreude war groß!

02.11.
Bevor es zum Tauchen ging, lasen wir noch etwas in unserem Tauchlehrbuch, um unser Wissen aufzufrischen. Die Aufregung stieg! Zwischenzeitlich auch die Panik. Flo wollte sich gerade seinen Tauchausweis raussuchen und stellte fest, dass er nicht dort war wo er ihn vermutete. Ohne den Ausweis konnte er nicht tauchen gehen und sein Geld würde er auch nicht zurück bekommen. Mit leicht ansteigender Panik wurde immer mehr durchsucht, aber der Ausweis tauchte nicht auf. Er hatte ihn von seinen Eltern per Paket zugeschickt bekommen. Er wusste noch genau, dass er sich in einem Umschlag befand… und da war er auch immer noch. Erleichtert hatte er ihn schließlich gefunden. Inzwischen war die Zeit rasend schnell vergangen und es war nicht mehr lange, bis wir abgeholt werden sollten. Schnell aßen wir noch etwas zu Mittag und dann ging es auch schon los.
Wir wurden von einem Bus abgeholt und zur Tauchschule gebracht. Dort wurde uns dann viel über unser Tauchrevier erzählt. Dann konnten wir endlich unser Equipment in Empfang nehmen. Dann ging es mit dem Bus los. Das Navypier war unser Tauchrevier und wir mussten uns erst mal einer Kontrolle unterziehen, bevor wir dieses Gebiet betreten durften. Alles dauerte sehr lange, aber es sollte sich lohnen. Irgendwann waren wir schließlich alle fertig verschnürt, die Masken auf dem Kopf, das Atemgerät im Mund, die Flossen an den Füßen und bereit loszulegen. Endlich gab unsere Tauchleiterin das Zeichen zum abtauchen. Es war ein bisschen ungewohnt wieder zu tauchen, aber wir gewöhnten uns schnell wieder daran. Wir mussten eine Weile schwimmen und dann bekamen wir einiges zu sehen. Die Sicht war sehr gut und nicht verschleierte uns den Blick auf die unglaublich große Vielzahl von Fischen! Man kann es sich nicht vorstellen, man muss es selbst gesehen haben. In jeder erdenklichen Größe und Farbe schwammen die Fischschwärme um uns herum. Es war einfach nur fantastisch! Da waren Regenbogenfarbene Fische, 2 Meter lange fette braune Fische, die einen grimmig anstarrten, kleine flache gestreifte, große flache gestreifte, flache glupschäugige, Sperrförmige, silberne mittelgroße, mit fiesen spitzen Zähnen, Gold-silberne große, mit fiesen spitzen Zähnen, schwarze schlangenartige Fische mit Schnurrbart und noch etliche andere! Und dann gab es auch die ganz besonderen Sachen die wir gesehen haben: Oktopusse, die auf Korallen saßen, winzige bunte Schnecken, die sich auch unter Wasser nicht schneller bewegen können als an Land, schwarz-weiß-gestreiften Fischen die in einer Anemone leben, samt ihrer vielen kleinen Fischbabys, ein Steinfisch, der Faul unter Korallen liegt, etliche Moränen und Seeschlangen, die besonders fies aussehen und das Maul mit ihren spitzen Zähnen immer weit geöffnet haben und bestimmt noch mehr, was wir jetzt schon nicht mehr erinnern können. Und dann gab es natürlich noch die absoluten Highlights: Riffhaie! Und als wenn das noch nicht genug wäre: schwangere Riffhaie! Keine fünf Meter von uns entfernt sahen wir etliche von ihnen. Entweder lagen sie faul auf dem Meeresgrund, oder sie schwammen immer wieder im Kreis um ihr Revier herum. Das war wirklich fantastisch. Natürlich sind sie für Menschen total ungefährlich, aber trotzdem ist es atemberaubend sich diesen Haien zu nähern, denn schließlich sind es Haie! Einige von ihnen hatten dicke Beulen an den Seiten und wir warteten darauf, dass sie direkt vor unseren Augen ihre Babys zur Welt bringen. Passierte natürlich nicht. Isa persönliches Highlight war etwas anderes: Walgesang. Wir konnten sie nicht sehen unter Wasser, aber dafür gut hören. Es von CD zu hören ist das eine, aber es live zu erleben… da kommt nichts heran! Flo´s Highlight war wiederum etwas anderes und er glaubte schon gar nicht mehr daran, dass es passieren würde. Wir waren gerade beim Auftauchen unseres zweiten und letzten Tauchganges, als 10 Meter von ihm entfernt eine riesige Schildkröte an ihm vorbei schwamm. Wow! Etwas ärgern wird sich Isa, dass sie schon früher aufgetaucht war und das nicht mehr mitbekommen hatte. Noch mehr allerdings ärgert sie sich darüber, dass sie an der Wasseroberfläche nicht hinter sich gesehen hatte. Wie ihr erzählt wurde, befand sich 15 Meter hinter ihr ein Wal und sie hätte sich nur umzudrehen brauchen… Aber was soll man dem jetzt noch nachweinen, bei dem was wir alles gesehen haben. Später konnten wir noch vom Land ein paar Wale beobachten und das war Entschädigung genug.
Am Abend berichteten wir den anderen von unseren Erlebnissen und aßen Gregs Chili. Der hatte jedoch etwas übertrieben und zu viel Cayennepfeffer zum Würzen benutzt. Bereits der erste Löffel brannte wie Feuer im Mund. Trotzdem war es sehr lecker. Schade dass es morgen schon wieder weiter gehen sollte. Aber auch Coral Bay war für seine schönen Strände und sein klares Wasser berühmt.

Zwischen Broome und Exmouth

Dienstag, November 16th, 2010

Zwischen Broome und Exmouth (28.10.-30.10.)

28.10.
Da der Tag schon ziemlich fortgeschritten war, kamen wir heute nicht sehr weit. Wir fanden einen großen freien Campingplatz und schlugen unser Lager schnell auf. Wir nutzten das restliche Tageslicht und spielten eine kleine Partie Poker.

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Isa war schnell raus und kümmerte sich dann um das Essen. Flo hatte das glücklichste Händchen und konnte gewinnen. Greg hatte inzwischen unser Lagerfeuer entzündet.

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Auch Flo packt beim Kochen zu

Wir mussten es aber etwas vorm Wind schützen, da die Flammen sonst etwas unkontrolliert umher geweht wurden. Es gab ein leckeres Currygericht (Isa sollte ein Camping-Kochbuch herausbringen ;oP) und der Abend war mal wieder sehr gelungen. Da der Mond noch etwas auf sich warten ließ, hatten wir eine herrliche Sicht auf die Sterne und die Milchstraße. Plötzlich sahen Greg und Flo eine Sternschnuppe und es sollte nicht die letzte an diesem Abend sein (Mal gespannt ob alle Wünsche in Erfüllung gehen). Nur Jess ging leider leer an diesem Abend aus

29.10.
Da Port Hedland nicht besonders viel zu bieten haben sollte, ließen wir es einfach aus. Auf einem etwas abgelegen Platz aßen wir zu Mittag und wurden dabei von einem wie ein Obdachloser aussehendem Typen vollgetextet. Dann ging es weiter. Nicht besonders spannend. Unser Rastplatz für diese Nacht war aber echt mal cool! Direkt an einem Fluss gelegen. Sehr schön.

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Wir machten ein Lagerfeuer und Isa wärmte das schon am Vortag zubereitete Essen auf. Greg und Jess gingen derweil mit anderen Campern schwimmen.

30.10.
Am nächsten wollten wir unsere Etappe in Exmouth beenden. Vorher mussten wir noch mal tanken. Wir hielten am Nanutarra Roadhouse und tankten den Wagen voll. Der Benzinpreis war der höchste auf unserer gesamten Reise, aber wir hatten keine Wahl. Wir ließen ca. 120 $ für Benzin und kauften noch Eiswürfel für 8 $ ein. Dann wollten wir unsere Wasserkanister noch auffüllen. Der Tankwart sagte aber, dass er uns kein Wasser geben kann, da es zu kostbar sei. Nur die Gäste des anliegenden Caravanparks bekommen Wasser und die üppigen Grünanlagen! Lächerlich, wir lassen dermaßen viel Geld an diesem Scheiß Roadhouse und bekommen noch nicht mal Wasser, aber den Rasen großzügig sprengen. Angepisst fuhren wir davon. Erst als wir Exmouth erreichten wurden wir wieder fröhlich, da uns das Wasser in einem herrlichen Blau anstrahlte. Wir beschlossen nach einem Besuch im Visitor Center in dem auf der anderen Seite der Landzunge gelegenen Nationalpark für zwei Tage zu campen und dann zurück nach Exmouth zu kommen. Dort soll es wunderschöne Schnorchelgebiete geben. Da freuten wir uns schon drauf. Wenn wir wieder in Exmouth sein werden, wollen wir Tauchen gehen. Das werden ein paar schöne Tage!

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Ein kleiner Vorgeschmack erwartete uns schon am ersten Abend!