Der Alltag in Darwin geht zu Ende

Nach längerer Abstinenz möchten Isa und Flo freudig verkünden: Der Blog lebt! Nach ereignislosen Wochen und Monaten in Darwin beginnt nun der spannende Teil in Australien und daran wollen wir euch wieder teilhaben lassen.

Unser Alltag hat in den letzten Monaten immer gleich ausgesehen und lässt sich schnell zusammenfassen. Isa steht morgens früh auf und geht zur Arbeit. Kurz darauf kommt Flo von seiner Nachtschicht zu Hause an und fällt ins Bett. Isa kommt dann am Nachmittag völlig erschöpft von der Arbeit zurück. Je nachdem wie fertig Flo von der Arbeit war, steht er nun auf oder schläft noch ein wenig. Dann ist Tea-time. Je nachdem ob wir nun Lust haben oder nicht, geht es an den Strand für einen Spaziergang oder ein Sonnenbad. Wenn wir zurück sind ist es dann auch schon Zeit zum Abendessen. Leider war es aber in letzter Zeit auf Grund von Moskitoplagen nicht mehr möglich draußen zu essen. Somit haben wir nach Sonnenuntergang das Haus nicht mehr verlassen. Wenn Isa dann ins Bett geht, ist es für Flo an der Zeit zur Arbeit zu gehen. Nicht besonders Spannend. Da wir ziemlich häufig einfach nur müde sind, knallen wir uns vor die Glotze. Aber unser Fernsehverhalten hat sich ein wenig verändert. Gewichen sind Extrem Makeover und 16 and Pregnant. Der Lifestyle Channel ist ganz groß im Moment. Besonders alles was mit Renovieren und Haus kaufen zu tun hat. Location Location Location sowie Property Ladder sind die Favoriten. Isa guckt außerdem gerne Ellen DeGeneres (Justin Timberlake war da ;oP). Das ist dann auch das Spannendste am Alltag. Unsere Arbeit ist halt auch zur Routine geworden. Wir haben aber immer öfter feststellen können, dass Gäste einfach dumm sind. Vor einiger Zeit bei Flo auf Arbeit: Flo macht einem Gast einen Cappuccino und stellt ihn auf den Tresen. Der Gast kommt und kippt ordentlich Zucker rein und schaut sich suchend nun nach einem Löffel um. Flo entscheidet sich dagegen dem Gast zu helfen, da direkt vor seiner Nase eine Schale mit Löffeln liegt. Soviel Eigeninitiative sollte man doch schon von einem Gast verlangen können, oder? Nein! Dieser dämliche Kerl schaut sich um, sieht die Löffel die keine 30 Zentimeter vor ihm liegen nicht. Was macht er nun? Anstatt Flo zu fragen wo die Löffel sind (Flo steht direkt daneben) schaut der Kerl plötzlich in den Mülleimer. Flo verschlägt es die Sprache. Er greift hinein und holt einen eklig mit Milchschaum verschmierten alten Löffel hervor. Bevor Flo was sagen kann hat er den Löffel in seinem Cappuccino versenkt und rührt kräftig um. Tja, wir sagen es ja, Gäste sind einfach nur dumm. Und das ist wirklich nur eine Story aus unserem Gastroalltag.
Erwähnenswert erscheint uns an dieser Stelle unser Besuch im Crocodylus Park. Ist im Grunde ist es ein kleiner Zoo mit besonders großer Krokodilszucht. War schon nicht schlecht dort. Die Krokodile sind einfach riesig und sehen extrem gefährlich aus. Besonders wenn diese fetten Viecher ihr Futter anspringen. Sollten sie das dargebotene Fleisch verfehlen, dann gibt es einen lauten Knall, wenn die Kauleisten aufeinander knallen. Die großen und fetten sind allerdings in der Unterzahl. Hunderte von kleinen bis mittelgroßen Kroks tummeln sich in riesigen Becken. Es handelt sich bei ihnen um reine Zuchtkrokodile, dessen Haut zu Portemonnaies, Gürtel und Handtaschen verarbeitet wird. Alles schweineteuer sag ich euch (zu Isa´s Bedauern)! Auch für das Fleisch findet sich eine Verwendung. Später am Tag sind wir noch an den Hafen gefahren und haben in einer der Buden Kroksteak gefuttert. Steaks darf man das aber eigentlich nicht nennen. Flo hat ein Krokschnitzel serviert bekommen, dass sehr verdächtig nach Schwein geschmeckt hat. War etwas enttäuschend. Känguru war da schon besser. Sehr geschmacksintensiv, da reicht auch ein kleineres Stück auf dem Grill. Kamelhack ist hingegen sehr lecker.
Wo wir gerade von leckerem Fleisch berichten, sollten wir nun unsere Schildkrötenstory erzählen. Keine Sorge, wir haben keine Schildkrötensuppe gegessen. Wir waren gerade am Strand und haben ein Sonnenbad genossen und uns im Meer danach etwas abgekühlt. Ca. 10 andere Menschen waren außer uns am kilometerbreiten Strand, als plötzlich um die Hundert Personen an den Strand stürmten. Erschrocken sahen wir uns diese Prozession an und dachten sofort an das Naheliegenste: Massenselbstmord. Das war aber zum Glück nicht der Fall. Isa sprach die letzte Person die an den Strand gekommen war an. Es war ein freundlicher Ranger der uns erzählte, dass sie dort Babyschildkröten freilassen wollen. Sofort gesellten wir uns dazu und waren sehr enttäuscht, dass wir keine Kamera dabei hatten. Bevor es losging wurde uns noch viel über Schildkröten erzählt, bevor die ca. 30 Babys freigelassen wurden. 40 Meter vom Wasser entfernt wurde sie auf dem Boden abgesetzt und mussten zum Wasser laufen. In kleinen Gruppen eingeteilt durften wir sie verfolgen. Als sie dann das rettende Wasser erreicht hatten, konnten wir nur staunen wie schnell die kleinen schon schwimmen konnten. Danach durften wir noch jeder eine Babyschildkröte halten und wiederum darüber ärgern, dass wir keine Kamera dabei hatten. Die kleinen sind einfach nur unglaublich süß, wie bei Findet Nemo.
Mittlerweile haben wir unsere letzten Arbeitstage hinter uns gebracht und sind bei Jill ausgezogen. Zwei Nächte durften wir bei Freunden von Flo schlafen und waren wir In Berry Springs, nicht weit von Darwin entfernt auf einem Campingplatz. Leider war das große Naturbad in das wir hüpfen wollten geschlossen L. Also haben wir uns in den Pool gechillt und später Burger gebraten. Seit Monaten haben wir erstmals wieder in unserem Wagen geschlafen und es war echt verdammt heiß. Haben dann irgendwann die Türen weit offen gelassen. Zum Glück hatten wir kaum Mückenaktivität um uns herum und die Spinnen ließen auch auf sich warten – zum Glück! Dafür konnten wir andere Aktivitäten beobachten. Man konnte relativ gut in das Jungszelt neben uns schauen, das von zwei Backpackern bewohnt war. Die Bewegungen der Schatten ließen keinen Zweifel zu. Die Jungs sind Schwul und trieben es miteinander. Später mussten wir uns aber eingestehen, dass unsere Fantasie mit uns durch gegangen ist, da sich nur einer sich im Zelt aufhielt und der andere erst später kam.
Dann sind wir wieder nach Litchfield. Dort waren wir vor einiger Zeit ja schon mit Marina und Boris. Aber diesmal kamen wir dazu in den sogenannten „Rockholes“ schwimmen zu gehen. Stellt euch einen Bach vor, der durch kleine Wasserfälle nach unten läuft. Das Flussbett ist aus hartem Fels und ist mit riesigen kugelförmigen, mehrere Meter tiefe Ausbuchtungen versehen, in denem man schwimmen kann. Saugeil! Danach saßen wir nach einem erneut leckeren Burgermahl wieder in unserem Wagen und versuchten die Mittagshitze zu überstehen. Am nächsten Tag sind wir wieder in den Rockholes schwimmen gewesen und dann nach Darwin zurückgefahren, denn unser nächstes Abendteuer wartete bereits auf uns, Bali!

Comments are closed.