Darwin – Casuarina

Darwin – Casuarina

Aus der siffigen Gecko Lodge ab in unser neues Domizil in Casuarina. Endlich war es soweit. Der einzige negative Aspekt dabei war, dass wir unsere neuen Freunde verlassen mussten. Aber wir blieben mit ihnen in Kontakt und unternahmen des Öfteren was zusammen. Wir richteten uns in unserem neuen Zimmer häuslich ein und gingen mit Freude daran unseren Kühlschrank randvoll zu stopfen. Den Luxus eines eigenen Kühlschranks haben wir schon sehr vermisst. Die Ausstattung der Küche erlaubte es uns fortan wieder köstliche Speisen zuzubereiten. Der einzige Nachteil der sich uns bot, war, dass es kein Bett in unserem Zimmer gab und dass wir weiterhin auf unserer Luftmatratze schlafen mussten. Nicht besonders optimal. Jeden zweiten Tag mussten wir Luft nachpumpen und unsere Nacken bedankten sich mit Schmerzen. Aber dieses Problem konnten wir mittlerweile beheben. Wir konnten uns in einem Second-Hand Geschäft eine Matratze kaufen. Wir sind inzwischen sogar richtige Fans der Heilsarmee geworden. Dort kann man echt gut einkaufen und die Preise sind überragend. So hat sich Isa eine Shorts und ein Portemonnaie erstanden und Flo ein T-Shirt. Besonders günstig sind allerdings Bücher. Es ist kaum zu glauben wie teuer Bücher hier in Australien sind. So kann man für ein neu erschienenes schon mal stolze 30$ rechnen. Je nach Qualität bezahlt man bei der Heilsarmee nur bis zu 6$.
Tja, was haben wir hier so tolles erlebt? Unsere Vermieterin hat uns zum Krebs fischen mitgenommen. Das läuft wie folgt: Wir sind zu einem etwas abgelegenen kleinen Flusslauf gefahren, kurz vor Sonnenuntergang. Eigentlich war es nicht viel mehr als ein Rinnsal und viel Matsch. Kaum zu glauben dass sich dort wirklich Krebse tummeln. In dieses Rinnsal haben wir dann zwei Crab pots niedergelassen. Das ist ein Gestell mit Netzen ausgekleidet in das die Krebs rein krabbeln können aber nicht wieder raus kommen. Als Köder haben wir zwei große Hähnchen teile benutzt. Nun mussten wir nichts weiter tun, als am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang wieder dort zu erscheinen. Wir hatten wirklich großes Glück bei unserem ersten Versuch. Als wir den ersten Crab pot aus dem Wasser zogen konnten wir uns über 2 prächtige Krebse freuen. Der zweite Pot beinhaltete sogar 3 Krebse. Jill (unsere Vermieterin) hatte allerdings nicht vor alle zu behalten, da sie glaubte, dass man Weibchen nicht behalten dürfe. So gingen wir mit 3 nach Hause (im Geschäft hätten wir 60$ oder mehr dafür bezahlen dürfen). Es hat sich am Ende herausgestellt, dass wir alle hätten behalten dürfen. Egal, das nächste Mal.
Nach einiger Zeit des Suchens hatte sich für Flo endlich eine Jobmöglichkeit eröffnet. Besonders gut war der Job eines Trolley-Boys allerdings nicht. 14,50$ die Stunde sind eigentlich indiskutabel, aber was soll man machen, man ist Jung und braucht das Geld. Die Arbeitsaufgabe war extrem simpel: Bringe Einkaufswagen zum Supermarkt zurück. Genau das tat Flo eine Woche lang. Die Kollegen waren ziemlich… naja…, die Firmen die Trolley-Boys einstellen stehen in dem Ruf hauptsächlich geistig nicht ganz fixe zu rekrutieren. Dem Eindruck konnte sich Flo auch nicht erwehren. Was sagt das jedoch über ihn selbst aus? Dass er schnell weg muss, da er nach einer Woche anfing einige seiner Kollegen sympathisch zu finden. Und da kam endlich die lang ersehnte Chance. Mitten in der Arbeit wurde Flo angerufen, von einer unbekannten Nummer. Er hatte vor ein paar Wochen seinen Lebenslauf in einem Airportcafé abgegeben, aber nicht mehr damit gerechnet zurückgerufen zu werden. Es folgte ein kleines Telefoninterview das er anscheinend gut meisterte, da er zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Auch dort zeigte er sich von seiner besten Seite und wurde noch am selben Tag eingestellt. Die Arbeitsbedingungen änderten sich für ihn nun beachtlich. Der Grundstundenlohn betrug ab jetzt 17,90$. Hinzu kommen je nach Arbeitszeit Lohnaufschläge bis zu 200%. Ab jetzt kocht Flo also Kaffee am Airport (Wenn ich hier von Kaffee spreche, dann darf man sich aber keinen deutschen Kaffee vorstellen. Hier läuft alles auf Espressobasis. Wenn man einen Kaffee bestellt, bekommt man entweder einen Espresso mit viel Wasser verdünnt, oder einen Espresso mit viel Milch verdünnt. Das führt besonders bei internationalen Gästen am Airport des Öfteren zu Verwirrung. Besonders wenn sie einen Macchiato bestellen. Dann erwarten sie wie in Deutschland einen Latte Macchiato, bekommen aber lediglich einen Espresso mit ein wenig Milchschaum. Da muss man ihnen vorher immer erklären, was sie da eigentlich bestellt haben. Dann wollen sie es meistens aber nicht mehr und bestellen stattdessen einen Latte) Jetzt konnte das Leben in Australien so richtig anfangen! Wie dann nun mal so ist, bekam Flo wenig später den nächsten Anruf von einem möglichen Arbeitgeber und wurde zu einer Probearbeit in einer Bar eingeladen. Das nahm er auch war. Trotz seiner Barerfahrung war es aber nicht leicht klar zu kommen. Die Biersorten waren ihm völlig unbekannt, ganz zu schweigen von den Abkürzungen die die Gäste beim bestellen benutzen. Aber nach 3 Stunden ging es immer besser und es fing sogar an Spaß zu machen(Es kam aber längst nicht ans Freundlich und Kompetent heran!). Wahrscheinlich wird er aber dort nicht wieder arbeiten. Nicht weil es ihm nicht gefallen hat, aber der Airportjob bietet kaum eine Möglichkeit für zusätzliche Arbeit. Flo arbeitet jetzt nur noch nachts. Dies ist insofern ganz gut, da der Stundenlohn nachts erheblich steigt, allerdings wird das Zusammenleben mit Isa etwas erschwert, da beide nun einen anderen Rhythmus haben. Wir versuchen aber das Beste daraus zu machen und trotzdem möglichst viel zu unternehmen. Zum Beispiel haben wir gerade beschlossen unsere eingetretene Trägheit zu bekämpfen und jeden Tag woanders einen Spaziergang zu machen (Das ist echt mal eine gute Idee gewesen, da wir inzwischen doch recht viel gesehen haben. Die Strände laden einfach zu Spaziergängen ein). Die Folge ist zwar eine allgemeine Müdigkeit auf beiden Seiten, aber was solls. Etwas Blöd ist aber, dass wir nicht die gleichen Tage frei haben, da Flo jedes Wochenende arbeitet und in der Woche seine zwei freien Tage hat. Die Zeit ist jedoch absehbar, da wir ohnehin nur bis Oktober hier bleiben wollen.
Heute ist Flo um 4 Uhr morgens von der Arbeit gekommen und hat Isa zum Fußball gucken geweckt. Für ein grandioses 4:0 kann man seinen Schlaf auch mal vernachlässigen. Jupiiiiiiiie!
Wer das nun gelesen hat ist auch dem aller neusten Stand! Nun wollen wir auch wissen was bei euch so läuft. Also, schreibt uns! Dreizeiler gellten übrigens nicht!

Bis denn, Isa und Flo

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