Darwin – Lee Point

Darwin – Lee Point

Nachdem wir nun einen beträchtlichen Teil unseres Ersparten für einen Wagen auf den Kopf gehauen haben, mussten wir unsere Jobsuche forcieren und bei unserer Unterkunft sparen. Wir beschlossen uns außerhalb von Darwin auf einem Campingplatz niederzulassen. Viel Auswahl hatten wir aber dabei nicht. Wir zogen 30 Autominuten nördlich von Darwin in den Caravan Park Lee Point. Kostengünstig ist jedoch was anderes. Insgesamt bezahlten wir 5 $ am Tag weniger. Das hatte allerdings auch einen Nachteil àWir hatten keinen Strom mehr. Wenn also abends um halb 8 alles zappenduster wurde hieß es Taschenlampe raus oder schlafen gehen. Meistens gönnten wir uns bis 21 Uhr etwas Licht. Danach gingen wir schlafen (ohne Witz! Eine Woche lange um 21 Uhr schlafen gehen). Isa hatte beschlossen nicht mehr aus dem Rucksack zu leben und wollte sich stattdessen eine Plastikkiste kaufen und ihre Klamotten dort unterbringen. Wir fuhren also zum Casuarina Square, ein riesiges Shoppingcenter in einem Vorort von Darwin. Dort kam es dann auch zur schicksalhaften Begegnung mit Donut King. Ein Backpacker aus Deutschland hatte uns gesagt, dass sie dort heiße frisch zubereitete Donuts verkaufen. Als wir nun den Donut King-Stand entdeckten, entschieden wir uns ein paar von den Cinnamon-Donuts zu probieren. Just for fun fragte Isa den Verkäufer ob er nicht Personal bräuchte. Wie sich herausstellte hatte just an diesem Tag jemand bei Donut King gekündigt und eine Stelle war frei geworden. Sofort war Isa mit ihrem Lebenslauf zur Stelle und hatte kurz darauf auch noch ein Vorstellungsgespräch in der Tasche. Chef und Chefin zeigten sich begeistert von der Tatsache, dass Isa Kaffee kochen kann und zack hatte sie sich den Job klargemacht. So kann´s gehen. Während Isa also ab Dienstag Arbeit hatte, stand Flo immer noch mit leeren Händen da. Die nächsten Tage hieß es also um 7 Uhr aufstehen, Isa zur Arbeit fahren und Flo auf Jobsuche gehen. Dies stellte sich allerdings als sehr zäh heraus. So pendelte er zwischen den verschiedenen Shoppingcenter hin und her und füllte Online-Bewerbungsbögen aus. Dann wurde Isa von der Arbeit abgeholt und Essen und ein großer Sack Eis für die Kühlbox eingekauft. Auf dem Campingplatz ging es dann meistens in Richtung Pool und danach wurde gekocht. Der Campingkocher den wir mit dem Auto übernommen hatten ist jedoch nicht mehr ganz in Ordnung und das Kochen wurde teilweise zum Geduldsspiel. Bevor die Sonne unterging mussten wir dann schnell das Geschirr abspülen. In der Dämmerung lauerte nämlich bereits unser größter Feind auf uns: Die Mücke! Die Viecher sind hier noch aggressiver als in der Heimat und machen keine Kompromisse wenn es um schmackhaftes Blut geht. Meistens erwischten sie uns doch. Im Zelt waren wir jedoch sicher, wenn beim Eintritt keine mit rein gehuscht ist. Wegen der Hitze haben wir unser Überzelt teileweise entfernt gehabt, damit uns eine kühle Brise erreichen konnte. Dies wurde uns in der zweiten Nacht zum Verhängnis, da es plötzlich anfing zu regnen. Schnell schlossen wir die Luken, aber es war zu spät, wir waren bereits pitschnass (Hier im Land werden keine Kompromisse gemacht. Wenn es regnet, dann richtig!).
Nach über einer Woche haben wir unser erstes Stranderlebnis gemacht. Wir fuhren mit dem Auto zur nicht weit entfernten Küste und gingen voller Freude an den Strand. Leider ist schwimmen im Meer nicht ratsam, da sich zu dieser Jahreszeit noch immer Seewespen im Wasser tummeln. Begegnungen mit dieser Quallenart können tödlich enden. Deswegen begnügten wir uns mit einem ausführlichen Spaziergang. Die tiefhängen Wolken erzeugten eine andersartige Atmosphäre. Wir sind nun am anderen Ende der Welt und es fühlte sich wirklich anders an hier am Strand spazieren zu gehen. Der Sand ist ziemlich hell und fein und der Strand bestimmt 100 Meter breit und bis zum Horizont lang. Man hat das Gefühl nicht von der Stelle zu kommen, da der Strand endlos wirkt. Der Boden ist übersät mit gedrehten langgezogenen Muscheln und überall sind kleine Sandkügelchen zu sehen, die von kleinen Krebsen stammen, die sich im Sand eingraben. Ein wirklich schöner Flecken Erde! Wenig später erfuhren wir aus den Nachrichten, dass auf dem Parkplatz zu diesem Strand ein paar Backpacker ein schlimmes Erlebnis gemacht haben. Sie hatten sich auf dem Parkplatz mit ihrem Wagen häuslich eingerichtet. Mitten in der Nacht wurden sie dann von Maskierten mit Baseballschlägern aus dem Auto gejagt. Die Maskierten stahlen den Wagen und ließen die beiden Unglücklichen mit nichts zurück. Damit aber noch nicht genug. Anstatt nur das Hab und Gut der Beiden nehmen, haben die Diebe sich dazu entschlossen den Wagen nach der Tat abzufackeln. Wir haben uns dazu entschlossen, dass mit dem Wildcampen sein zu lassen.
Nach der Woche auf dem Campingplatz beschlossen wir fürs Erste wieder in die Gecko Lodge zu ziehen und uns dann einen Raum zur Miete zu suchen.

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